Dieses Album gehört in jeden Haushalt von Musikliebhabern. Die Klassikverehrern werden bei der Besetzung "Streichquartett" an die besten Juwelen der Kammermusik denken, doch ist den Fans der Rock- und Popmusik das Kronos Quartet aus San Francisco nicht unbekannt, garnieren sie doch gerne ihre Auftritte mit Arrangements, die sich unverkennbar auf Stücke von Jimi Hendrix & Co. beziehen. Nun Floodplain. Das Cover verrät, dass wir hier mit Gegenden zu tun bekommen, die ganz besonders schicksalhaft mit ihren Flüssen verbunden sind. Konkret haben wir es mit Arrangements von Volksmusik und auch Originalkompositionen aus folgenden Ländern zu tun: Musik aus Aserbaijan, Ägypten, Äthiopien, Kasachstan, Libanon, Indien, Irak, Palästina, Serbien und der Türkei. In einige Tracks habe ich hereingehört, und meine unverholene Vorliebe für Musik aus Zentralasien und dem Balkan wird genauso bedient wie die Neugier nach Gebieten, aus denen sich selten etwas hören lässt.
Wie immer will ich auch hier nicht verraten, welcher mein Lieblingstitel ist: das wäre den anderen Autoren gegenüber unfair. Was ich an den Kronossen bewundere ist, mit welch fulminanter Feinfühligkeit sie auf die musikalischen Eigenarten selbst entlegenster Völker eingehen können.
Ich sag's nochmal: Das Album sollte in keinem Musikliebhaber-Haushalt fehlen.