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Ich habe ja schon so einiges gelesen aber mit Chuck Palahniuk lässt sich kein Autor bisher vergleichen. Allenfalls eine gewisse Verwandtschaft zu Don Delillo meine ich in Flug 2039 erkannt zu haben. Immerhin hat dieser das Werk lobend erwähnt - etwas was dieser große Schriftsteller anderen Büchern selten zu teil werden lässt. Flug 2039 würde ich in einer Klasse einordnen zwischen Fight Club und Der Simulant, wobei es an Fight Club nicht ganz heranreicht. Jedes seiner Bücher ist nichtsdestotrotz ein Erlebnis und in der Summe aller ist Palahniuk eine echte Erfahrung die ich jedem wünsche und empfehlen kann der keine Lust mehr hat auf Mainstreamliteratur und 08/15 Romane. Tyler Durden (Fight Club), Victor Mancini (Der Simulant) und Tender Branson (Flug 2039) sind mit Sicherheit 3 der ungewöhnlichsten und originellsten Protagonisten der Literatur der letzte Jahre und Chuck Palahniuk ist eine der aufregendsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Hoffentlich dauert es nicht mehr so lange bis sein neuer Roman erscheint.
Die eigentliche Geschichte rückt fast schon in den Hintergrund, bei den ganzen aberwitzigen Einfällen und Informationen die der Autor einem unter die Nase reibt. In der Ich-Form verfolgt der Leser die Erlebnisse von Tender Branson, welcher einer Sekte angehört, die ihr Ende dadurch erzwingen will, dass jeder einzelnde Anhänger Selbstmord begehen soll. Das einzige Problem ist, Tender verspürt keinen großen Drang dazu. In diesem Buch geht man dem Grund dazu mehr oder weniger nach. Die Situationen in die der Hauptcharacter dabei stolpert sind teilweise so verrückt und absurd, dass man einfach nur den Kopf schütteln oder laut auflachen kann. Der Schreibstil trägt nicht minder dazu bei, dass man ohne Pause weiterlesen möchte. Sei es nun der Story wegen, oder weil man einfach die nächste brilliant beschriebene komische Situation miterleben möchte.
Wer bereits andere Palahniuk Bücher gelesen hat weiß was ihn erwartet. Jeder der den Autor noch nicht kennt, sollte das Buch einfach mal probelesen und sich von einer zugleich schrecklich realitätsnahen und trozdem sehr verrückten Satire beeindrucken lassen.
In diesem Machwerk bekommt man die Möglichkeit geboten, sich rückwärts durch die vermeintlich letzten Tage eines Mannes zu lesen, dessen Sekte vor langer Zeit kollektiven Selbstmord verübt hat. Im Prinzip also das Diktat des Protagonisten an die Black Box dieses Fluges. Er zeichnet hier seine Impressionen und Beweggründe auf, um mit sich und der Welt ins Reine zu kommen. Was ihn so lange am Leben gehalten hat und warum nun dies eventuell zu Ende geht, müssen sie schon selbst herausfinden...
Dieser Mann, Chuck Palahniuk, ist jeden Cent wert, den man zahlt, um an seine Bücher zu kommen. Er liebt Tabuthemen und er stampft darin herum, wie ein wild gewordener Elefant. Jede neue Veröffentlichung eine weitere skurrile Idee. Aber. Nicht überspannt genug, um nicht eventuell doch mitten aus unserer Realität stammen zu können. Die Story ist gut durchdacht, straff gespannt und weist neben der kriminaltechnischen Handlung einen guten Schuß an Satire und Kritik auf. Fünf Sterne für einen belletristischen Silbenkoch der Gegenwart.
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