ja, ich habe ein paar euronen mehr investiert und mir die platte als doppel-LP geleistet.
rückwirkend muss ich nun aber sagen, diese CD tut es wohl auch, das booklet ist jedenfalls auch bei der LP dasselbe, also klein, das fand ich lieblos.
weiters denke ich, dass die analogausgabe nicht extra abgemischt wurde. die platte klingt genauso wie eine CD, klingt nach 16 bit/44,1 khz, der raum, die unmittelbarkeit, die das vinyl üblicherweise auszeichnet, fehlt mir dort. ich habe die beiden tonträger zwar nicht im unmittelbaren vergleich gehört, glaube aber, dass die ziemlich gleich klingen.
nun, attwenger haben in den 21 jahren ihres bestehens gehörig an anarchie eingebüßt. am liebsten waren sie mir, wenn sie völlig entfesselt die quetschn und das schlagzeug bearbeitet haben, auf eine art, dass es nichts vergleichbares gab und auch vokalistisch die borstentiere aller art losgelassen wurden.
aber hans binder (drums) und hans peter falkner (harmonika) sind halt besser als (fast) der ganze rest der welt und das auch, wenn sie nicht mehr so selbstverständlich sind wie einst.
geblieben sind die einprägsamen riffs, die mantra-artigen wiederholungen der ebenso sinnvollen wie sinnlosen texte, die vermischung von melodien die genausogut aus high society wie aus heidi stammen könnten. die songs passen in eine einsame bergwelt ebenso wie in die hochhausschluchten einer menschenfeindlichen stadt. es sind soundtracks für luftige höhen und versmogte großstadtdschungelhöllen, die von kräftigen beats durch die zeit gedroschen werden.
dieses konzept ist nicht kaputtzukriegen, nicht mit den verwendeten electronics und auch nicht mit schwächeren outputs aus der kreativabteilung. attwenger sind nicht mehr underground, sind nicht mehr so anders, man hat sich an sowas gewöhnt und ihr sound hat sich verselbstständigt und kommerzialisiert, eine entsprechende nachfrage erzeugt, die es nun zu bedienen gilt und das wird routiniert und ziemlich unkritisierbar getan.
wir haben es zudem mit keiner bruchlosen weiterführung der alben "sun" und "dog" zu tun, eher mit einem kleinen schritt zurück, was ich sehr erfrischend finde.
nicht der allergrößte wurf, ein grenzgeiles album aber allemal.
wer "most", "pflug" und "luft" mag, wird - trotz all dem hier vorgebrachten gemotze - auch dieses album mögen.
im unbekannten mögen ärgere sachen schlummern, im niemandsland an der grenze zum mainstream sind die herren binder und falkner beinahe alleinherrscher - zumindest aus österreichischer sicht.