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Fliehganzleis: Kea Laverdes zweiter Fall
 
 
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Fliehganzleis: Kea Laverdes zweiter Fall [Broschiert]

Friederike Schmöe
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 327 Seiten
  • Verlag: Gmeiner; Auflage: 3., 3., Aufl. (7. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839210127
  • ISBN-13: 978-3839210123
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 207.092 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Friederike Schmöe
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

... Ihre Krimis sind Nervenkitzel bis zur letzten Sekunde. Bayerisches Fernsehen (LeseZeichen)

Kurzbeschreibung

Larissa Gräfin Rothenstayn, die in der DDR aufwuchs und 1975 in den Westen fliehen konnte, bittet die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Dann wird sie in ihrem Schloss in Unterfranken von einem Unbekannten schwer verletzt, die Polizei spricht von versuchtem Mord.
Kea arbeitet sich durch das Familienarchiv. Ihre Recherchen führen sie zurück in das Jahr 1968 und zu einem Verbrechen, das nie gesühnt wurde

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Zabou1964
Format:Broschiert
Aufmerksam geworden auf diesen Krimi von Friederike Schmöe, bin ich durch das Thema. Ich bin sehr interessiert an der deutsch-deutschen Vergangenheit. Das ansprechende Äußere des Paperbacks zeigt einen Kieselstrand. Die Verarbeitung des Buches ist sehr gut und die Papierstärke angenehm dick, was den verhältnismäßig hohen Preis von 11,90 für mich rechtfertigte.

Im Prolog wird das Ertrinken eines Mädchens im Juli 1968 geschildert. Das neunjährige Kind ist in einem Ferienlager und hat große Angst vor dem Betreuer. Er hatte es gezwungen, ein verlorenes Ruder im See zu finden. Als ein Unwetter hereinbricht, hat das Mädchen keine Chance mehr, sich ans Ufer zu retten.

Diese kurze Vorgeschichte scheint zunächst nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun zu haben. Kea Laverde, eigentlich Reisejournalistin, hat keine Lust mehr, dauernd unterwegs zu sein. Deshalb hat sie sich entschlossen, als Ghostwriterin ihr Geld zu verdienen. In dieser Eigenschaft ist die üppige Enddreißigerin zu Gast bei Larissa Gräfin Rothenstayn, um deren Memoiren zu Papier zu bringen. Larissa lebte einst in der DDR, aus der ihr 1975 die Flucht gelang. Eines Morgens findet Kea ihre Auftraggeberin schwer verletzt im Park. Sie wurde niedergeschlagen und hat lebensbedrohliche Kopfverletzungen davongetragen. Schon bald fühlt sich auch Kea in dem Schloss der Gräfin bedroht. Zusammen mit ihrem Freund, dem Münchner Kommissar Nero Keller, begibt sie sich auf Spurensuche und deckt dabei Stückchen für Stückchen die Ereignisse in den 70er Jahren in der DDR auf. Gelingt es ihr, den Attentäter zu finden, bevor sie selbst zum Opfer wird?

Auffallend an diesem Roman von Friederike Schmöe ist die Sprache. Die habilitierte Germanistin nutzt sie, um die charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten zu unterstreichen. Die Sicht von Kea Laverde ist als Icherzählung in der Vergangenheit beschrieben. Sie ist geprägt von kurzen Sätzen, die darauf schließen lassen, dass die Journalistin gestresst ist. Zum Teil werden originelle Wortschöpfungen eingebaut - wie z.B. die Bezeichnung Indianer der WWW-Prärie" für den Kommissar Keller, der sich auf Internetkriminalität spezialisiert hat. Dies soll wohl unterstreichen, dass es sich bei Kea Laverde um ein Mitglied der schreibenden Zunft handelt. Einige dieser kreativen Formulierungen waren mir jedoch zu krampfhaft um Originalität bemüht.

Die Sicht von Nero Keller wird in der personellen Perspektive beschrieben. Hier ist der Schreibstil wesentlich ruhiger und bedachter, so wie der Kommissar auch der ruhende Pol in der Beziehung ist.

Ereignisse aus der ehemaligen DDR werden in der Gegenwartsform geschildert. Das hat mich etwas verwirrt. Aber ich habe mich recht schnell an diesen Stil gewöhnt.

Fliehganzleis" ist bereits der zweite Teil der Kea-Laverde-Reihe. Obwohl ich den ersten Teil noch nicht kannte, bin ich schnell mit den Figuren und deren Lebensumständen vertraut geworden. Mir hat besonders die Idee gefallen, eine Ghostwriterin als ermittelnde Hauptfigur einzusetzen. Das war für mich ganz neu in diesem Genre.

Anfangs war ich, genau wie Kea, verwirrt von der Vielzahl der Figuren. Im Gegensatz zu ihr hatte ich als Leserin jedoch Einblick in die Ereignisse vor fünfunddreißig Jahren in der DDR. So konnte ich miträtseln, war der Journalistin jedoch immer einen winzigen Schritt voraus. Dieser kleine Vorteil des Lesers hat die Spannung nicht beeinträchtigt, im Gegenteil, ich fragte mich stets, wann Kea die Geschehnisse von damals aufdeckt.

Meine Lieblingsfigur in diesem Krimi ist eindeutig Juliane, die 77-jährige Freundin Keas, die ihr mit Weitsicht und absoluter Ehrlichkeit des Öfteren einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Alle Nebenfiguren sind anschaulich beschrieben.

