Ich muß gleich zu Anfang einmal vorweg schicken, daß ich ein riesengroßer Fan von Ruth Maria Kubitschek bin, nur daß das klar ist !!!
Darum habe ich mir auch den bereits mit Spannung erwarteten neuesten Roman von ihr "Im Fluss des Lebens" gekauft.
Die Geschichte im Telegrammstil kurz umrissen, eine bekannte Schriftstellerin auf der Höhe ihres Erfolges wird plötzlich vom Tod ihrer Tochter u. deren Ehemann überrascht, Punkt. Mehr verrät auch der Verlag nicht u. dabei wollen wir es auch bewenden lassen. Ich erzähle das ohnehin nur zum besseren Verständnis meiner Kritik.
Am Anfang las sich die Geschichte auch recht gut erzählt u. kein bißchen trivial, so wie das sonst bei sogenannten "leichteren" Romanen gerne mal der Fall ist, aber wer die anderen Bücher von "Kubi" kennt, weiß, daß sie schreiben kann !!! Doch dann...
Es wurde zwar nicht trivial, aber dafür auf, für meinen Geschmack, andere Weise unsäglich, nämlich dergestalt, daß die beiden kleinen Kinder der Verstorbenen mit Esotherischem zugetextet wurden, das es nicht mehr schön war. Die Kinder sind noch klein, obwohl bereits in der Schule, also wahrscheinlich Grundschule. Man weiß wie "klein" Kinder dieser Altersgruppe innerlich noch sind u. weit davon entfernt mit "Erwachsenenweisheiten" behelligt werden zu können.
Kleine Kostprobe ? Alles nur sinngemäß versteht sich, als der kleine Junge fragt, warum seine Eltern tot sind, antwortet ihm die Großmutter (die bekannte Schriftstellerin) nicht nur mit einer Frage, ob er (kleiner Junge siehe oben) Hermann Hesse kennen würde, logisch kleine Jungen kennen ja schon Hermann Hesse, es darf gelacht werden, nein, sie läßt es sich nicht nehmen, ihm auch noch aus einem seiner Gedichte sinngemäß zu zitieren, daß jener (Hesse) durch Annehmen seines komplizierten Lebens menschlich-seelisch einen großen Sprung nach vorn machen konnte, ja ist es denn zu glauben ??? Als wenn das noch nicht reichen würde, versucht sie dann auch noch dem kleinen Jungen weis zu machen, das er u. seine Schwester aufgrund ihrer bereits mehrmals gelebten Leben dies (den Tod der Eltern) sogar gewollt hätten, um in ihrer Entwicklung weiter zu kommen u. selbständiger u. stärker zu werden, die Engel (wahrscheinlich Schutzengel) u. die Eltern hätten das so gewollt, weil sie gewußt hätten, was man so kleinen Kindern wie ihnen zumuten könnte, ja, jetzt hört's aber wirklich ganz auf, unglaubwürdiger geht es ja wohl wirklich nicht mehr !!! Ich bin entsetzt !!! Unfaßbar !!! Und das von Ruth Maria Kubitschek !!!
Ab Seite 73 war dann Schluß für mich, wenn Sie so wollen, weil ich so etwas Unsägliches einfach nicht mehr weiterlesen K O N N T E !!!
Man fragt sich wirklich, warum kein einziger Verlagslektor Ruth Maria Kubitschek darauf aufmerksam gemacht hat, daß dies Alles im hohen Maße unglaubwürdig u. menschenverachtend ist !!! So kann man mit Kindern nicht umgehen, tut mir leid. Kinder haben in diesem Alter noch gar nicht die psychologische Fähigkeit den Tod der eigenen Eltern auf solch verkopfte Art u. Weise zu begreifen, ich wage allerdings auch zu bezweifeln, bei aller esotherischen Aufgeschlossenheit, daß Irgendjemand, also auch erwachsene Menschen, nur Stunden nach Erhalt einer solch drastischen Todesnachricht, die psychologische Fähigkeit besitzen, solche Erklärungsmodelle hören zu wollen oder geschweige denn zu können. Da würde jeder normal gesunde Mensch einem so Vortragenden zu Recht seine Plattheiten ( als Weisheiten kann man das wirklich in dem Moment nicht mehr bezeichnen) um die Ohren hauen !!! Im Gegenteil man muß sich die Frage stellen, ob es dann nicht besser ist zu schweigen u. zuzugeben, das man auf solche Fragen keine Antworten hat, ganz einfach, weil man sie, wenn man ehrlich ist, auch wirklich nicht haben kann, alles andere wäre reine Spekulation.
Darum ist das Buch für mich auch eine einzige Enttäuschung, schade, sehr, sehr schade !!!