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Produktinformation
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Zum Auftakt der Geschichte begegnen wir wieder dem wilden Haufen von Abenteurern, der in einer erstaunlich detaillierten und furchtbar gefährlichen virtuellen Welt namens Otherland gefangen ist. Unter ihnen lauert unerkannt der brutale Serienmörder Dread, der versucht, an Informationen zu kommen, die ihm helfen sollen, die Meister seiner Gral-Bruderschaft zu stürzen. Die Gruppe folgt einem allgegenwärtigen Fluß von einer Welt zur anderen, außerstande, Offline zu gehen, und der zunehmend entsetzlichen Gewißheit ausgesetzt, daß alles in diesem angeblich virtuellen Ort allzu real ist. Währenddessen gewinnt Paul Jonas, eine unter Gedächnisschwund leidende (doch irgendwie zentrale) Figur, die sich auf der Flucht vor zwei düsteren Wesen befindet, auf seiner eigenen Flußfahrt à la Huckleberry Finn immer mehr von seinem Gedächnis zurück. Wie im ersten Roman ist jede neue Welt, in die die Figuren vordringen -- von der paläolithischen Eiszeit bis hin zu etwas, was dem Land Oz verdächtig nahekommt -- voll und ganz realisiert und völlig unberechenbar.
Williams ist ein Meister darin, dem Leser die Informationen häppchenweise vorzusetzen, was zwar frustrierend, aber doch spannend ist -- wie ein besonders gutes Computerspiel. Als die Gruppe auseinandergerissen wird und sich das Abenteuer dadurch weiter verzweigt, empfindet der Leser den Autor als einen Marionettenmeister und verfolgt einige unglaublich komplexe Informationsflüsse. Das Beste ist, einfach dran zu bleiben und Williams' geschickte Personenbeschreibungen, üppige Schilderungen und wildverzweigte Handlung zu genießen. Wenn Sie jemals eine Wildwasserfahrt gemacht haben, wird Ihnen das Gefühl bekannt vorkommen. --Therese Littleton -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Ich selbst kann die Vorwürfe über eine zu komplexe, zu schnelle Story nicht befürworten. Ja, die Geschichte ist schnell und teils sehr gestreckt, doch seien wir mal ehrlich: Wem es nach einem schönen und einfachen Hörspiel zum einschlafen verlangt, dem schlage ich vor doch mal bei TKKG, Benjamin Blümchen etc. nachzuschauen... ;-)
Band 4 (Meine Wertung 3 Sterne): Kann er leider nicht. Zwar bleibt die Geschichte spannend und Williams schafft es auf unvergleichliche Art die Unzahl von Handlungsfäden zusammen zu führen, alle Rätsel zu lösen und zu einem befriedigenden Ende zu kommen, aber insgesamt hat man hier tausend Seiten vor sich, die nur sehr selten an Band 3 heranreichen. Zwar gibt es einige Glanzpunkte, aber Williams hat den Großteil seiner Munition verschossen. Völlig unspektakulär und ein wenig an den Haaren herbeigezogen erscheint dann auch der Abgang des Oberschurken „Dread" und als danach noch einmal fast 200 Seiten Ausklang mit Rätsellösungen und Erklärungen anstehen, kann der Leser nur zu gut mit den Protagonisten mitempfinden, die sich immer wieder über Verzögerungen und endlose Palaver aufregen.
Zusammenfassung: Williams hat eine tolle Idee für eine Cyber-Fantasy-Geschichte. Er entwirft zahllose Handlungsebenen, die er geschickt und ohne Widersprüche miteinander verknüpft und am Ende zusammenführt, und verliert dabei fast nie den Überblick. Seine Charaktere sind meisterlich konstruiert, sie erhalten eine glaubhafte Vorgeschichte, und sehr eigene und stringente Charaktereigenschaften und sind vielleicht ein klein wenig zu sehr in Gut und Böse unterteilt (Die einzige Ausnahme ist hierbei der undurchsichtige Kunohara.). So weit so gut. Aber Williams, der mit „Der Drachenbeinthron" gezeigt hat, dass er riesige Plots beherrscht, übernimmt sich dieses Mal. Zu oft kommt die Handlung ins Stocken und wird langatmig, um nicht zu sagen langweilig. Im zweiten Band wird einem der Spaß am Lesen genommen, im dritten wieder aufgebaut und der vierte Band dümpelt dann leider nur noch im Kielwasser von Band drei vor sich hin. Auch wenn ich dicke Schmöker mag, wäre hier weniger mehr gewesen, auf drei Bände gekürzt, hätte Otherland sicher richtig Spaß gemacht. So aber kann ich dem Gesamtwerk nur drei Sterne geben.
Einerseits haben wir die Geschehnisse um die Hauptpersonen im Otherland Netzwerk, die fortgesetz werden. Die einzelnen Gruppen um z.B. Renie und !Xabbu, Orlando und Sam und den immer noch etwas mysteriösen Paul reisen von Simulation zu Simulation und suchen den Sinn oder einfach nur dem Weg nach draussen. Andererseits werden die Handlungsstränge an den verschiedenen Nebenschauplätzen, wie z.B. die "Abenteuer" der kleine Christabel, fortgesetz.
Dazu kommen noch einige neue Geschehnisse, wie ein scheinbar religös motivierter Mord in Australien, eine Darstellerin einer Kindersendung oder die Nachforschungen der Eltern von Sam und Orlando, die irgendwie mit dem grossen Ganzen zu tun haben müssen.
Also genug, um auch diese 800 Seiten zu füllen. Einige Handlungsstränge führen offensichtlich in eine Richtung und es entsteht so langsam ein Bild des Ganzen, bei einigen anderen steht man noch ziemlich im Dunkeln und erkennt wenige Zusammenhänge.
Insgesamt geht es auf jeden Fall, auch wenn meine Beschreibung oben recht trocken klingt, im gleichen genialen Schreibstil von Tad Williams weiter. Der Spannungsbogen ist unvermindert hoch und man wird sich kaum dagegen entscheiden können bald im Anschluss den dritten Teil der Serie zur Hand zu nehmen.
Fazit:
Alle, denen der erste Teil gefallen hat, werden den zweiten sowieso lesen, also ist ein Kaufempfehlung wohl überflüssig...
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