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Flucht aus Lager 14: Die Geschichte des Shin Dong-hyuk, der im nordkoreanischen Gulag geboren wurde und entkam - Ein SPIEGEL-Buch [Gebundene Ausgabe]

Blaine Harden , Udo Rennert
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (50 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

10. September 2012
Ein erschütternder Bericht aus der Hölle Nordkorea

Das diktatorisch regierte Nordkorea ist fast völlig isoliert, aggressiv und bettelarm. Und es hält rund 150.000 seiner Bürger in Lagern gefangen, die vergleichbar sind mit NS-Konzentrationslagern oder dem Gulag. Da die Lager seit Jahrzehnten existieren, gibt es inzwischen Tausende, die dort aufgewachsen sind. Einer von ihnen ist Shin Dong-hyuk.

Blaine Harden erzählt die Geschichte des 1982 im sogenannten Lager 14 geborenen Shin, der bis zu seiner Flucht nie etwas anderes kennengelernt hatte als die grausame und primitive Lagerwelt. Menschlichkeit, Vertrauen, Wärme, Zuneigung und jegliche Errungenschaften der Zivilisation waren ihm unbekannt, Hunger, Misstrauen und brutale Züchtigungen hingegen Alltag. Shins Zeugenbericht gibt einen tiefen Einblick in die unmenschlichen Lebensverhältnisse, die in dieser Lagerhölle herrschen, und schildert das berührende Schicksal eines jungen Mannes, dem wie durch ein Wunder die Flucht in die Freiheit gelang.


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Flucht aus Lager 14: Die Geschichte des Shin Dong-hyuk, der im nordkoreanischen Gulag geboren wurde und entkam - Ein SPIEGEL-Buch + Lasst mich eure Stimme sein! Sechs Jahre in Nordkoreas Arbeitslagern + Die Tränen meiner Seele
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Hardens Buch ist ein notwendiges Dokument gegen die Gleichgültigkeit.« (WELT ONLINE, 20.09.2012)

»Sie erzogen uns von Geburt an so, dass wir zu normalen menschlichen Gefühlen nicht im Stande waren. Jetzt, da ich draußen bin, lerne ich, Gefühle zu haben.« (Shin Dong-hyuk)

»Das Überleben von Shin Dong-hyuk trotz aller Widrigkeiten und insbesondere seine Flucht gleichem einem großen Wunder und machen seine Geschichte so unglaublich und gleichsam wertvoll, sodass sie erzählt und in die Welt hinausgetragen werden muss.« (literaturmarkt.info, 08.10.2012)

Über den Autor

Blaine Harden, geboren 1952, ist Autor des »Economist«. Zuvor war er Korrespondent der »Washington Post« in Asien, Osteuropa und Afrika und arbeitete eine Zeitlang für die »New York Times«. Er veröffentlichte bereits zwei Bücher, darunter eines über Afrika.

Shin Dong-hyuk, geboren 1982 im Lager 14, lebt heute in Seoul.

