Endlich ist es da, das Nachfolgealbum zum Debüt "Whoa, Nelly!". Trotz der Tatsache, dass es hier bei uns pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erscheint, ist das Album alles andere als billiger Festtagspop. Nelly Furtado hat sich deutlich weiterentwickelt - erstaunlicherweise auch was die gesanglichen Qualitäten anbelangt. Speziell Menschen, die das leicht quäkende Organ der portugiesisch-stämmigen Kanadierin auf dem ersten Album abgeschreckt hatte, dürften das begrüßen. Aber damit nicht genug: Auch die Lieder sind erwachsener geworden. Ein "I'm Like A Bird" oder auch ein "Turn Off The Light" sind hier nicht mehr zu entdecken. Die Texte sind tiefgängiger (besonders gut gefallen haben mir "Saturdays" und "Childhood Dreams"), die Melodien komplexer und insgesamt deutlich instrumentaler als auf dem Debüt. Auch die Unsicherheit ist auf "Folklore" verschwunden. Schien es vorher noch, als wolle sich die junge Mutter alle musikalischen Optionen offen halten (womit sie zu einem leicht konfusen Ergebnis gelangte), so hat sie jetzt eindeutig zu ihrem eigenen Stil gefunden. Leicht rockig, mit - wie könnte es anders sein - brasilianisch-folkloristischen Einschlag und kleinen Anleihen aus Hip Hop und Soul. Meiner Meinung ein absolutes Kleinod in jeder sortierten Musiksammlung!