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Man könnte in dem Film eine Allegorie auf den transzendierenden Wahnsinn des Kalten Krieges sehen, aber Aldrich (Rattennest) macht aus dem Stoff eine derart mutige und unmittelbare Erfahrung, dass man den Wüstensand zwischen seinen Zähnen zu spüren glaubt. Überragende schauspielerische Leistungen von James Stewart, Richard Attenborough, Hardy Krüger, Peter Finch und dem Rest. --Tom Keogh
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sieg des Willens über das Schicksal, guten Kinos über leere Bilder!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Flug des Phoenix (DVD)
Nach längerer Zeit habe ich wieder einmal "Der Flug des Phönix" sehen dürfen. Dürfen darf man dabei ruhig sagen. Denn erst wenn mal wieder ein wirklich guter alter Filmklassiker seine Geschichte vor einem darlegt stellt man fest, was einem doch tagtäglich für eine fürchterliche immergleiche Soße an so genannten Neuproduktionen vorgesetzt wird! Immer mehr Kanäle, dabei immer weniger Abwechslung und Qualität! Nur noch leere Bilder ohne inhaltlichen Wert!Obschon sicher über zehnmal gesehen begeistert mich die Geschichte einer Gruppe ums Überleben kämpfender Männer und ihres Sieges des Willens über das Schicksal immer noch. Wie es sich für eine gute Dramarturgie gehört setzt sich die Gruppe aus ganz unterschiedlichen Charakteren zusammen, deren Persönlichkeit im Laufe des Films gut ausgeleuchtet wird. Es gibt den "Alphawolf" ebenso wie den Feigling, den Kopfmenschen ebenso wie den Bauchentscheider, den Pflichtgetreuen ebenso wie den abweichelnden Freigeist. Zwischen all diesen Rollen spielen sich auf Gegensätzen beruhende Konflikte ab, die doch letztlich in den gemeinschaftlichen Zusammenhalt und die finale Rettung münden. Dazwischen braucht es keine Pyrotechnik, keine Riesenkulissen, keine CGIs und keine drallen Blondinen um den auf Schauwerte fixierten (bzw. den durch selbige oberflächlich gemachten) Zuschauer an die Handlung zu binden. Der Film lebt natürlich zweifelsfrei von seiner guten Besetzung, bei der besonders Hardy Krüger als "Egghead" Heinrich Dorfmann höchstes Lob für sein beeindruckendes Spiel verdient. Das findet seinen Höhepunkt in der Szene als Dorfmann, der selbsternannte Gruppenführer und vermeintliche Flugzeug-Experte, mit naiver Freizügigkeit preisgibt dass er beruflich Flugzeugmodelle mit Gummibandmotor baut, nie aber ein "richtiges" konstruiert hat. Brillant seine darauf folgende Argumentation gegen die tief erschütterte Gruppe, dass das im Grunde nicht den geringsten Unterschied macht - womit er zweifellos recht hat und am Ende recht behält! Ein klasse zweiter Handlungsstrang ist der Konflikt zwischen dem couragierten englischen Offizier und dessen feigen Untergebenen. Der zeichnet sich vor einer ersten riskanten Rettungsmission des Hauptmanns erst als Simulant aus und verweigert seinem Vorgesetzten bei einem zweiten Rettungsversuch offen die Gefolgschaft. Als der Hauptmann daraufhin umkommt äußert der Hasenfuß gar unverhohlene Freude über dessen Tod im Dienst der Gruppe und outet sich damit als - Mensch! Denn nur in schlechten Filmen gibt es nur Helden, die Realität sieht anders aus! So gibt es viele Aspekt die diesen Klassiker auszeichnen. Er ist spannend, er ist brillant durchinszeniert, hat Tiefgang und beweist dass sich Spannung und Anspruch nicht ausschließen müssen. Und er beweist dass gutes Kino immer über leere Bilder triumphieren wird solange es noch Zuschauer gibt, die auf Qualität Wert legen und ihren Anspruch nicht kampflos aufgeben! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Als Kino noch unter die Haut ging...,
Rezension bezieht sich auf: Der Flug des Phoenix (DVD)
Es ist schon erstaunlich, welch inhaltlich qualitativ hochwertige Filme Hollywood in den 60er und 70er Jahren produzieren konnte und dabei völlig auf schauspielerische Leistungen und Dramaturgie angewiesen war und sich nicht eines Special Effects Studios bedienen konnte. Aber diesen Film zu sehen kommt einem Erlebnis gleich und ist nicht nur bloße Unterhaltung.Den Film dürfte mittlerweile wohl jeder kennen, zumal er fast alle 2 Jahre im TV läuft. Und dieser Film hat es verdient. Trotz der recht langen Laufzeit von über 2 1/4 Stunden kommt keinen Moment Langeweile auf. Faszinierende Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und einen Querschnitt durch so ziemlich alle