Seit 9/11 ist wohl allen Menschen auf der Welt klar, dass sich die Vorzeichen der Gesellschaften geändert haben. Seit Guantanamo und vielen weltweiten Entführungsfällen ist es auch in der Presse angekommen - die demokratisch legitimierten Gesellschaften scheinen sich zu ändern. FOLTER IM 21. JAHRHUNDERT scheint zu einem Standard verkommen zu sein, staatlich legitimiert und zugelassen von den Mächtigen dieser Welt - alles abgesegnet durch die verheerenden Anschläge damals in NY. Alexander Bahar zeigt in seinem Buch auf, was hinter Begriffen wie: Rettungsfolter, Waterboarding und verschärften Vernehmungsmethoden wirklich zu verstehen ist.
Der Autor Alexander Bahar beleuchtet das Thema zuerst von der historischen Seite und verweist auf die Folterungen und Folterergebnisse im Dritten Reich. Natürlich ist die Folter älter, so beginnt im Buch die Folterdiskussion mit dem Mittelalter und der hochnotpeinlichen Befragung sowie dem allseits bekannten Hexenhammer.
Nichts desto trotz haben gerade die Amerikaner und Russen auf den Ergebnissen der Studien aus dem Dritten Reich aufgebaut und später in Korea und Vietnam vervollkommnet, doch der Einsatz staatlich sanktionierter Folter wurde erst nach dem Ereignis 9/11 wirklich zur Blüte gebracht und verbreitete Schrecken über die ganze Welt.
Das Buch FOLTER IM 21. JAHRHUNDERT zeigt den unmenschlichen Ansatz, welcher auch schon in den Rechtfertigungen zu ihr steckt. FOLTER ist und bleibt verboten - da helfen auch keine Erklärungen oder Notstände - denn es bleibt ja Folter und doch scheint es als sei Grausamkeit ein Wesenszug vieler Menschen.
Folter kann ganz abstrakt gesehen werden und Folter kann so argumentativ wegdiskutiert werden - natürlich bleibt es Folter, doch nicht für den Ausführenden - auch die Milgram Versuche zeigen, wie einfach es ist Folter auszuführen ohne selbst verantwortlich zu sein.
Das Buch endet mit der Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Tätigkeiten und dem Ausblick auf die nahe Zukunft - die Menschheit bekäme vielleicht keine zweite Chance wenn Folter nochmals zum Standard der Methoden würde.
Dem Hinweis auf Kindesentführung und der Androhung von Folter bei Entführern sollte weiter diskutiert werden, denn ganz so einfach ist ein Für und Wider dann doch nicht - spätestens wenn man selbst betroffen ist.
Die Arbeiten von amnesty international sind weiterhin sehenswert und lobenswert - so lange noch jemand Fragen zu stellen wagt, ist es noch nicht zu spät.
Empfehlenswert!