Nach der Doppel-Best of-CD "Echoes" vor zehn Jahren nun der nächste Pink Floyd-Sampler mit den neuen Remasters von 2011. Die Frage ist, ob das auf einer Einzel-CD überhaupt geht, und damit meine ich nicht die Diskussion, ob Pink Floyd-Songs außerhalb ihres Kontextes funktionieren (das tun sie, nicht zuletzt weil ein paar Songs von "Dark Side of the Moon", "Wish you were here" und "The Wall" in ihrer ursprünglichen Reihenfolge belassen wurden, außerdem dürfte man dann ja bei keinem Livekonzert einzelne Songs aus Alben spielen), sondern die Songauswahl angesichts der Materialfülle:
Von "A momentary Lapse of Reason" und "The Division Bell" hat es nur jeweils ein Song geschafft und auch nur einer mit Syd Barrett, okay. Die klassischen Alben (s.o.) sind ausreichend vertreten. Aber: nichts dabei von "The Piper at the Gates of Dawn", "A Saucerful of Secrets", "Meddle" oder von "Animals"! Und was hat The Fletcher Memorial Home (von "The Final Cut") schon wieder auf einem Floyd-Sampler verloren? Es wäre langsam mal Zeit für die Single Not now John, die die Band von ihrer rockigeren Seite zeigt.
Prima finde ich, dass diesmal Have a Cigar, Brain Damage und Eclipse dabei sind. Aber: Was ist ein Best of-Sampler von Pink Floyd ohne Songs wie Arnold Layne, Astronomy Domine, One of these Days, Echoes, Us and them, Sheep oder Mother?
Man hat hier nur ein paar von diesen künstlichen Songübergängen fabriziert, die mich bei "Echoes" schon störten; diese wenigen sind aber reichlich stümperhaft geraten, z.B. zwischen Shine on you crazy Diamond und Brain Damage oder wenn am Ende von Money die ersten Orgelklänge von Us and them anklingen - um dann ausgeblendet zu werden und abrupt in Comfortably numb überzuleiten!
Dass aus Platzgründen wieder einige Songs (Wish you were here, The Great Gig in the Sky, High Hopes, Shine on you crazy Diamond) leicht gestrafft wurden, schmerzt nicht so sehr wie die Tatsache, dass die tickenden Uhren im Intro von Time weg geschnitten wurden. Ja geht's denn noch? Gut, die CD ist mit 79:39 Minuten Spielzeit randvoll - aber das ist Amputation. (Wenigstens haben sie die klingelnden Registrierkassen am Anfang von Money noch drin gelassen!)
16 Songs aus 28 Jahren, ein mageres, informationsloses Booklet: mit dieser CD hat man wirklich nicht mehr als "einen Fuß in der Tür". Neueinsteiger sind mit "Echoes" besser beraten, da sie umfangreicher und besser ausgestattet ist und wesentliche Songs enthält, die hier fehlen. Und klanglich gefällt sie mir eh besser als das Meiste, was seit 2001 von Pink Floyd auf CD erschien - diese neuen Remasters eingeschlossen.