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch 27. November 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Buch “Flucht aus Lager 14” ist das Resultat jahrelanger journalistischer Recherchen. Es ist sachlich und in keiner Weise reißerisch oder sensationslüstern geschrieben. Wen in jeglicher Beziehung ungewöhnliche Lebenswege interessieren, dem sei dieses Buch empfohlen. Geschickt webt der Autor die Ereignisse des Shin Dong-hyuk mit nordkoreanischem Hintergrundwissen zu einem Geflecht, das einerseits das Geschriebene besser verständlich macht und andererseits den Kopf über das “System” Nordkorea bis zum Erbrechen ungläubig schütteln lässt.
Es gibt zwingende Gründe, das Geschilderte des Shin Dong-hyuk nicht anzuzweifeln. Der amerikanische Journalist Blaine Harden interviewte den ehemaligen Gefangenen eines nordkoreanischen Straflagers lange und ausführlich. Er ließ die niedergeschriebenen Geschehnisse von Amnesty International, anderen mit dem Thema Nordkorea betrauten südkoreanischen Organisationen und einst in nordkoreanischen Straflagern gehaltenen Gefangenen und Wärtern überprüfen – mit dem Resultat, dass die Geschichte absolut glaubhaft ist. Es galt diese Geschichte genauer zu durchleuchten, denn erstmals gelang es einem Gefangenen sich eines nordkoreanischen Gulags, obendrein eines des am brutalsten geführten, durch Flucht zu entziehen.
Er hat nichts verbrochen in seinem jungen Leben, dieser Shin Dong-hyuk. Er wurde lediglich als Ergebnis einer Belohnungsehe im Lager gezeugt und in dieses hineingeboren. Brutale Aufseher, Lügen, der Zwang zu denunzieren und andauernder Hunger sind alsdann Wegbegleiter des jungen, hoffnungslosen Lebens. Shin hasst seine Eltern, verrät die Fluchtpläne seiner Mutter und seines Bruders. Dafür wird er auch noch brutal gefoltert und muss letztendlich der Hinrichtung von Mutter und Bruder zusehen. Selbst hier findet er nichts dabei, Trauergefühle sind ihm fremd und beide haben in seiner verkrüppelten Gefühlswelt den Tod verdient.
Shin weiß nichts von der Außenwelt, was sich paradoxerweise noch als Glück erweist. Sehnsüchte nach einer anderen, besseren Welt sind ihm daher fremd. Bis er Park kennenlernt, der ihm als ehemaliger Elitebürger dieses korrupten “Systems” und jetzt selbst Gefangener vom Leben hinter dem mit Selbstschussanlagen gesicherten Zaun erzählt. Shin verzichtet erstmals zu denunzieren, liebt er doch zu sehr die Geschichten, besonders die über gutes Essen. Shin und Park beschließen zu fliehen. Aber nur Shin gelingt die Flucht, begünstigt durch außergewöhnlich glückliche Umstände. Park überwindet die Selbstschussanlagen nicht und stirbt. Eine weitere Odyssee von mehreren Jahren bringt Shin am Ende über China nach Südkorea.
Happy End? Von wegen! Als Shins Verhörprotokolle der südkoreanischen Behörden in Buchform herausgegeben werden, interessieren sich nur wenige dafür; die Resonanz unter den Südkoreanern ist gering. Diese haben in ihrem hochkapitalistischen Südkorea andere Fokussierungen: arbeiten und Geld verdienen. Die südkoreanische Gesellschaft ist eine der am meist gestressten weltweit und hat kein besonderes Interesse am Schicksal nordkoreanischer und in deren Augen meist ungebildeter Flüchtlinge.
Die Geschichte des Shin geht weiter – in den USA. Sie erscheint in der amerikanischen Presse und eine Hilfsorganisation bietet Shin an, für sie in den USA tätig zu werden. Menschen, die es gut mit ihm meinen, nehmen sich seiner an. Ihm fällt es jedoch schwer, strukturiert und systematisch zu arbeiten. Er lebt jetzt in den USA. Mal abwarten, ob man irgendwann über den Shin Dong-hyuk liest, dass er Fuß gefasst hat in seinem neuen Leben.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen! 24. Februar 2013
Von Irrlicht
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch möchte ich hiermit allen ans Herz legen, die sich für das aktuelle Weltgeschehen interessieren. Flucht aus Lager 14 ist ein wertvoller und informativer Zeugenbericht eines Nordkoreaners über die Existenz der Zwangsarbeiterlager, welchen noch mehr globale Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Das Buch bietet einen guten Einblick in ein Land, welches sich durch eine despotische Regierung, eine katastrophale Wirtschaft und die permanente Missachtung jeglicher Menschenrechte auszeichnet.
Verfasst wurde es von dem amerikanischen Journalisten Blaine Harden, der die Lebensgeschichte des Nordkoreaners Shin Dong-hyuk erzählt.

Zum Inhalt:
Shin Dong-hyuk kam 1982 im Lager 14 zur Welt. Hier wuchs er auf, abgeschottet von der Außenwelt, umgeben von einem Hochspannungszaun und unter strengster Bewachung durch rücksichtlose, gewalttätige Wärter.

