Eins vorweg: Flynns Weg war einer der witzigsten Shadowrun-Romane, die ich gelesen habe. Gelungene Dialoge, sympathische Charaktere und immer wieder unerwartete Ereignisse. In diesen Punkten hätte dieses Buch locker 5 Sterne verdient. Was mir persönlich nicht so zugesagt hat, war die offensichtliche Unfähigkeit der Runner. Wer wie Flynn einen so mächtigen Feind hat, von Kopf bis Fuß mit Cyberware vollgestopft ist und auch schon so einige Kämpfe überlebt hat, weiss sich in manchen Situationen einfach besser zu helfen als hier beschrieben wurde. Das nervt mit der Zeit ein bisschen. Andererseits wurde die Entwicklung des Mechanikers Aspen, der mit den Moralvorstellungen der Runner nicht klarkommt, aber aus Freundschaft zu Flynn und Wildcard selbst zum Mörder wird, äußerst lebhaft und glaubwürdig beschrieben. Die Handlung erwies sich als flüssig, durch viele Absätze wurde das Lesen erleichtert. Was noch sehr positiv auffiel, war die Erzählweise aus der Sicht mehrerer Charaktere. Man erhielt Einblicke in die Beweggründe und so wurde dem Leser auch das gegnerische Team sympathisch (wenn auch wiederum ein wenig dilettantisch). Alles in allem hat das Buch seine 4 Sterne verdient. War mal ein wenig anders als bei den Storys, die nur davon handeln, die Welt mit Hilfe von Überwaffen und allmächtigen Samurais und Magiern zu retten.