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Florenz und Bagdad: Eine westöstliche Geschichte des Blicks
 
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Florenz und Bagdad: Eine westöstliche Geschichte des Blicks [Gebundene Ausgabe]

Hans Belting
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 3 (25. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406570925
  • ISBN-13: 978-3406570926
  • Größe und/oder Gewicht: 24,6 x 18 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 106.893 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans Belting
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Westen und der Orient - Hans Beltings meisterhafter Kulturvergleich.

Wie und was wir sehen, ist in hohem Grade von der Kultur geprägt, in der wir leben. Eine Geschichte des Bildes ist daher unvollständig ohne eine Kulturgeschichte des Blicks. Hans Belting vergleicht in seinem neuen Buch den Blick der westlichen Welt, der im Florenz der Renaissance geboren wurde und völlig neuartige Bilder hervorbrachte, mit dem der islamischen Welt. Innerhalb dieser spielte Bagdad als kulturelles Zentrum auch für die Kunst des Westens eine entscheidende, bisher jedoch kaum bekannte Rolle. Der perspektivische Blick war eine der aufsehenerregendsten Entdeckungen der Renaissance und bewirkte den größten Einschnitt in der Geschichte der westlichen Kunst. Das perspektivische Bild ist heute allgegenwärtig und wird in die ganze Welt exportiert. Seine Dominanz läßt jedoch vergessen, daß es keineswegs unser natürliches Sehen abbildet. Die islamische Welt kennt einen gänzlich anderen Blick, den ihre Kunst widerspiegelt: einen überpersönlichen Blick, der nicht an einen bestimmten Standpunkt in der Welt gebunden ist. Belting beleuchtet hier auch das Bilderverbot des Islam, denn es tabuisiert schon das bloße Ansehen von Bildern. Aus diesen Voraussetzungen erschließt er die Kunst des Islam, ihre Buchmalerei, ihre Ornamentik und die Rolle der Kalligraphie, auf überraschende und fesselnde Weise neu. Die Erfindung der Perspektive im Westen verdankt sich allerdings einer Entdeckung, die man in der arabischen Welt schon Jahrhunderte vor der Renaissance gemacht hatte: Inmitten einer bilderlosen Kultur entwickelte der Mathematiker Alhazen eine optische Theorie, die die Voraussetzungen für die westliche Perspektivmalerei schuf. Wieso die islamische Kunst aus dieser Entdeckung andere Konsequenzen zog als der Westen, erklärt Belting aus ihren religiösen, kulturellen und wissenschaftlichen Kontexten. Sein Buch bietet einen souveränen Vergleich zwischen der arabischen und der westlichen Kultur, der uns auch die Augen neu öffnet für die Bilder, von denen wir seit Beginn der Neuzeit umgeben sind.

Über den Autor

Hans Belting leitete von 2004 bis 2007 das Internationale Forschungszentrum für Kulturwissenschaften in Wien. Er lehrte bis 2002 als Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und hatte anschließend den Europäischen Lehrstuhl am Collège de France in Paris inne. Bei C.H.Beck sind von ihm u.a. erschienen: "Bild und Kult" (2004), "Die Deutschen und ihre Kunst" (1992), "Das unsichtbare Meisterwerk" (1998), "Das Ende der Kunstgeschichte" (2002) und "Das echte Bild" (2006).

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zum Glück gibt es Belting, 14. April 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Florenz und Bagdad: Eine westöstliche Geschichte des Blicks (Gebundene Ausgabe)
Akademischer Wüstenlandschaften zunehmen überdrüssig, möchte ich meine Sehnsucht nach Oasen eigentlich nicht immer damit stillen, die arrivierten Kunsthistoriker zu lesen. Aber jedes Mal, wenn ein Buch von Hans Belting erscheint, kann ich nicht widerstehen. Denn nur wenige schaffen es so leicht wie er, meine Sehgewohnheiten zu verändern, mir neue Blickweisen zu eröffnen und Fragen zu beantworten, die ich eigentlich gar nicht stellte. Ein Mysterium beschäftigte mich allerdings schon lange, ohne dass ich bisher jemanden fand, der es mir anschaulich und einleuchtend erklärte. Es ist dies der perspektivische Blick. Bereits während meiner Gymnasialzeit belästige ich alle Kunstlehrer mit der Frage, wieso in der Kunst plötzlich die Perspektive auftauchte. Haben die Menschen denn vorher die Welt anders wahrgenommen? Klar, alles hat seine Zeit. Auch das Verstehen. Aber es braucht eben auch einen Lehrenden, der Hilfsbrücken baut. Und Hans Belting gehört zu dieser raren Spezies. Wie er das schafft, ist große Kunst und eine Mischung aus geeigneten Beispielen, ungewöhnlichen Analogien und schnörkelloser Sprache.

So wie der über 70jährige Kunsthistoriker Hans Belting die bildende Kunst wahrnimmt, wundert es mich nicht, dass er auch zu den großen Medientheoretikern gehört und in bedeutenden Kunstinstitutionen Einsitz hat. Geistige Frische hat ganz offensichtlich herzlich wenig mit dem Geburtsjahr zu tun. Für mich war und ist Hans Belting ein Lehrer, der bei den Ansprüchen an seine Schüler oder Leser keine Konzessionen macht, der fordert, Aufmerksamkeit verlangt und alle reichlich belohnt, die sich auf seine Erläuterungen einlassen. Mag sein, dass vieles auf geschenkten Talenten beruht. Aber ohne Hans Belting persönlich zu kennen, glaube ich auch, dass er das künstlerische Ringen um die richtige Form verinnerlicht hat und sich nicht mit den erstbesten Lösungen zufrieden gibt. Davon profitieren die Leser dieses Buches. Und wie sehr der Autor die Kunst als allgemein menschliche und universelle Ausdrucksweise versteht, zeugt die Gleichberechtigung östlicher und westlicher Formen. Hier werden keine Weltanschauungen oder Religionen bewertet. Bei Hans Belting geht es einzig und allein um das Sichtbarmachen von Mustern und Ordnungen. Ganz große Klasse.