Im ersten Teil des Buches wird beschrieben, welche Erfahrungen Shin in seiner Kindheit und im Jugendalter macht und wie der Arbeitsalltag der Häftlinge strukturiert ist. Die Erzählungen werden immer wieder von gut recherchierten Fakten zu den einzelnen Themen, wie bspw. das Lagersystem, die Regierung und das Militär, ergänzt.
Das Zwangsarbeiterlager Nr. 14 ist ein „Bezirk unter absolute Kontrolle“ mit besonders brutalen Arbeitsbedingungen. Hier führen verschiedene Faktoren wie Krankheiten, Hunger und vor allem die schwere Arbeit in Fabriken, Bergwerken oder landwirtschaftlichen Betrieben in der Regel zu einem vorzeitigen Tod der Häftlinge. Ohne, dass jemals eine Anklage oder ein Gerichtsverfahren stattfindet. Nur die Wenigsten werden wieder in die Freiheit entlassen.
Die Existenz dieser Arbeitslager nördlich der Hauptstadt Pjöngjang wird von der nordkoreanischen Regierung allerdings dementiert. Doch diese sind mittels Google-Earth innerhalb der zerklüfteten Berge Nordkoreas sehr gut erkennbar. Schätzungsweise 150 000 bis 200 000 Gefangene leben in diesen Lagern, ihre Zahl ist steigend.

Shins Eltern lernten sich im Lager kennen. Beide wurden gefangen genommen, nachdem Angehörige bei ihren Fluchtplänen aus dem Land aufgeflogen waren.
Ein „normales“ Familienleben kennt Shin zu jener Zeit nicht. In seiner Mutter sieht Shin lediglich eine Konkurrentin im täglichen Kampf um ausreichend Essen. Sein Vater schenkt ihm keinerlei Aufmerksamkeit und sein Bruder bleibt ihm nahezu unbekannt. Aufgrund dessen ist ihm die Bedeutung der Wörter „Liebe“, „Mitgefühl“ und „Familie“ völlig unbekannt. Ebenso das Wissen um eine Welt außerhalb des Lagers. Die Schule, welche er besucht, dient nur dazu, die Kinder mittels Gehirnwäsche zu fleißigen Arbeitersklaven zu machen. Die Gefangenen untereinander befinden sich im ständigen Misstrauen, gegenseitiger Denunziation und Misshandlung. Doch Shin akzeptiert die Werte, Regeln und drakonischen Strafen der Wärter, sie sind sein Zuhause. Die harte Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gehört zum normalen Alltag der Kinder und Erwachsenen.

Eine besonders einprägsame Erfahrung ist für Shin der Tag, an dem seine Mutter und sein Bruder in seinem Beisein ermordet werden. Dieser Vorfall und die Gründe hierfür verfolgen Shin noch heute. In der langen Zeit der Gefangenschaft entkommt Shin oftmals nur knapp dem Tod.

Im Alter von 23 Jahren gelingt Shin durch großes Glück die Flucht. Und bis heute ist er der Einzige, dem die Flucht aus Lager 14 gelang, da es sich um das am stärksten bewachte Lager handelt.
Erst im Jahr 2004 dachte Shin das erste Mal überhaupt daran, zu fliehen. Ein neuer Häftling, Park Yong Chul, schaffte es, mit seinen Erzählungen von der Welt außerhalb des Lagers Shin zu beeindrucken.
"Plötzlich verstand er, wo er war und was ihm fehlte. Das Lager 14 war nicht länger sein Zuhause. Es war ein scheußlicher Käfig." (S. 139)

Die zweite Hälfte des Buches handelt schließlich davon, wie sich Shin in den folgenden Monaten bis nach China und Südkorea durchschlug - und was in den Jahren nach seiner Flucht geschah.

Meine Meinung zum Buch:
Der Erfahrungsbericht hat mich sehr gefesselt. Die Schilderungen des jungen Shin Dong-hyuk haben mich sowohl traurig als auch wütend gemacht, während des Lesens schüttelte ich oft den Kopf, schockiert von den zahllosen unfassbaren Vorkommnisse wie Folter und Quälerei, sexuellem Missbrauch und weiteren unmenschlichen Bedingungen in diesen Arbeitslagern.
Es ist kein Wunder, dass Shin heute, wie er selbst sagt, dem Lager zwar physisch entkommen konnte, aber psychisch noch immer ein Gefangener ist.

Sehr gut finde ich den Anhang, welcher informative Kartenausschnitte zu Nordkorea und Shins nachgezeichneten Fluchtweg enthält. Zusätzlich sind hier die 10 Gesetze des Lagers 14, nach welchen Shin lebte, aufgeführt. Im Innenteil des Buches finden sich zudem einige eindrucksvolle Fotos und Zeichnungen.

