Es ist nicht das erste Mal, dass uns ACT-Labelchef Siggi Loch ein neues Pianotrio verkaufen will - und es wäre auch nicht das erste Mal, dass man die Art, wie er das macht, möglicherweise interessanter findet, als das "Produkt" selbst. Nun ist es also das Yaron Herman Trio, das er aus dem Hut gezaubert, mit einem hübschen Cover und einer noch hübscheren Geschichte versehen hat - der des aufstrebenden israelischen Basketballspielers, der nach einer Knieverletzung mit dem Sport aufhören muss, erst mit 16 Klavier zu spielen beginnt: Und nun seht her, das junge Talent '- A Star is born. In der Tat muss man diesmal wohl kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass das Konzept aufgehen wird: Der Mann spielt, was bei einem Pianotrio ja nicht von Nachteil sein kann, sehr gut Klavier, hat vor allem eine flinke Rechte, und sein Trio mit Chris Tordini am Bass und Tommy Crane am Schlagzeug verbindet die Power von est mit den romantischen Lyrizismen eines Brad Mehldau an seinen besseren Tagen. Mir persönlich setzt das an manchen Stellen zu sehr auf Lautstärke (statt auf Dynamik, die ein Tord Gustavsen etwa eindeutig besser zu inszenieren weiß), aber was die drei zum Beispiel aus Kurt Cobains "Heart Shaped Box" oder aus Radioheads "No Surprise" machen, ist wirklich hörenswert. Am meisten bei sich zu sein scheint Yaron Herman bei einfachen - einfach schönen - Melodien wie "Ein Gedi" (ein israelischer Popsong), oder gleich zur Gänze unbegleitet ("Cadenza"). "Follow The White Rabbit" und "White Rabbit Robot" entstanden komplett als Gruppenimprovisation im Studio, und dass das Trio als Trio genau da am besten ist, lässt auf eine viel versprechende Zukunft hoffen. Da folgen wir doch glatt dem vor uns im Zylinder verschwindenden Weißen Kaninchen und sind gespannt, wohin es uns noch führen wird.