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Fluchtstücke. [Taschenbuch]

Anne Michaels , Beatrice Howeg
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1999
Anne Michaels ist Dichterin. Sie hat als solche zu veröffentlichen begonnen und für ihre 1986 und 1991 erschienenen Gedichtbände "The Weight of Oranges" und "Miner's Pond" Auszeichnungen erhalten. Auch ihr erster Roman mit dem deutschen Titel "Fluchtstücke" enthält Sätze von atemberaubender lyrischer Dichte: Knappheit und Härte der Anfangsseiten ihres Romans üben beim Lesen einen Sog aus, dem man sich nicht entziehen kann: So grauenerregend die Geschichte einsetzt, man will weiterlesen, mehr über das Schicksal des Protagonisten erfahren. Der siebenjährige Jakob Beer wird Zeuge, wie im Zweiten Weltkrieg Deutsche seine Eltern, polnische Juden, erschlagen und seine ältere Schwester verschleppen. Er flieht und versteckt sich auf dem Gelände einer archäologischen Grabungsstätte. Dort wird er nach Tagen von einem griechischen Forscher gefunden und gerettet. In der Obhut dieses Mannes verbringt er seine Kindheit und Jugend auf einer griechischen Insel, später wandert er mit ihm nach Toronto aus. Jakob wird Autor, wird Dichter und versucht seine Erfahrungen auf diesem Wege zu verarbeiten. Die schrecklichen Bilder seiner Kindheit lassen ihn lange nicht los. Eine erste Ehe scheitert daran, und erst als reifer Mann findet er in der Beziehung zu einer jungen Frau zu einer Art innerer Ruhe.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 317 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 1 (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499222426
  • ISBN-13: 978-3499222429
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,4 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 923.026 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

In einer Ausgrabungsstätte findet Athos den siebenjährigen Judenjungen Jakob Beer. Dieser hatte sich als Einziger seiner Familie retten können; er musste, in einem Schrank versteckt, mitanhören, was seinen Eltern angetan wurde. Nur was mit Bella, seiner schönen Schwester, geschah, weiß er nicht. Athos nimmt Jakob mit zu sich nach Griechenland, rettet ihm das Leben. Er wird zu seinem Vater, Freund und Lehrer -- zwei verlorene Seelen, die einander das Leben ertragen helfen.

Nach dem Krieg folgt Athos dem Ruf an die Universität in Toronto. Aber eines versucht er nach wie vor nachzuweisen: Die Verfälschung der Geschichte durch die Nazis. Berichte über den Krieg, die Greueltaten, stapeln sich in der Wohnung der beiden Einsiedler. Die Vergangenheit lässt Jakob nicht los. An seiner Unfähigkeit, der Trauer Ausdruck zu verleihen, zerbricht seine erste Ehe. Erst viele Jahre später, als er bereits wieder in Griechenland lebt, lernt er die Liebe seines Lebens kennen. An diesem Abend trifft er auch auf ein junges Paar, dessen Eltern den Holocaust überlebt hatten.

Das Buch hat in mir sehr zwiespältige Gefühle hinterlassen. Einerseits war ich todtraurig, von all dem Leid zu lesen, wieder neue Schrecklichkeiten zu erfahren. Andererseits fehlten mir die Lichtblicke. Das Buch hat von Beginn bis Ende eine so düstere, verzweifelte Grundhaltung, dass ich davon erdrückt -- und auch leicht unmutig wurde.

Streckenweise hatte ich auch sehr mit der Sprache der Autorin zu kämpfen; diese wird nämlich immer wieder sehr blumig, schwülstig, unklar. Vielleicht habe ich es aber auch nur nicht verstanden, und das sollte in Wirklichkeit "creative" sein. Nicht umsonst unterrichtet die Autorin kreatives Schreiben. Zudem hat die Geschichte, vor allem im zweiten Teil, ganz massiv darunter gelitten, dass eine weibliche Autorin unbedingt einen männlichen Ich-Erzähler einsetzen musste. Vor allem die Liebesszenen sind völlig daneben geraten.