Für mich persönlich ist es eines der wichtigsten Bücher, das ich je gelesen habe und es hat mich ein wenig enttäuscht, dass es nicht mehr Beachtung durch die Medien erfahren hat und in meinem Buchhandel nur im hintersten Regal zu finden ist.
Zurück bleibt nun ein Gefühl der Hilflosigkeit und der Wunsch, etwas zu bewegen bzw. dass die internationale Politik diesem Terror endlich ein Ende bereitet. Doch es ist klar, dass sich dies nicht so einfach umsetzen lässt.
Der Vorsitzende der Washington Post Company äußerte sich zu diesem Fall folgendermaßen: „Skandalös“ seien nicht nur die Zustände in Nordkorea, sondern auch „die Gleichgültigkeit der Welt gegenüber der Existenz der Zwangsarbeiterlager in Nordkorea.“
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gromperekaefer TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dass es in Nordkorea Gefangenenlager gibt, dürfte den Meisten bekannt gewesen sein. Wie es drinnen zugeht allerdings den wenigsten. Nun, die Lage sieht hier ähnlich duster aus als in den Konzentrationslagern der Nazizeit oder den Gulags der Sowjetunion. Gewalt, harte Arbeit sowie mangelnde Ernährung ist das Stlandard-Programm. Bei der Biographie des Flüchtlings Shin handelt es sich zudem um eine Person, welche im Lager zur Welt kam, also welche vor seiner Flucht keine Erfahrung in der Aussenwelt besass. Die Schuld seiner Einsperrung beruhte dabei lediglich auf dem Faktum Mitglied einer Familie zu sein. Seine beiden Onkel flüchteten während des Koreakonflikts nach dem Süden. Daraufhin wurden seine Eltwern verhaftet, Shin kam im Lager zur Welt und war somit automatisch verurteilt. Die Umstände im Lager brachten mit sich dass Shin wenig Fürsorge seitens seiner Eltern erhielt, somite in dauerndes Misstrauen zwischen den Familienmitgliedern bestand, welches darin gipfelte dass Shin später seine Mutter sowie seinen Bruder verriet. Die Erziehung bzw. Umerziehung im Lager verlief im Sinne der totalen Unterordnung unter die Wächter, sowie in einer gegenseitigen Kontrolle, welches die Menschen gefügsam, gefühllos und misstrauisch werden liess. Als Lager-Geborener durchlief Shin zudem die interne Erziehungsanstalt, welche brutal und rudimentär ablief. So wurde den "Schülern" lediglich Addieren, Sustrahieren und ganz elementäre sprachliche Kenntnisse beigebracht. Von der Aussenwelt, Geographie, Kultur, usw. Wurde man im Dunkeln belassen.

Akribisch hat der Autor diese Entwicklungsstufen in Shins Leben durchkämmt, wobei er nach dem Lagerleben später seine Flucht schildert, seine Ankunft in Südkorea und den USA, sowie seine Schwierigkeiten sich im Freien anzupassen. Psychisch wird Shin jeweils von seiner Vergangenheit eingeholt, welche ihm ein normales Leben erschwert.

Neben Shins Lebensetappen erfährt der Leser Vieles über die Zustände in Nordkorea, die Armut des Grossteils der Bevölkerung, die Ausbeutung durch eine Elite, welche ein kommunistisch-feudales System aufrecht erhält. Andersdenkende werden ausgeschaltet (durch Wegsperrung einschliesslich der Familienmitglieder). Man erhält ebenfalls Einblick in das Verhalten der Nachbarländer, welche eine Balance zwischen Kritik und Geben ausüben (China, Südkorea, USA), sich der Lage in diesem Land bewusst sind, das Ganze aber lieber in einer Status-Quo-Situation belassen.

In Westeuropa besteht die Tendenz ständig mit dem Finger auf die Nazi-Vergangenheit zu zeigen. Dabei werden Missstände in anderen Staaten (Sowjetunion, Kambodscha, Nordkorea,...) übergangen, verharmlost oder totgeschwiegen, obschon diese ebenso unmenschlich sind und zudem noch andauern. Hier gilt es international die Hebel anzusetzen. Leider scheint die Welt gieriger nach Profitsucht zu sein als nach einem friedlichen Miteinanderleben. Insofern scheint für Nordkorea die Auflösung der Gefangenenlager eher durch den Zusammenbruch des Regierungssystems möglich zu sein.

Ein Buch, welches aufklärend und aufrüttelnd zugleich ist.
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