Aus der Amazon.de-Redaktion
Als David versucht, in die coole Clique zu kommen, in der sich sein Freund Scott gerade einen Platz erkämpft, wird er in eine üble Geschichte verwickelt. Die Jungs überfallen die alte Mrs. Bayfield, werfen sie mit ihrem Schaukelstuhl um und klauen ihren Schlangenstock. David steht zwar nur dabei, aber er ist es, den die alte Frau mit einem Fluch belegt. Und von da an geht für David alles schief: Sein Freund Scott wendet sich von ihm ab, mit seiner Angebeteten kommt er nicht weiter, und sogar sein kleiner Bruder, der ihn immer vergöttert hat, hasst ihn mit einem Mal. Aber das Gruseligste: Alles, was die Jungs Mrs. Bayfield angetan haben, scheint sich nun an David zu wiederholen! Ist die alte Frau wirklich eine Hexe? Und hat David eine Chance gegen ihren Fluch? Oder wird sie - wie alle sagen - sein Gesicht stehlen und es in ihr Wohnzimmer hängen?
Während alles immer schlimmer wird, findet David jedoch auch neue Freunde. Und schließlich stellt er sich dem Fluch, den coolen Jungs und sogar der vermeintlichen Hexe. Und dabei findet er Erstaunliches heraus: über Mrs Bayfield, über das Mädchen, das er mag - aber vor allem über sich selbst.
Durch seinen Bestseller Löcher ist Louis Sachar weltweit bekannt geworden. Sein neues wunderbares Buch kann alle trösten und zum Lachen bringen, die mit dem Fluch der Pubertät zu kämpfen haben. Aber auch Erwachsene werden jede Menge Spaß haben an dieser Geschichte voller Witz, köstlicher Ideen und skurriler Charaktere. --Gabi Neumayer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Neue Zürcher Zeitung
Skurrile Frauenfiguren nicht nur für die Kinderphantasie
Bis zu welchem Alter kann man Kindern vorlesen? Sicher ist nur, dass die interaktiven Möglichkeiten, die im Vorlesen stecken, Autorinnen und Autoren dazu animieren, beim Schreiben auch von lockerer Kinderunterhaltung erwachsene Vor- und Mitleser ganz ungeniert mitzuberücksichtigen (bei Filmen nennt man das «Familienunterhaltung»). So finden sich etwa in zwei jüngst auf Deutsch erschienenen amerikanischen Kinderbüchern die Kinder wie die Erwachsenen mit deutlichen ironischen Brechungen gespiegelt. In beiden Fällen sind es zudem skurrile Frauenfiguren, welche die Phantasie ganz normaler, braver kindlicher Helden zum Blühen bringen und auch Erwachsene aufs Schönste verunsichern. Der Tag, an dem Tante Sally kam, um eine Woche lang auf sie aufzupassen, bleibt Melissa, Amanda und Frank in bester Erinnerung. Denn diese Tante Sally in Polly Horvaths Buch «Die Trolle» ist so etwas wie ein gut gehütetes Familiengeheimnis, das am besten nie erwähnt wird. Doch nun ist sie da, samt ihren seltsamen Schuhen mit den dicken Sohlen, samt ihrer toupierten Haarpracht und der vielen Schminke im Gesicht. Und schon bald lernen die drei Kinder ihre Tante von der besten Seite kennen: Sally kann nämlich nicht nur unglaublich spannend erzählen, ihre Geschichten stammen dazu aus einer Zeit, als Papa Kind war. Bald wissen die Kinder über die wildesten und seltsamsten Begebenheiten Bescheid, die sich damals abgespielt haben. Und sie lernen nach und nach die Familie kennen, die ihr Papa so hartnäckig verleugnet. Es wird nie ganz klar, ob Tante Sally sich die Geschichten vielleicht alle nur ausdenkt. Doch der Familienclan, den Tante Sally auferstehen lässt, ist so wunderbar absonderlich, dass man einfach möchte, dass es ihn gibt. Das Leben ist schliesslich schon normal genug. In Louis Sachars «Der Fluch des David Ballinger» können sich Kinder