Mit dem Buchtitel wird dem gutgläubigen Leser die naive Hoffnung vermittelt, er würde beim Lesen dieses Werkes erfahren, wie die erfolgreichen Trendfolger ihre riesigen Gewinne erzielen. Wenn der Autor die Wahrheit schreibt, dann handeln die meisten Trendfolger nach mechanischen Handelssystemen. Diese Computerprogramme müßte Herr Covel offenlegen und kommentieren, wenn er dem Titel seines von großem Werbewirbel begleiteten Buches gerecht werden wollte. Natürlich kann er das nicht. Warum sollten erfolgreiche Leute einem Buchschreiber ihre Betriebsgeheimnisse preisgeben? Menschen, die zu Börsenseminaren rennen oder unsinnige Hotlines bezahlen, lesen dieses Buch vielleicht mit offenem Mund. Leider ist es aber praktisch völlig wertlos. Der Autor ist nicht einmal fähig, die tatsächlichen Probleme bei dieser Art von Handelssystemen auch nur annähernd zu beschreiben. Selbst auf die simple Frage, was denn eigentlich quantitativ ein Trend im Einzelfall ist, gibt es keine Antwort. Trendfolge ist ein schwieriges Geschäft. Als Händler hat man viele scheinbar einfache Fragen zu lösen, die im Konkreten sehr kompliziert sind. Man braucht zum Beispiel eine gewisse Sicherheit, daß der Markt das, was man für sich als Trend definiert hat, auch wirklich etabliert hat. Andererseits kann man auch nicht zu lange warten, da viele Versuche von Märkten, in einen mittel- oder längerfristigen Trend zu kommen, scheitern. Man braucht also genug Platz in die gewünschte Richtung und auch genug Sicherheit für das Wagnis. Leider ist die Anzahl der Fehlversuche meist viel größer als man glaubt, denn gezeigt werden von den Schreiberlingen immer nur die wenigen Supertrends. Ein Trendfolger muß aber die Fehlversuche finanziell überleben können. Wie man dieses Problem löst, bleibt in diesem oberflächlichen Werk natürlich wie eigentlich alle wirklichen Probleme bei dieser Art des Tradings ungeklärt. Der Autor benennt die meisten Fragen noch nicht einmal. Das Buch ist als Bettlektüre geeignet. Schöne Träume liebe Leser!