Mein Fazit: Wer sich für Kunst und Wahrnehmung interessiert, aber noch nie ein Buch von Hans Belting gelesen hat, muss das Versäumte irgendwann nachholen. Und da es im neusten Werk um so fundamentale Dinge wie die Perspektive geht, ist der Zeitpunkt günstig. Lesen, betrachten und mehr verstehen. Auch sich selber.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einfach großartig..., 31. März 2008
Von 
Marcus Held "Yerushalmi" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Florenz und Bagdad: Eine westöstliche Geschichte des Blicks (Gebundene Ausgabe)
Bücher von Hans Belting lohnen sich immer. Auch diesmal muss dies von diesem Buch gesagt werden. Die Buch-Produktion von Belting, in Umfang und Tiefe muss einfach beeindrucken. Auch in diesem Buch gelingt es Belting in verständlicher Weise und mit neuerlichem Geschick seine anspruchsvollen Thesen dem Leser näher zu bringen. So versucht Belting auf der einen Seite zu zeigen, dass die arabische Tradition auf anderen Paradigmen mit Bildern umgeht als die westliche. Seine These vom Übergang der arabischen Sehtheorie zu einer westlichen Bildtheorie macht er auf verschiedenen Ebenen deutlich. In der Entwicklung der Perspektive und der daraus sich ergebenden Blickkultur unterzieht er eine neue Deutung, die erfrischend ist und mit einem Understatement auskommt, die ihresgleich oft genug sucht. Erfrischen ist auch, dass er die beiden Traditionen nicht gegeneinander ausspielt, sondern jeweils zur Profilierung der anderen in Kontrast setzt. Die aus seiner Grundthese sich ergebenden Konsequenzen und Deutungen können nur in der eigenen Lektüre dieses Buches nachvollzogen werden, seien aber wärmstens ans Herz gelegt. Beltings eigener Ansatz liegt in einer Auseinandersetzung mit Alhazens Seh-Theorie und seiner westlichen Umformung zu einer Bild-Theorie.

Zu danken ist Belting noch, dass er das Thema von Bild und Bilderkritik im Islam unaufgeregt durch seine Interpretationen zu einer neuen Qualität bringt und nicht in einen westlichen Universalismus verfällt. Vielmehr unterzieht er der vorherrschenden Meinung eines anikonischem Islams eine deutliche Absage und formuliert zaghaft neue Ansätze und notwendige Revidierungen eines langgehegten Vorurteils.

Kurz und gut: Ein großartiges Buch, das viele Themen unserer Zeit bündelt ohne geschichtsvergessen zu sein und trotzdem mit einer ambitionierten These auftritt, die es nun gilt in ihrem Für und Wider auszuloten.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Entdeckung der Perspektive, 20. Juli 2009
Von 
Erzbergwerkszwerg - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Florenz und Bagdad: Eine westöstliche Geschichte des Blicks (Gebundene Ausgabe)
Hans Belting, Kunsthistoriker und Autor zahlreicher Publikationen zur Kunstgeschichte, hat hier wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Man kann kaum glauben, dass ein kunsthistorisches Thema derart fesselnd beschrieben werden kann.

Zum Inhalt: Der perspektivische Blick ist in der westlichen Kunst nicht mehr wegzudenken. Seit der Renaissance prägt er die Kunstauffassung im Abendland maßgeblich. In der islamischen Tradition sieht die Sache ganz anders aus. Hier dominiert eine gänzlich andere Art des Blicks. Und trotzdem haben wir die Entdeckung der Perspektive der arabischen Welt zu verdanken. Ausgehend von Alhazens Lehre von der Wahrnehmung, konnte die Perspektive auch in der Kunst (und nicht nur in der Mathematik) die heutige Bedeutung erlangen.

Belting gliedert seine Ausführungen in sechs Kapitel, die jeweils mit einem Blickwechsel enden:

Die Perspektive als Bildfrage: Wege zwischen Ost und West

Das gezähmte Auge. Die Kritik des Sehens im Islam

Alhazens Vermessung des Lichts. Die arabische Erfindung der Camera obscura

Wahrnehmung als Erkenntnis. Sehtheorie im Wandel zur Bildtheorie

Brunelleschis Vermessung des Blicks. Die mathematische Perspektive und das Schauspiel

Die Perspektive als Symbolische Form

Eine Schlussbetrachtung (Der Blick im Kulturvergleich) rundet das Ganze ab.

In den ersten drei Kapiteln steht die islamische Welt im Mittelpunkt. Ab dem 4. Kapitel wird die westliche Perspektive in den Vordergrund gerückt.

Das Buch ist gut verständlich und zeigt, dass Kunstgeschichte ungeheuer spannend sein kann.

Belting versteht es, einen Kulturvergleich zu unternehmen, ohne zu werten - und das ist, v.a. wenn es um die Schilderung der islamischen Sichtweise geht, ein riesiger Pluspunkt. Es ist eine Wohltat über dieses Thema zu lesen, ohne dass die Ausführungen durch eine eurozentristische Brille gesehen werden - soweit das für einen Europäer möglich ist.

Für alle an Kunst- und Kulturgeschichte Interessierten eine anregende und absolut empfehlenswerte Lektüre!
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