und Erwachsene in den vorpubertären Protagonisten wiedererkennen. Denn das Verhalten von David und seinen Freunden trägt starke erwachsene Züge, besonders was die psychologische Analyse betrifft. Es ist allein der Wunsch nach Anerkennung, der David Ballinger dazu bringt, mitzumachen, als ein paar Rüpel aus seiner Klasse einer seltsamen alten Frau die zweifellos eine Hexe sein muss den Spazierstock klauen, sie umstossen, ihr Limonade ins Gesicht kippen und eines ihrer Fenster einschlagen. Zu Davids Pech ruft die alte Mrs. Bayfield gerade ihm eine Art Fluch nach, der sich in seinem Kopf festsetzt. Als ihm in der Folge eine Reihe von Missgeschicken passiert, ist er sicher, dass der Fluch zu wirken beginnt. Vor lauter schlechtem Gewissen wäre David sogar fast froh über diesen Fluch würde er nicht eine sich anbahnende Romanze gefährden. Spielerisch leicht erzählt kommt das zunächst daher. Doch dann versucht der Autor, die Phantasie der Leserschaft, die er wachgerufen, auf plumpe Art wieder loszuwerden: mit einem moralisch korrekten Happy End, das aus den vormals schimmernden Figuren blasse Gestalten macht. Gerda Wurzenberger
Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Wenn man bei Roger, Scott und Randy dazugehören will, muss man cool sein. Trotzdem war es eine blöde Idee der alten merkwürdigen Mrs Bayfield einen Besuch abzustatten. Ausgerechnet David bleibt nach der Attacke auf Mrs Bayfield als Letzter zurück. Und ausgerechnet ihm murmelt die alte Mrs Bayfield etwas hinterher, was sich anhört, wie ein Fluch. Er soll anscheinend dasselbe erleben, was die alte Dame, dank seiner Hilfe, durchmachen musste. Denn wie ist es sonst zu erklären, dass ihm neuerdings jeden Tag irgendwelche Peinlichkeiten passieren, die an die Geschehnisse bei Mrs Bayfield erinnern? Die Clique hatte dafür gesorgt, dass Mrs Bayfield aus dem Schaukelstuhl kippte David kippt mitten im Unterricht vom Stuhl. Für einen Augenblick sah David Mrs Bayfields rot gerüschte Unterhose David rutscht ausgerechnet vor Tori, mit der er gern zusammen wäre, die Hose herunter. Muss er jetzt mit der Tatsache leben, dass seine ehemaligen Freunde ihn schneiden, dass Mädchen über ihn kichern und dass sein kleiner Bruder sich seiner schämt? Immerhin halten Mo und Larry zu ihm. Und komischerweise Tori. Tori: Sie hat manchmal so ein irritierendes Lächeln um die Augen, wenn von der unheimlichen Mrs Bayfield die Rede ist. Er muss noch einmal mit Mrs Bayfield reden - und sich entschuldigen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Der Verlag über das Buch
Endlich mal wieder ein richtiger Schmöker! Die Märkische Allgemeine
Der Autor schafft es, ein wichtiges Thema mit großer Leichtigkeit und Witz so zu erzählen, das ein kurzweiliges Lesevergnügen garantiert ist. Buchprofile
Mit viel Wärme und Humor beschreibt der Autor in einer wunderbaren Sprache mit meisterhaften Dialogen die Geschichte des liebenswerten Helden. Die ungewöhnlich originelle Handlung trägt bei zu einem ganz besonderen Lesevergnügen Kirchenbote
Freundschaft, erste Liebe, Unsicherheit, komisch und originell verschnürt, das dürfte Jugendliche packen Buchmarkt -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Über den Autor
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
wie sie ihn angelächelt hatte. Er sah sie noch immer vor sich mit ihrem grünen Stirnband, den blauen Shorts und
den roten Schuhen. Es gab ihm einen kurzen Stich, als ihm einfiel, dass auch Mrs. Bayfield rote Turnschuhe getragen hatte.
