Diana Stanislawski erzählt die Geschichte der Fee Flora, die eines Tages eine veränderte Welt vorfindet. Unbemerkt von ihr haben eigentlich friedliebende Baumtrolle die Feenstadt Fenia überfallen und ihre Familienmitglieder, ja ihr ganzes Volk, entweder getötet oder verschleppt. Flora, Auserkorene der Göttin Sylene, macht sich auf den Weg, um das Unrecht wieder gutzumachen. Bewaffnet mit dem Schwert der Ahnen und immer wieder begleitet von Freunden wie dem Schmetterling Savoy, Adler Antonio, der Elfe Nixa und nicht zuletzt ihre Jugendfreundin Pazia, muss sie immer wieder ungeahnte Abenteuer bestehen.
Beeindruckt hat mich, wie viel "Schreibatem" diese junge Autorin bei ihrem Erstling hat, denn die Geschichte verliert trotz der Länge von 167 Seiten nicht ihre Spannung. Von viel Fantasie und Einfallsreichtum zeugen zudem die immer wieder auftauchenden mystischen Gestalten, Widerstände, Bedrohungen und Kämpfe, denen Flora sich stellen muss.
Mehrmals habe ich mich gefragt, an welche Leseschicht dieses Buch sich wendet. An Kinder? Dann wären passende Illustrationen der vielen bizarren und geheimnisvollen Lebewesen sinnvoll gewesen. An erwachsene Fantasy-Leserinnen? Dazu wäre eine raffiniertere Sprache ansprechender. An größere Kinder und junge Heranwachsende? Das wäre für mich am Wahrscheinlichsten, denn nicht zuletzt handelt das Buch auch vom Erwachsenwerden.
Gewünscht hätte ich mir ein aufmerksameres und rechtschreibsicheres Lektorat.
Heide Ullrich