Die drei ??? erleben bereits ihren 150. Fall. Und das ist definitiv ein Grund zu feiern, auch wenn die Qualität der Hörspielfolgen zuletzt leider längst nicht so hoch war, wie man sich das vielleicht gewünscht hätte.
Wie bei allen anderen ???-Neuveröffentlichungen auch, gab es zur Geisterbucht im Vorfeld ebenfalls eine Record Release Party. Das besondere war diesmal allerdings, dass diese ins Internet übertragen wurde. Statt die über 3 Stunden lange Folge komplett zu spielen, bot man dort nur eine etwa halbstündige Zusammenfassung, die meine Erwartungen allerdings eher gesenkt hat, denn in der Lage war, Begeisterung zu wecken. Vor diesem Hintergrund gestehe ich mich jedoch sehr positiv von der Folge überrascht.
Die Vorlage stammt aus der Feder von Astrid Vollenbruch, der man durchaus einen Hang zu komplexeren Geschichten nachsagen kann. Nur dass diese in den bisherigen Folgen in Standardlänge nicht immer so völlig funktioniert haben. Nun hat sie die Gelegenheit sich richtig auszutoben und das tut sie. Ergebnis ist ein komplexer Plot, der aber trotzdem schlüssig erscheint. Und manch weitere Stärken in sich trägt.
Aber der Reihe nach. Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf das, was uns inhaltlich erwartet:
Die drei ??? sind bei einer Erbschaft bedacht worden, obwohl sie den Verstorbenen selbst gar nicht gekannt haben. Dieser hinterlässt ihnen ein Rätsel, das sie zu einem versteckten Schatz führen soll, der seinen Ursprung in Südostasien hat. Aber die drei Detektive sind nicht die einzigen, die hinter diesem her sind. Sie müssen sich verdammt in Acht nehmen, um nicht ihr Leben aufs Spiel zu setzen.
Einmal mehr gibt es also ein Rätsel zu lösen. Eine Ausgangsidee, die zweifellos klassisch anmutet, sich in der letzten Zeit aber etwas zu sehr gehäuft hat. Bei einem solchen Jubiläum allerdings darf man so etwas trotzdem einbinden, so man denn zukünftig das Rätselmaß etwas zurückschraubt. Man kann Astrid Vollenbruch zudem zugute halten, dass das Rätsel zwar die Ausgangsbasis bildet, die Geschichte aber noch deutlich mehr zu bieten hat.
Eine Geschichte über 3 Stunden interessant zu halten, ist alles andere als leicht. Vor allem, wenn dies oftmals schon über 60-70 Minuten nicht gelingen will. Dies aber ist oftmals eher der Bearbeitung der Vorlagen anzulasten, die an den falschen Stellen Schwerpunkte setzt. Das ist diesmal anders. So wirkt das Gesamtbild sehr stimmig. Die Geschichte ist zweifellos komplex, aber doch nicht so verzettelt, dass man irgendwann nicht mehr folgen könnte. Ganz große Wendungen bleiben aus, jedoch schlägt man immer wieder neue Wege ein. Das führt dazu, dass die Handlung abwechslungsreich bleibt und das Tempo ansprechend. Und das trotz des Umstandes, dass es immer mal wieder Erklärungsmonologe gibt ' die man aber immer wieder aufzulockern versucht.
Man merkt also schon, dass viele gute Ansatzpunkte vorhanden sind. Und da die inhaltliche Basis ebenfalls stimmt, vermag dieser Jubiläumsfall wirklich gut zu unterhalten. Selbst wenn einige Elemente schon mal an den Grenzen der ???-Konventionen kratzt, so wenn Bob hier beispielsweise Gift verabreicht wird. Doch da hat man in manch anderer Folge schon ganz anderes erlebt.
Schön ist auf jeden Fall auch, dass viele Elemente der Geschichte immer wieder Erinnerungen an verschiedenste Klassiker zu wecken vermögen.
Die musikalische Auswahl ist insgesamt stimmig. So begegnet man so einigen älteren Stücken. Einige Stücke aber bleiben, die nicht so recht ins Bild passen wollen. Aber das im Verhältnis so, dass man darüber hinwegsehen kann. Da gab es schon deutlich lieblosere musikalische Zusammenstellungen.
Eine sehr umfangreiche Liste an Sprechern erwartet einen diesmal, darunter auch einige Comedy-Gaststars wie Olli Dietrich, Oliver Kalkofe, Bernhard Hoecker und Dirk Bach. Die meisten hört man aber kaum heraus - und das ist ein gutes Zeichen. Bedeutet es doch, dass sie ihre Rollen ausfüllen und nicht nur sich selbst spielen.
Insgesamt kann man mit den Darbietungen zufrieden sein, auch meines Erachtens kein Sprecher besonders hervorstechen konnte.
Fazit: Eine Folge, die mich positiv überrascht hat. Eine gelungene Geschichte, die sowohl abwechslungsreich als auch spannend ausfällt. Und auch die akustische Inszenierung fällt für DDF-Verhältnisse gewohnt solide aus.