Als es zur nächsten Stunde läutete, war er noch nicht fer-tig angezogen. Er beeilte sich, seine Schuhe zuzubinden, stopfte das Sportzeug in sein Fach und rannte los. Er hatte noch eine Stunde, seine Spanisch-AG.
"Buenas tardes, David", grüßte ihn Mrs. Gutiérrez, als er zu spät in die Klasse kam. Mrs. Gutiérrez sprach seinen Namen grundsätzlich spanisch aus, mit langem i und mit der Betonung auf der zweiten Silbe.
"Buenas tardes, señora", antwortete er.
Ihm fiel auf, dass tarde auf Spanisch "Nachmittag" bedeutete, aber gleichzeitig auch "spät". Obwohl Mrs. Gutiérrez ihn also nur begrüßt hatte, kam es ihm so vor, als hätte sie ihm durch die Blume zu verstehen gegeben, dass er zu spät kam.
"David", flüsterte Mrs. Gutiérrez laut. Sie winkte ihn mit dem Zeigefinger zu sich.
"Ja bitte?", fragte er, während er nach vorn ging.
"Komm bitte", flüsterte sie. Jetzt winkte sie schon mit der ganzen Hand.
Er hörte ein paar Schüler kichern, also setzte er ein Lächeln auf. Leslie Gilroy war auch in der Arbeitsgemeinschaft. Er vermied es sie anzusehen.
Nun stand er vor Mrs. Gutiérrez' Pult. "Sí, señora", sagte er. Er hatte Gerüchte gehört, dass Mrs. Gutiérrez Richterin gewesen war in El Salvador oder Nicaragua oder einem anderen dieser Länder und dass sie mitten in der Nacht flüchten musste, um sich vor den Sandinisten oder den Contras oder wem auch immer in Sicherheit zu bringen.
"David", sagte sie, "du musst deinen - äh, ich meine deinen -" Sie hatte offenbar Mühe, das richtige Wort zu finden.
Ihre Armreifen klirrten, als sie mit den Armen in der Luft wedelte.
"Meinen was?", fragte er. "Qué pasa?"
Sie lächelte über sein Spanisch. "Su cremallera", sagte sie. "Comprende?"
Er schüttelte den Kopf. Er hatte keine Ahnung, was eine cremallera sein mochte. Vielleicht ging es doch ums Zuspätkommen. "Ich werde mich bemühen, in Zukunft pünktlich zu sein", sagte er.
Es war, als schaute sie durch ihn hindurch. Auf einmal leuchteten ihre Augen auf. Sie wusste das Wort wieder. "Dein Reißschluss ist unten."
David hatte noch immer keinen Schimmer, wovon sie eigentlich redete. "Mein was ist unten?"
Im selben Moment wurde er knallrot. Er hatte kapiert: Reißverschluss hatte sie gemeint. So unauffällig wie möglich zog er den Reißverschluss an seiner Hose hoch.
"Gracias", sagte Mrs. Gutiérrez.
Hinter ihm lachten alle hysterisch.
David ging an seinen Platz zurück. Er versuchte niemanden anzuschauen.
Er überlegte, wer außer Mrs. Gutiérrez es gesehen haben mochte. Andererseits - was gab es da schon zu sehen? Seine Unterhose. Na und? Ob Leslie was gesehen hatte? Spielte aber auch keine Rolle, auf jeden Fall würde sie sagen, sie hätte was gesehen.
Und wenn schon. Es war ihm doch egal, was Leslie oder sonst wer über ihn sagte.
Als es endlich läutete, ging er schnell nach draußen, aber auch nicht so schnell, dass die anderen erst recht geguckt hätten.
Jemand tippte ihm auf die Schulter. Er drehte sich um.
"Du und deine Freunde, ihr haltet euch für obercool", sagte Larry Clarksdale, der wie immer seine blaue Sonnenbrille aufhatte. "Aber wenigstens renne ich nicht mit offener cremallera herum."
