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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Leicht bleierner Flattermann,
Von timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Der Flug des Greifen (Gebundene Ausgabe)
"Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus...."(1. Buch der Ilias, Prooimiom) Der hervorragenden Archäologie-Thriller "Das Zweite Buch" hatte bei timediver® das Interesse an dem - ebenfalls bereits am 30. August 2007 erschienenen und vom Verlag Philipp von Zabern mit dem Attribut "historisch" versehenen - Roman "Der Flug des Greifen" geweckt. Der renommierte Althistoriker, Archäologe und als apl. Prof. im Fachbereich III der Universität Trier lehrende Dr. Michael Pfrommer kommentiert seinen Roman auch diesmal vor dem Hintergrund des von ihm postulierten, seit zweieinhalb Jahrtausenden währenden "Clash of Civilizations"(Seite 285). Einem Kulturkampf zwischen Orient und Okzident, den Alexander der Grosse bereits 332 v. Chr. irrtümlich als für immer beendet ansah. Bereits für Alexander, der sich selbst als Wiedergeburt des homerischen Helden Achilles ansah, stellte dessen Kampf gegen die Amazonen-Königin Penthesilea das Sinnbild des über Generationen währenden Krieges zwischen Europa und Asien dar (S. 220). Pfrommer knüpft an die historischen Überlieferungen an, wonach Alexander eine skythische Prinzessin als Ehefrau angeboten wurde und die makedonischen Truppen bei einem Zusammenstoss mit dem Reitervolk der Massageten (S. 38) in Baktrien im Jahre 323 v. Chr. siegreich blieben. Aus dem Umstand, dass bei den Massageten eine große Zahl Kriegerinnen ins Feld zog und der allgemein als Fiktion angesehenen letzten Amazonenkönigin Thalestris entwickelt der Autor seine eigene Amazonengeschichte. Ein historisch äußerst interessanten Aspekt - insbesondere im Hinblick auf die politischen Interpretationen und Gegebenheiten der Gegenwart - stellt Pfrommers Abgrenzung der antiken Makedonen zu den "klassischen" Griechen dar. (S. 223 ff.) Da makedonisch ein "Dialekt der griechischen Sprache" gewesen sei (was in der modernen Sprachforschung als umstritten gilt), hätten sich Griechen und Makedonen untereinander zwar verständigen können. Während sich die Makedonen selbst als Hellenen sahen, sprachen dies jedoch die "eigentlichen" Griechen diesen fremdzüngigen Ausländern (Barbaren) ab. Nicht nur das, denn nach der Unterwerfung ihrer Stadtstaaten durch eine imperialistische makedonische Monarchie sahen die meisten Griechen ihre nördlichen Nachbarn als Todfeinde an. Als weitere historische Gestalten lässt der Autor den Maler Aetion und den Seher Aristander (Aristandros) auftreten. Der Leser erfährt von der Gründung der Stadt Alexandria Eschatê (das entfernteste Alexandria), dem heutigen Chudschand in Tadschikistan, dem sagenhaften Volk der einäugigen Arimaspen (S. 67) und der unterschiedlichen Darstellung und mythologische Bedeutung des Greifen . Darüber hinaus gewährt Pfrommer Einblicke in die Permafrost-Kurgane von Pazyryk mit ihren Eismumien, Tiermasken und dem ältesten erhaltenen Orientteppich, der sich heute in die St. Petersburger Eremitage befindet.... ....und entwickelt daraus ein Szenario, zu dessen Mittelpunkt der Schamanismus der massagetischen Steppenvölker Zentralasiens und seiner fiktionalen Protagonistin Didyme wird. Ein großer Teil der Handlung besteht daher bedauerlicherweise aus deren Visionen und Erlebnissen in Trance (S. 214 usw.), die sie mittels Berührung eines mystischen Hirschgeweihs (S. 39 pp.) herbeiführt. Daneben nehmen auch Didymes erotische Begegnungen mit Thalestris, ihre Eifersucht und ihr Hass auf Alexander einen breiten Raum ein. Besonders störend in diesen ohnehin einschläfernden Passagen sind hierbei die häufig in direkter Rede der Akteure gebrauchte Anachronismen, wie "Baby" (S. 91, 95, 105), "Babyfrau" (S. 99), "Babygreif" (S. 107) oder neufranzösisch "Liason" (S. 138). Außerdem Floskeln aus der modernen Umgangssprache, wie "....ohne Ende" (S. 213),"...da fiel ihr siedend heiß ein." oder "...da stellten sich ihr die Nackenhaare" usw. Daneben ist dem Autor auch ein krasser forensisch-medizinischer Fehler unterlaufen, indem er die Hinrichtung mittels Halsriemen und Stock als erwürgen (S. 228 ff.) statt als erdrosseln bezeichnet. Gleichwohl seines historischen Gehalts und einem abschließenden Glossar erreicht "Der Flug des Greifen" weder die Spannung noch die Klasse von "Das Zweite Buch". Nach timediver®'s Geschmack zu viele Phantasmagorien für einen "historischen Roman" und schlicht langweilige Passagen eines leicht bleiernen Flattermanns, die eine Bewertung mit lediglich 3 Amazonsternen zulassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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