habe eben das Buch "'Flirren"' fertig gelesen und möchte folgendes dazu mitteilen:
da ich mich schon bald 20 Jahre mit Albanien beschäftige und auch schon zusammengezählt 1,5 Jahre dort gelebt habe war ich auf das Buch gespannt. Ich nehme an, dass es etwa um 1994 geschrieben wurde oder mindestens in diesem Zeitraum angesiedelt ist. Sollte dies zutreffen sind die Schilderungen und auch die Haltungen nachvollziehbar. Wir schreiben aber das Jahr 2011 und die Leute lesen das Buch heute. Ich gehe davon aus, dass der Autor Albanien in den '90 Jahren bereist und seine Erlebnisse für's Buch verwendet hat. Ich weiss am Ende des Buches nicht wieso die Geschichte in Albanien spielen muss, denn für mich findet kaum eine Auseinandersetzung mit diesem speziellen Land statt, dafür gibt es zu viele Clichés über Albaner und die jüngere Geschichte Albaniens. Die beiden Hauptfiguren sind mir zu wenig ausgearbeitet '- wo kommen sie her. Die Idee, dass eine Figur sich als Mann geben soll, ist interessant, aber man sollte viel mehr damit machen. Es würde sich kaum was ändern an der ganzen Geschichte, wenn dieser Aspekt fehlen würde. Wie Enver Hoxha und seine Periode der albanischen Geschichte behandelt wird zeugt für mich nicht von einer Auseinandersetzung sondern von der Wiederholung von Urteilen, die man fällt, wenn man sich ausschliesslich auf die Informationsmedien oder einzelne Personen in Albanien abstützt. Ich denke, dass Albanien mehr verdient hätte als nur als exotischer Hintergrund für eine Geschichte zu dienen, die vorwiegend aus zwei Jugendlichen, die wenig überlegen und viel rauchen und trinken, besteht. Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen den Vorurteilen gegen über Albanien etwas entgegenzuhalten, was aber mit diesem Buch nicht geleistet wird.