Ganz unterschiedliche Menschen und Schicksale treffen sich an der Grenze des von China besetzten Tibets, im Niemandsland, im Schnee, bei klirrender Kälte: Die einen, Kinder mit armen Eltern oder einem gewalttätigen Vater, ein Mönch, der dem Dalai Lama nicht abschwören will, ein ehemaliger unfreiwilliger Helfershelfer der chinesischen Besetzer, mit dem allernötigsten Material und ohne Medikamente der Kälte und den Übergriffen der chinesischen Soldaten ausgesetzt; und auf der anderen Seite ein europäisches Fernsehteam, bestehend aus der Autorin selbst und ihrem Freund, einigen im Exil lebenden Tibetern, einem amerikanischen Kameramann und anderen Helfern, nach westlichen Standards für eine Bergwanderung ausgerüstet, im schlimmsten Fall von der Ausweisung und dem Scheitern des Projekts bedroht. Die Vorgeschichten sind so unterschiedlich wie am Ende dennoch alles stimmig ineinander zusammenläuft.
Maria Blumencron gibt in ihrer authentischen Erzählung dem tausendfachen Leid des tibetischen Volkes, das von der Weltgemeinschaft und westlichen Politikern weitgehend ignoriert wird, lebendige Gesichter (nicht nur durch den beigegebenen Bildteil), versucht diesem organisierten Völkermord Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Ihren engagierten Beitrag zur Befreiung Tibets, der sich vor allem den Einzelschicksalen der Flüchtlinge widmet, lockert die Autorin immer wieder durch anekdotenhafte Einschübe über ihre eigenen Vorbereitungen auf. Diese Unterbrechungen sind gewollt, sie verhindern ein Abdriften in die Resignation.
Wie in ihrem neueren Buch, der wahren Geschichte vom "Wunder von St. Petersburg" geht es Maria Blumencron darum, zu zeigen, daß es im Leben immer eine Perspektive gibt, daß der Kampf für das eigene Leben und bessere Umstände sich lohnt.