Alles in allem: Ein trauriges Thema, dem etwas weniger Tragik und mehr Schlichtheit gut getan hätten. --Daniela Ecker -- carpe.com

Über den Autor

Anne Michaels, geboren am 15. April 1958 in Toronto, unterrichtet Creative Writing an der Universität ihrer Heimatstadt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Debütroman mit großem Anspruch 10. Juli 2007
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Anne Michaels hat für ihren Debütroman "Fluchtstücke" viel historisches und naturwissenschaftliches Material gesammelt und über die Maßen gründlich recherchiert. Herausgekommen ist ein Roman von bestechender Aufrichtigkeit, in einer Sprache von großer lyrischer Klarheit und Dichte. Trotzdem erreicht ihr Roman bei weitem nicht die herausragende Klasse ihrer Gedichtbände. Sie wagt möglicherweise zuviel und so verfällt ihre Sprache leider in den Liebesgeschichten in ein hohles, flaches, nichts sagendes Pathos.

Zum Plot: Es ist die Geschichte des siebjährigen kleine Jacob Beer, der im Zweiten Weltkrieg Zeuge wird, wie seine jüdischen Eltern und seine ältere Schwester von den Nazis brutal umgebracht werden. Man schreibt das Jahr 1942. Er versteckt sich zunächst in der Kanalisation von Warschau und flieht dann allein durch die polnischen Wälder, versteckt sich schließlich in einer archäologischen Ausgrabungsstätte. Dort findet ihn der griechische Archäologe Athos. Er rettet diesen Jakob, kümmert sich liebvoll um ihn, flieht mit ihm nach Griechenland. Auf einer kleinen griechischen Insel überleben der kleine Junge und der alte Mann den Krieg. Jakob verbringt hier seine Kindheit und Jugend und Athos erzählt ihm alles was er vom Himmel, der Erde, von der Liebe, der Dichtkunst, der Geologie und den zwischenmenschlichen Beziehungen weiß. Später wandert Jakob nach Amerika aus, wird Dichter, versucht die Erinnerungen an seine Kindheit zu verdrängen. Seine erste Ehe wird geschieden und er findet erst im hohen Alter Ruhe und innere Zufriedenheit bei einer wesentlich jüngeren Frau.

Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Liebe, die mit großer Klugheit und Herzenswärme davon erzählt, dass die Liebe zwischen zwei Menschen, in dieser von Schlechtigkeit überzogenen Welt, das einzige wahre "Überlebensprinzip" ist. Und so ist dieses Buch trotz der anfangs angeführten Schwachstellen, ein großartiges Buch, dass ich mit Nachdruck empfehlen kann.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sechs Sterne, mindestens! 12. September 2010
Von A.U.
Format:Taschenbuch
Mir erschliesst es sich nicht, auf welchen Wegen Kommentare zum Buch zu Beschreibungen wie "hohl" oder "pathetisch" kommen, denn Oberflächlichkeiten verursachen schon in geringen Dosen Geist/Seelen-Allergien in mir.
Dieses Buch war das reinste Antiallergikum...
Die Geschichte ist fesselnd, Inhaltsbeschreibungen gab es schon genug.

Ich lese hier reinste Poesie, mit hoher sprachlicher Intelligenz, die aber nicht vom Seelenerleben abgespalten bleibt und somit nur intellektuell beeindrucken würde.
Sind wohl manche Kritiker mit zu vielen intellektuellen Erwartungen, aber ohne Seelenöffnung in das Buch hinein gegangen?

Ich verschlinge das Buch, in wohldosierten Einheiten, um nichts einfach zu überlesen, und lese Passagen immer und immer wieder.
Wer selber traumatisiert war oder ist- und wer ist das, genau genommen nicht- und bereit war, durch Traumata hindurch zu gehen und daran zu wachsen und in aller Tiefe frei zu werden- aber wer ist das schon...- wird vieles in dieser Sprache wieder erkennen, sich in der Seele dieses Werkes erkennen und noch ein Stück weiter heilen.
Das als kleine, tiefe Extragabe zu der 5 Sterne sicherlich schon völlig rechtfertigenden wunderbaren Sprache.

Eine Passage im Buch sagt- ich gebe es in meinen Worten wieder- erst schriebe man, um zu heilen, dann schreibt man, weil man heil ist.

Sehr lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so berührt, das so wahr ist und schön zugleich.
ein ganz großes Seelenbuch.

