Im Kino habe ich mich tüchtig über den Film aufgeregt, habe aber im Nachhinein das Gefühl gehabt, dass er so schelcht nicht sein konnte. Als Historiker und leidenschaftlicher Leser und Filmseher historischer Bücher, Dokus und Filme bin ich angeblich sehr pingelig (sagt meine Freundin, der ich wohl schon einige Kinobesuche verleidet habe, fürchte ich).
Also, der Film spielt 1916, wobei die Uniformierung recht gut getroffen ist (zumindest die der Franzosen und Amerikaner, die Deutschen sind eher schlecht). Flugzeuge? Nun, ich muss gestehen, dass der 1. Wk nicht so zu meinen Favoriten gehört, aber ein kurzes Nachblättern in den unteren Regalböden (da, wo der 1. Wk bei mir zu verstauben plegt) sagt mir, dass es 1916 etwas anders mit den Flugzeugen ausgesehen hat. Wie mein Vorrezensent richtig bemerkte gab es 1916 noch keinen roten Dreidecker, und später nur einen einzigen. Die anderen Dreidecker waren zwar auch rot, aber immer mit den persönlichen Markierungen der Piloten (je höher die Erfolgsquote, desto freizügiger die Lackierungen, nur so als Hinweis).
Gut, komme ich zu den Flugszenen: Nach den ersten Szenen der Flug- und Schießausbildung war ich recht angetan, denn so fand ich es in Büchern und auf Bildern. Klasse. Schon bei den ersten Luftkampfszenen widmete ich mich mehr dem Popcorn und den kalorienreichen M&M Crunchies (so, damit ist der Werbeblock auch angehakt). Die Szenen sind so realistisch wie in den PC-Spielen, geradezu sensationell, dass sich bei den alten Umlaufmotoren nichts mitdreht und der Flieger wie ein Holzmodell in der Luft hängt. Oh, Holz? Pardon, computeranimierter Schnickschnack, wollte ich sagen.
Wenn schon Millionen für Computertricks ausgeben, dann doch bitte richtig.
Die Handlung ist am Anfang recht glaubwürdig, wird aber am Ende lächerlich. Die anfangs sehr gebeutelten Flyboys werden plötzlich zu deutschemetzelneden Superpiloten, und die Horden der Dreidecker werden hinweggefegt von den braven Amerikanern. Wobei die Deutschen natürlich alle blöd oder böse sind, teilweise auch Beides in Kombination, die gefährlichste Mischung überhaupt. Und der Oberböse natürlich immer mies lächelnd, der linke Hunne, der.
Also, genug aufgeregt. Er lief ja mangels Erfolg nicht lange in den Kinos (zu recht), zeigt einen guten Anfang und wird zum Ende hin unglaubwürdig bis patriotisch-idiotisch. Zum Glück habe ich mir die DVD nur ausgeliehen, nicht gekauft.
2 Sterne für den Anfang des Filmes und die doch gut gelungenen Uniformen der Franzosen und Amis.