Gary Disher nähert sich einem Fall nie nur von einer Seite. Er splittet seine Geschichte so geschickt auf, daß man seine Figuren allesamt mit Interesse verfolgt. Sei es Hal Challis, den seine Frau hat umbringen wollen, sei es die unglückliche Ehe eine seiner Kolleginnen, sei es das Vorleben seiner Gauner und Mörder, deren Lebensumstände mit genauso viel Verständnis beleuchtet werden, wie das seiner Helden. Aus dieser Vielfalt spinnt Disher einen spannenden Plot, der nicht selten einen banalen Ursprung hat. Da gibt es eine Lüge, da eine Drogenplantage, die zufällig entdeckt wird und ein Kartenhaus zum Einsturz bringt. Hal Challis gibt dabei weniger den messerscharfen Analytiker als den genauen Beobachter und nicht selten ist es das Unvermögen jener, die er zu überführen sucht, die es ihm ermöglichen sie verhaften. Wenn er nicht zu spät kommt und sie schon tot sind. Wer Kriminalromane mag, nicht ab gewaltsteigernde Thriller abonniert ist, findet in Gary Disher einen hervorragnden Partner an seiner Seite.