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Fluchtpunkt: Roman (Bibliothek Suhrkamp)
 
 
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Fluchtpunkt: Roman (Bibliothek Suhrkamp) [Gebundene Ausgabe]

Peter Weiss
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 197 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (5. Februar 1983)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518017977
  • ISBN-13: 978-3518017975
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 158.072 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Fluchtpunkt schließt sich thematisch an Abschied von den Eltern (BS 700) an, als "eine Autobiographie, freilich keine, die einen Lebenslauf belletristisch ausweidete... eine Nachricht aus der Asylwelt. Die Gassen Prags, Hotelstuben in Schweden, ein Bauernhof, eine Holzfällerhütte im Norden sind die Stationen von Weiss' Fluchtweg. Die Emigration verläuft ins Ungewisse. Wird die Flucht vor der Zeit zu einer Flucht aus der Zeit? Oft genug ist diese Frage gestellt worden. Weiss erliegt ihrem Schematismus nicht. Er holt, was die Wirklichkeit ihm zuspielt, als Zweifel in den Zusammenhang seiner Prosa herein..." Günther Busch

Über den Autor

Peter Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes bei Berlin geboren und starb am 10. Mai 1982 in Stockholm. Zwischen 1918 und 1929 lebte er in Bremen, wo er das Gymnasium besuchte. 1929 kehrte die Familie Weiss nach Berlin zurück, musste jedoch 1934 emigrieren. Die erste Station bildete London, darauf folgte 1936 die SR. In diesen Jahren widmete sich Peter Weiss vorwiegend der Malerei – 1937/1938 studierte er Malerei an der Kunstakademie in Prag. In dieser Zeit besuchte er Hermann Hesse während zweier längerer Aufenthalte in der Schweiz. Die dritte und letzte Emigrationsstation bildete 1939 Schweden, wo Peter Weiss zunächst in Alingsås, ab 1940 in Stockholm wohnte. Hier setzte er seine Tätigkeit als Maler fort. 1947 hielt er sich als Korrespondent einer schwedischen Tagesszeitung in Berlin auf. Seine Artikel versammelte er 1948 zu seiner ersten Buchpublikation. Der Band erschien posthum 1985 unter dem Titel Die Besiegten. Ab diesem Zeitraum entstanden, in schwedischer Sprache, die ersten Prosaarbeiten, Gedichte, und Dramen. Zu den wichtigsten Erzählungen aus dieser Schaffensperiode zählen Die Situation aus dem Jahre 1956 sowie das 1980 unter dem Autorenpseudonym Sinclair veröffentlichte Buch Der Fremde. Keines seiner Manuskripte wurde jedoch von einem schwedischen Verlag zur Publikation angenommen. Mitte der fünfziger Jahre begann Peter Weiss in deutscher Sprache zu schreiben. 1960 erschien sein erstes Prosabuch Der Schatten des Körpers des Kutschers. Zu Beginn der siebziger Jahre wand sich Peter Weiss wieder der Prosa zu. Zwischen 1975 und 1981 erschien der dreibändige Roman Die Ästhetik des Widerstands, deren letzter Band begleitet wird von Notizbücher 1971 – 1980. Ihm wurde posthum der Georg-Büchner-Preis für das Jahr 1982 zuerkannt.


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Format:Gebundene Ausgabe
Dieser zuerst 1962 veröffentlichte Roman trägt starke autobiografische Züge. Auch wenn der Ich-Erzähler nicht vollkommen deckungsgleich mit dem Autor Peter Weiss ist, lesen wir hier doch seinen persönlichen Rückblick auf die erste Zeit seines Exils in Schweden, die Jahre 1940 bis 1947.
Die prägende Erfahrung dieser Lebensphase scheint eine gewisse Nicht-Zugehörigkeit und Nutzlosigkeit zu sein. Nicht-zugehörig fühlt er sich zunächst im Gastland (erst 1946 erhält er die Staatsangehörigkeit zugesprochen) aber immer wieder auch gegenüber anderen Flüchtlingen aus Deutschland und den während des Krieges okkupierten Ländern. Im Vergleich zu ihnen hat er einerseits nichts verloren: keine Heimat (dazu hatte er schon zu viele Ortswechsel hinter sich) und keine Habe (seine jüdisch-stämmigen Eltern sind auch in Schweden unternehmerisch erfolgreich) andererseits setzt er aber auch nichts aufs Spiel, zeigt sich weder im künstlerischen noch im politischen Sinne sonderlich engagiert. Immer wieder fühlt sich nutzlos in seinen Beziehungen und in seiner künstlerischen Arbeit - besonders wenn er sich mit denen vergleicht, die sich für ihre Ideale oder andere Menschen einsetzen. Am ehesten scheint ihm die Flucht vor diesen Selbstzweifeln zu gelingen, als er sich als Waldarbeiter verdingt und sich in der abgelegenen Winterlandschaft mit riesigen Baumstämmen abmüht. Doch auch hier erweist er sich letztlich als Fremder: Welten trennen ihn von den einheimischen Holzfällern.
Nach dem Ende des Krieges stellt sich die Frage nach der Zugehörigkeit noch eindringlicher: "Zu wem gehörte ich jetzt, als Lebender, als Überlebender ... gehörte ich nicht eher zu den Mördern und Henkern. Hatte ich diese Welt nicht geduldet, hatte ich mich nicht abgewandt..."
Die vermeintlich wiedergewonnene Freiheit erweist sich zunächst als große Leere: "...mein Leben war nutzlos, ich hatte nicht einmal etwas verloren, weil ich nie etwas besessen hatte, ich konnte keine Wunden, keine Narben aufweisen, weil ich an keinem Kampf teilgenommen hatte, ich hatte nichts zu berichten, weil mir nichts widerfahren war..."
Das Buch endet allerdings nicht mit dieser bitteren Bilanz sondern mit der Schilderung eines Paris-Aufenthalts im Frühjahr 1947, bei dem der Erzähler offenbar wieder Boden unter die Füße bekommt und die hinter ihm liegende Lebensphase abschließen kann. Diesen Umschwung kurz vor Schluss kann ich als Leser zwar nicht so ganz nachvollziehen, aber wenn das Buch autobiografisch ist, wird's für ihn schon so gewesen sein...
Für mich als einen, der bis dato nichts von Peter Weiss und nur einiges über ihn gelesen hatte, war diese Lektüre jedenfalls eher eine angenehme Überraschung.
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