David erinnerte sich daran, wie Scott und Randy Larry gestern verscheucht hatten, damit Roger auf der Toilette rauchen konnte.
"Ich dusche vielleicht warm, aber meine Hose ist wenigstens zu", gab Larry noch eins drauf.
"Ich hab nicht Warmduscher zu dir gesagt", sagte David.
"Aber deine Freunde."
"Das sind nicht meine Freunde", widersprach David.
"Ach nein?"
"Nein."
"Aha", sagte Larry. "Also, wenn du mich fragst: Ich finde, es sind Arschlöcher, alle beide."
David drehte sich um und ging in Richtung Schließfach. Dann merkte er, dass Larry neben ihm herlief.
"Eigentlich konnte keiner was sehen", fing Larry an. "Du hast doch die ganze Zeit mit dem Rücken zur Klasse gestanden."
"Mrs. Gutiérrez hat es gesehen", sagte David.
"Die zählt nicht. Die kommt aus Südamerika."
"Na und?"
"Da ist das anders. Da rennen die Leute ständig nackt rum."
"Woher willst du das wissen?"
"Ich hab mal da gelebt. In Venezuela. Als ich acht war. Da hab ich ständig nackte Leute gesehen, Jungen und Mädchen." Er zuckte mit den Achseln. "Das war nichts Besonderes. Man gewöhnt sich dran."
"Nackte Mädchen?", fragte David leise.
"Jede Menge", sagte Larry. "Wir selbst haben in einem amerikanischen Viertel gewohnt, wo die Leute normalerweise angezogen waren, aber wir sind viel durch die Gegend gefahren, und dann haben wir die Kinder gesehen. Bis sie zwölf oder dreizehn waren, sind die oft nackt rumgelaufen."
"Wow", sagte David.
Larry grinste ihn an. "Ich hab sogar Fotos", sagte er.
"Echt?", fragte David.
"Nicht von allen", sagte Larry. "So zehn vielleicht. Ich musste ja immer so tun, als würde ich die Landschaft fotografieren oder so. Schließlich waren meine Eltern dabei. Aber in Wirklichkeit hab ich nackte Mädchen geknipst."
David lachte.
"Ich war noch klein damals", sagte David. "Heute haut mich das auch nicht mehr um. Wenn man erst mal hundert nackte Mädchen gesehen hat, ist das alles nicht mehr so spannend."
"Klar", meinte David, als hätte er schon drei- oder vierhundert hinter sich.
"Wenn du willst, bring ich die Bilder mal mit", sagte Larry.
David zuckte mit den Achseln. "Meinetwegen", sagte David, so als würde er sie sich höchstens deswegen gern ansehen, weil er sich fürs Fotografieren interessierte.
"Okay, morgen."
"Okay", sagte David.
"Also dann."
"Ciao."
"Ciao, David."
David legte sein Spanischbuch in sein Fach. Mit den Hausaufgaben war er schon fertig, deshalb konnte er alle Bücher in der Schule lassen.
Er war schon halb zu Hause, als es ihn blitzartig durchfuhr: Ich habe Mrs. Bayfields Unterhose gesehen. Er blieb stehen.
"Sie hat mich wirklich verflucht", hörte er sich sagen. "Alles was ihr passiert ist, passiert mir jetzt auch."
Blödsinn, dachte er, mit Mrs. Bayfield hat das gar nichts zu tun. Wenn man es nach Sport eilig hat, kann man schnell mal den Reißverschluss vergessen.
Er glaubte nicht an Hexerei. Schließlich wollte er mal Wissenschaftler werden. Er wusste, dass es für alles eine logische wissenschaftliche Erklärung gab. Er glaubte nicht an Flüche, genauso wenig wie an Astrologie, Wahrsagerei oder dergleichen.
Sicher, einige der Dinge, die Mrs. Bayfield passiert waren, waren irgendwie auch ihm passiert, aber das war reiner Zufall. In einer Welt, in der ständig Millionen von Leuten Millionen Dinge passierten, musste es ab und zu solche Zuf&a