Dorian Hunter setzt in Wien seinen alten Freund Norbert Helnwein über die neuesten Entwicklungen in Kenntnis. Seit er erfahren hat, dass er in einer früheren Inkarnation als Baron del Conde einen Pakt mit dem Satan geschlossen und dadurch seine Familie verraten und verloren hat, ist Hunter entschlossener denn je, die Schwarze Familie auszurotten, obwohl er auch von heftigen Schuldgefühlen geplagt wird. Im Nachlass der teuflischen Schwestern Hercy und Mercy findet er einen Hinweis auf eine Art dämonische Reliquie, die als Pfand für den Fürsten der Finsternis dient. Die Spur führt den Dämonenkiller und den Antiquitätenhändler Helnwein in den Stephansdom und die darunter liegenden Pestgewölbe. Dort werden die beiden Männer bereits erwartet und Hunter muss erkennen, dass auch die Zamis-Familie eine wichtige Rolle in diesem satanischen Spiel inne hat und die Schlüsselfigur ist das mysteriöse Mädchen in der Pestgrube, das nach dem Tod der beiden Teufelsschwestern mehrfach erschienen ist '
DORIAN HUNTER gehört nicht nur thematisch zu den vielfältigsten und umheimlichsten Gruselserien auf dem Hörspielmarkt; auch Erzählstruktur, Tempo und Inszenierung sind beispiellos und ein Zeichen für die immense Sorgfalt, welche die Macher bei der Produktion walten lassen. 'Das Mädchen in der Pestgrube' ist ein schönes Beispiel dafür, dass man nicht unbedingt 'Old School' produzieren muss, um dem Geist der Romanvorlage gerecht zu werden. Im Gegenteil, eine zeitgemäße Umsetzung zollt der Kultserie viel mehr Tribut, als es eine altbackene Vertonung im 80er-Stil je könnte, zeigt es doch, dass die trashigen Heftchen gewissermaßen zeitlos sind. Das vorliegende Hörspiel präsentiert sich in gewohnt opulenter Inszenierung, was nicht nur an den realistischen Effekten liegt, sondern vor allen Dingen an dem Soundtrack von Moorland Music und der klanggewaltigen Titelmusik von Joachim Witt. Natürlich wurde die Romanvorlage an einigen Stellen dramaturgisch angepasst, obwohl die Geschichte deutlich erkennbar bleibt. In der Eröffnungsszene ist bereits ein großartiger Klaus Dieter Klebsch in der Rolle des Asmodi zu hören. Die Szene zeigt bereits, dass man es mit einem Hörspiel für Erwachsene zu tun hat, was auch durch die Erzählstruktur in Form einer Rückschau deutlich wird. Thomas Schmuckert (Dorian Hunter) und Hasso Zorn (Norbert Helnwein) sind ein eingespieltes Team und können sich perfekt mit ihren Rollen identifizieren. Hörspiel-Altmeister Douglas 'Macabros' Welbat brilliert als Michael Zamis. In weiteren Rollen sind Schauspieler und Sprecher wie Bernd Rumpf, Luise Lunow, Markus Pfeiffer, Oliver Kalkofe und Bernd Vollbrecht zu hören. Am bemerkenswertesten ist jedoch der kleine Auftritt von Regina Vlcek, der Witwe des DÄMONENKILLER-Autors Ernst Vlcek, die sich als Fremdenführerin im Stephansdom selber spielt und für einen guten Schuss Humor sorgt, insbesondere als sie 'Oh, du lieber Augustin' zum besten gibt und die Geduld des guten Dorian auf eine nicht unerhebliche Probe stellt. Viel Action oder Brutalität hat die Handlung dieses Mal nicht zu bieten und besticht durch subtile Spannung, eine unheimliche Atmosphäre und einer für die Serie wegweisenden Entwicklung. Allerdings sollte man die ersten Folgen grob kennen, um das Hörspiel in Gänze genießen zu können.