Noch eine ganz andere Ebene:
Viel habe ich gelesen über den Genozid an den Juden im deutschen Reich.
Berichte derer, die es erleben mussten, psychoanalytische Literatur und auch Hannah Ahrendt (ein must!).Einfach aus allen Blickwinkeln, die mich erreicht haben.
Aber ausgerechnet hier, mit dieser Geschichte, habe ich eine Schicht des Verstehens erreichen können, die mir vorher unbekannt war.

Ich finde ja, das Buch gehört in die Gymnasialoberstufe, wobei es so universell ansetzt, dass das passende Fach eigentlich zweitrangig bliebe.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach anfänglichem Kampf...ganz wunderbar 29. September 2001
Format:Taschenbuch
Lange musste es in meinem Bücherregal vegetieren, lange sich dem Vorwurf aussetzten nur eine weitere Tirade über NS-Verbrechen zu sein, aber als ich beim 5 Anlauf endlich über die ersten 30 Seiten herausgekommen war, war die sich allmählich entwickelnde Beziehung zwischen Jakob und seinem griechischem Ziehvater eine der feinfühligsten Schilderungen, die ich je gelesen habe. Und wer ist nicht mit seinem ureigensten Erbe in irgendeiner Art und Weise belastet?! "Mein ganzes Leben lang habe ich mir eine Frage gestellt: Wie kann man seine Herkunft hassen und sich selbst nicht?" Jakob schafft es. Spät, aber dafür umso überzeugender! Ein wunderbares Buch! Berührend wurde schon oft gesagt und trifft auch uneingeschränkt zu.
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5.0 von 5 Sternen Ein berührendes Buch über die Kraft der Liebe
Wie der kleine, schwer traumatisierte Junge in jeder Hinsicht wieder ins Leben findet, ist wundervoll beschrieben. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von wenckewiest veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Kraftvoll wie ein Meer
Nachdem ich das Buch ausgelesen habe und hier die - überwiegend positiven - Rezensionen vorfinde, fühle ich mich beim Lesen der negativen nahezu verpflichtet, eine Lanze... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Maya veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Schönes Buch
Ein schönes Buch, wunderbar geschrieben! Aber leider habe ich dann irgendwann den Faden verloren. Wer war der Mann um den es nachher ging? Habe ich irgendwas überlesen? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. März 2010 von N. Meyer
3.0 von 5 Sternen Flucht ins Detail
Betrachte ich die Bewertungen der anderen Leser, so habe ich vollstes Verständnis für beide Seiten. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Juni 2009 von D. Hundt
5.0 von 5 Sternen Die Kraft der geschriebenen Bilder
Die Autorin versteht es meisterhaft, Vergleiche zu ziehen und anschauliche Bilder für Emotionen zu zeichnen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Februar 2009 von Susanne Müller-Schröter
4.0 von 5 Sternen Traurige, schöne und teilweise komplizierte Geschichte
Ein interessantes Buch. Traurige Wahrheiten und doch eine interessante Lebens- und Liebesgeschichte. Mitten drin wird es jedoch etwas langweilig und kompliziert.
Veröffentlicht am 19. März 2008 von arbon
4.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich
Ein kleiner Junge ist der einzige Überlebende in seiner Familie. Die Nazis haben seine Eltern getötet, seine Schwester ist verschwunden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. November 2007 von Valentine
2.0 von 5 Sternen Gehobene Creative Writing-Lektüre
Als einziger seiner Familie kann der siebenjährige Jakob Beer 1942 durch die Flucht in die polnischen Wälder der Deportation in die Vernichtungslager der Nazis entgehen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Januar 2004 von Martin Arndt
5.0 von 5 Sternen Viellesers Liebling
Die absoluten Lieblinge in meinem Bücherbestand sind seit langer, langer Zeit "Das Parfum" von P. Süßkind und eben die "Fluchtstücke". Lesen Sie weiter...
Am 26. Februar 2003 veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Ergreifendes Thema, blutleer aufbereitet
Ich bin sehr ambivalent was das Buch FLUCHTSTÜCKE angeht. Wenn die kunstvolle Sprache nur poetisch verhalten gewesen wäre, dann wäre es ja noch angegangen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. September 2002 von Doris Hoppe
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Romane mit tiefgehender Sprache 0 24.01.2010
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