Zur Abwechslung mal kein Kommissar als Krimiheld, sondern ein Kunstdieb. Und dieser Harry Oldenburg ist ein recht sympathischer Typ. Achtzehn Jahre nach seinem nächtlichen Coup im Noldemuseum kehrt er an die Nordsee zurück, um sich auf die Suche nach einem Bild zu machen, dass er damals nach seiner hektischen Flucht über die Nordseeinseln auf Amrum zurücklassen musste. Diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind äußerst gelungen und machen das Buch so spannend.
Bei seiner damaligen Flucht geriet der verkrachte Kunststudent von einer gefährlichen und häufig auch komischen Situation in die nächste. Nicht nur der kleinste Kommissar Norddeutschlands, ein versoffener Fährmann und Leuchtturmmaler, auch die Damenwelt war Harry Oldenburg auf den Fersen. Dabei gelingen dem Autor Krischan Koch herrlich schräge Typen, eine stimmungsvolle Nordseeatmosphäre und fast slapstickartige Verfolgungsjagden.
Die Balance zwischen Komik und Spannung, zwischen herrlich verkorksten Liebesszenen und auch ein bisschen Grusel stimmt. Gleich nach der köstlich beschriebenen Sylter Schicki-Party geht Koch mit uns bei meterhohen Wellen auf eine Kutterfahrt, die böse ausgeht. So ganz nebenbei gibt das Buch Einblicke in die Kunst- und Galeristenszene ' und in das nordfriesische Inselleben. Eine klare Leseempfehlung für Nordseefans und Kunstliebhaber. Und für alle die schwarze Krimikomödien mögen.