1975 - 1985: es ist die Ära des kalten Krieges!
Pakt Truppen überqueren die innerdeutsche Grenze und treffen auf NATO Einheiten; der Krieg wird heiß.....
Das Echtzeitstrategiespiel "Wargame: European Escalation" widmet sich einem in Computerspielen bis dato so noch nicht umgesetzten Szenario des kalten Krieges. Schauplätze der Schlachten zwischen Einheiten der NATO und des Warschauer Paktes sind zumeist Gebiete auf (west)deutschem Boden.
Dabei legt "Eugen Systems" (haben bisher die 2 brillanten RTS Titel "Act of War" sowie "R.U.S.E." entwickelt) hohen Wert auf realitätsgetreue Einheiten beider Seiten. So gibt es insgesamt im Spiel bis dato ca. 350 Einheiten, die in verschiedene Kategorien eingeteilt sind: von schweren Panzern wie Abrahams, T-80, Leopard etc. bis hin zu Helikoptern Marke Cobra, Hind etc. ist quasi alles vertreten, was zu damaligen Zeiten im Repertoire der beiden Mächte vertreten war (ausgenommen sind See- und Lufteinheiten wie Bomber und Jagdflugzeuge).
Die Werte der Einheiten entsprechen dabei ihren historischen Vorbildern und werden detailliert abgebildet in Bezug auf Panzerung, Reichweite, Munition, Bewaffnung, Feuerrate, .....
Dies läßt sich für jede Einheit u.a. in der schönen Enzyklopädie einsehen.
Das Spiel selbst findet auf Schlachtfeldern statt, die in etwa einer Größe von 10x10km bis hin zu 75x75km Karten entsprechen. Auf diesen findet man Ortschaften, Straßennetze, Atomanlagen(!) und natürlich jede Menge natürliche Vegetation. Das Schlachtfeld läßt sich quasi stufenlos von der "Radaransicht" bis hin ins kleinste Detail ranzoomen, in dem man die detaillierten Einheiten bewundern kann und Schlachtfeldatmosühäre mitr allen Explosionen & Co. erlebt.
Aufgrund des realistischen Ansatzes des Spiels wirkt sich dabei die Umgebung auf das Verhalten der Einheiten aus: auf Straßen kommt man schnell vorwärts, Ortschaften bieten gute Deckung/Hinterhalte für Infanterie; Hecken, Büsche, Wälder können ebenso als Tarnung genutzt werden.
Dabei setzt das Spiel auf das sog. "LoS" System, also realistische Sichtlinien. Was ein Panzer nicht sieht, kann er auch nicht beschiessen. Nur Artillerie kann natürlich auch Ziele oder Gebiete unter Beschuss nehmen, die nicht einzusehen sind. Daher sind Aufklärungseinheiten ein wichtiges Spielelement.
Des weiteren hat jedes Fahrzeug in "W:EE" einen gewissen Vorrat an Treibstooff und Munition. Ist eines oder beides dieser Dinge aufgebraucht, kann die Einheit sich nicht mehr bewegen bzw. feuern. Daher gibt es Versorgungseinheiten, die an die Front gebracht werden müssen, um die Fahrzeuge wieder aufzutanken/aufzumunitionieren.
Alle Einheiten werden mittels Versorgungspunkten "bezahlt". D.h. es gibt eine bestimmte Menge als Startguthaben, von denen man die ersten Einheiten finanziert (das Startguthaben ist im Skirmish/online Gefechten einstellbar).
Zusätzliche Punkte erhält man, indem verschiedene Sektoren auf den Karten mit Kommandofahrzeugen besetzt werden. Dabei haben die Sektoren untersch. Wertigkeiten (von 1 - 5) und sind entsprechend umkämpft. Eine "5" bedeutet dabei z.B., dass alle 4 Sekunden 5 Versorgungspunkte gutgeschrieben werden. Je mehr Sektoren, desto mehr Punkte erhält man und kann entsprechend Einheiten einkaufen, die dann automatisch aus bestimmten Gebieten aufs Schlachtfeld rollen/fliegen.
Welche Einheiten man kaufen kann hängt von den sog. "Decks" ab, die man für das jeweilige Match benutzt.
Dies ist der eigentliche Spaß an W:EE, denn es sind nicht alle Einheiten von Beginn an verfügbar. Stattdessen muss man sich Erfahrungspunkte, sog. "Kommandosterne" verdienen, die man durch (online)Gefechte und Skirmishes erhält.
Damit kann man dann neue oder verbesserte Einheitentypen freischalten, dies jeweils auf Seiten NATO oder des Paktes.
Wer also den dicken Leo2 im Deck haben will, muss erstmal Kommandopunkte ansparen, um ihn freizuschalten.
Jedes Match startet man mit einem individuell zusammengestellten Deck, in dem maximal 15 Einheitentypen mitgenommen werden können.
So kann man z.B. ein reines Infanteriedeck oder Panzerdeck sich zusammenstellen oder einen guten Mix, verzichtet dann aber auf schwere Eliteeinheiten.
Dies experimentieren mit zunehmender Einheitenvielfalt macht einen großen Reiz/Spaß des Spiels aus.
Zudem weiß man nicht, welches Deck der Gegner ins Gefecht führt: setzt er auf leichte, schnelle Einheiten oder doch auf eine Helikopter Truppe oder haben wir da einen Artilleriespammer vor uns ?
Die Einheiten, die man im Gefecht aus seinen Decks "einkauft" sind in 5 untersch. Erfahrungsrängen zu erwerben. Je höher der Rang, desto teurer die Einheit. Erfahrene Truppen schießen genauer, verlieren nicht so leicht die Moral (es gibt ein Moralsystem, bei dem Einheiten unter Beschuss Einbussen im Führungsverhalten bis hin zur Flucht und nicht Kontrollierbarkeit erhalten können) und sind widerstandsfähiger.
Insgesamt liegt die Priorität von W:EE auf online Gefechten; es gibt 1vs1 bis 4vs4 sowie online ranking matches. Für Solisten gibt es aber auch eine Kampagne zu spielen, die ungefähr eine Spielzeit von 10-15 Stunden ausmacht.
Das Spiel bekommt von mir eine Kaufempfehlung, da es einfach Spaß macht seine Decks langsam mittels gewonnener Erfahrung aufzubauen und die Gefechte selbst sich sehr taktisch und ohne Hektik spielen. Da ich an biden Betas teilgenommen habe, habe ich entsprechend viel Spiel schon kennengelernt.
4 von 5 Sternen deshalb, da mir trotz allem Positivem der Basenbau fehlt!