zwischenmenschlichen Beziehungen darstellt. Besonders gut gefällt mir Hardy Krüger in der Rolle des Heinrich Dorfmann, der in diesem Film etwa so alt war, wie sein Sohn heute. Egal aus welchem Grund man diesen Film kauft - ob man den Klassiker nur besitzen möchte, die Sammlung vervollständigen will oder ob man von der Atmosphäre des Films eingefangen wurde - die DVD ist den Kauf allemal wert. Und sie ist es trotz 2.0-Sound und ohne Special Effects wert, gekauft zu werden. Beeindruckender Meilenstein des Hollywood-Kinos, an dem sich heutige Filmemacher ruhig etwas orientieren könnten. Ein Film, über den man auch noch im Anschluß gern diskutiert und nachdenkt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
49 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Cineastisches Lehrstück für puristische Dramaturgie,
Von Martin Söchting "Tintingray" (Spangenberg) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Flug des Phoenix (DVD)
Man nehme eine Handvoll erstklassiger Darsteller unterschiedlichster Charaktere, eine karge Kulisse, wenig Requisiten und setze all dies in eine auswegslose, todbringende Situation. Eigentlich bräuchte die Regieanweisung dann nur noch "Action!" heißen.Tatsächlich basiert das Schauspieldrama auf nicht mehr - und eine Menge guter Theaterstücke sind aus solcher reiner Improvisationsarbeit hervorgegangen. Nun, der Flug des Phönix wurde immerhin nach einer Literaturvorlage gedreht, sogar streng unverfälscht - und dennoch ist es der Filmcrew als einen der wenigen Ausnahmefälle des Kinos gelungen, den Film besser als als das Buch zu realisieren. Was genau also macht dieses knapp 50-jährige Original so viel besser als das moderne Remake? Zum einen wohl die knappen Budgets, die oft weniger als ein Hundertstel heutiger Filmproduktionen umfaßten und somit eine Konzentration auf das Wesentliche abverlangten - wobei das Wesentliche eben in den Darstellern und deren Talent lag, zum anderen aber auch in der Bereitwilligkeit des Publikums, aufmerksam einer Präsentation zu folgen. Das Publikum selbst hat entschieden, sich durch bis zu 20 als "Blockbuster" zu Unrecht bezeichnete TV-Sendungen allabendlich zu zappen, mehr Augenmerk auf die Bilder als auf deren Inhalte richtend. Vor 30 Jahren noch war der Begriff "Straßenfeger" wörtlich zu nehmen, wenn großartige Filme via TV in den Wohnzimmern flimmerten und sich andererseits kilometerlange Warteschlangen vor den Kinos bildeten. Wenn nun einer der wahrhaften Filmklassiker endlich auf DVD erschienen ist und sich der Filmverleih dazu durchgerungen hat, auf Boni wie Kommentare des Regisseurs und der Darsteller zu verzichten (zumal ein Teil der Mitwirkenden mittlerweile verstorben ist), sogar die Tonspur unbearbeitet beläßt, dann ist dies der Beweis dafür, daß auch bei den Filmemachern selbst die Erkentnis zurückgekehrt ist, daß die Konzentration auf das Wesentliche immer noch der beste Weg ist. Was anderes bringen all die Zusatzkommentare als das wiedergekäute Blabla, daß der gerade gezeigte Film der beste aller Zeiten sei? Was anderes bringt Dolby-Surround als die akustische 3-dimensionale Illusion, inmitten fiktiver zweidimensionaler Bilder zu sitzen? Sollen nun gar noch sämtliche Schwarz-Weiß-Filme nachkoloriert werden? - Wer Derartiges verlangt, will Nebenbeiunterhaltung, ist Technik-Freak, hat keinen Sinn für schauspielerische Leistung und Dramaturgie und ist mit dem Remake letztendlich besser bedient. Wenn auch der Flug des Phönix in der Weite der Sahara spielt, vermittelt der Film ein atmosphärisch dichtes, spannungsgeladenes camerales Theater großartiger Mimen, denen es zudem noch gestattet ist, sich persönliche Freiheiten zu erlauben, diese Spannung mit individueller Ironie zu würzen. Sieben s-pitze S-teine an denen sich Hardy Krügers s-tur erregte Zunge s-tößt allein in zwei Sätzen: Herrlich! James Stewarts Anflüge eines selbstbewußt-verschmitzes Grinsens, gerade noch sichtbar, wenn die Kamera von ihm abschwenkt, Ernest Borgnines zur Schau getragene Zahnlücke, George Kennedys schlichtes permanentes begriffstutziges Im-Weg-Stehen, das bringt Kino wieder in die Nähe des Theaters, macht Darsteller eben zu einzigartigen, unverwechselbaren, nicht austauschbaren Weltstars, hier darf der noch beobachtenkönnende Zuschauer gefesselt mitfiebern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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