Am Ende laufen alle Fäden der Geschichte zusammen und im Epilog klärt die Autorin die noch verbleibenden Fragen auf. Im Nachwort erläutert die Autorin die historischen Zusammenhänge und nennt Quellenangabe ihrer Recherche. Einige Figuren sind real existierenden Personen nachempfunden.

Ich bin sehr gespannt auf weitere Fälle mit Kea Laverde. Zunächst werde ich mir jetzt aber den ersten Teil der Reihe, Schweigfeinstill, besorgen.

Fazit: Fliehganzleis ist ein ungewöhnlicher Krimi auf hohem sprachlichen Niveau, zu dem ich allerdings nicht sofort Zugang fand. Der Roman hat mir interessante Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte verschafft.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kfir TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Die Ghostwriterin Kea Laverde soll in der fränkischen Provinz die Lebensgeschichte von Larissa Gräfin Rothenstayn niederschreiben, der in den 1970er Jahren unter dramatischen Umständen die Flucht aus der damaligen DDR gelang. Doch bevor sie ihre Geschichte zu Ende erzählen kann, wird sie Opfer eines Überfalls und liegt seitdem im Koma. Kea Laverde stellt darauf hin mit tatkräftiger Unterstützung des Kommissars Nero Keller in Eigenregie weitere Nachforschungen an, nicht wissend, an welcher Vergangenheit sie rührt. Denn auch 20 Jahre nach Ende der DDR ist so manches weder vergeben noch vergessen ...

Friederike Schmöe lässt uns in dem zweiten Krimi rund um Kea Laverde und Nero Keller an einem Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte teilhaben, das entweder schon wieder vergessen ist oder einem nie so recht zu Bewusstsein gekommen ist. An Hand einiger Beispiele wird geschildert, wie westdeutschen Fluchthelfer versuchten DDR-Bürgern einen Weg in den Westen zu ermöglichen. Es trägt sehr zur Glaubwürdigkeit dieses Buches bei, dass hier nicht große und spektakuläre Coups von sogenannten Helden geschildert werden, sondern relativ einfache und doch ausgeklügelte Methoden, die leider ab und an auch einmal fehl schlugen. Dabei werden sehr eindrucksvoll Gefühle mancher Bürger der damaligen DDR geschildert, wie deren ständige Angst vor Bespitzelung und Denunziation. Gefühle, die sie auch heute nicht loslassen und mit einem Ruf nach Gerechtigkeit oder Rache nicht enden.
Ähnlich gut nachvollziehbar beschreibt Friederike Schmöe die Beziehung zwischen Kea und Nero. Die Berührung zweier nicht einfacher Menschen, beide mit ihren eigenen Vergangenheiten, die es sich nicht einfach machen, sich einander zu öffnen.
In dem komplexen Plot dieses Buches sind es gerade die einfachen und nachvollziehbaren Elemente, die den Unterschied machen. Eine Geschichte, der man Glauben schenken mag, weil sie alltäglich erscheint und weil einem die Charaktere greifbar bleiben. Das alles gespickt mit ein paar wohl dosierten Knalleffekten ergibt einen guten und spannenden deutschen Krimi, der schon wieder Lust auf eine Fortsetzung des Ermittlerpaares macht.

Ein fesselnder und gut recherchierter Krimi, der einem ein vielleicht schon vergessenes und spannendes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte näher bringt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Moehrchen
Format:Broschiert
Friederike Schmöe wurde 1967 in Coburg geboren. Sie studierte Romanistik und Germanistik an der Universität Bamberg, dort ist sie inzwischen auch als Dozentin tätig. Bei "Fliehganzleis" handelt es sich um den zweiten Fall - nach "Schweigfeinstill" - der Ghostwriterin Kea Laverde.

Die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde erhält von Larissa Gräfin Rothenstayn den Auftrag deren Biografie zu verfassen. Die Gräfin konnte, nach einem missglückten Fluchtversuch im Jahre 1973, aus der damaligen DDR schließlich 1974 in die Bundesrepublik flüchten und dort das Schloss ihrer Familie in Unterfranken wieder in ihren Besitz bringen. Kea zieht nun auf das Schloss um mit der Gräfin zusammen deren Lebensgeschichte zu verfassen. Als sie dort ist, wird die Gräfin schwer verletzt. Kea wird schnell klar, dass der Anschlag etwas mit der Vergangenheit der Gräfin zu tun hat. Doch welche Rolle spielt ein Verbrechen, das im Jahre 1968 verübt wurde? Zusammen mit ihrem Freund Nero Keller, der beim LKA arbeitet, macht sich Kea auf die Suche nach dem Täter und taucht dabei tief in die Vergangenheit ein...

Friederike Schmöe arbeitet in ihrem Krimi einen Teil der deutsch-deutschen Geschichte auf. Sie greift das Thema Fluchthilfe aus der damaligen DDR auf und dies - soweit ich das beurteilen kann - recht fundiert: im Anhang findet man auch einige Erläuterungen zu diesem Thema. Leider nimmt dieser Teil manchmal zu viel Raum ein und der eigentliche Krimi tritt etwas in den Hintergrund.

Mit der Ghostwriterin Kea Laverde hat Friederike Schmöe mal einen etwas anderen "Ermittler" in die Krimilandschaft gesetzt. Kea ist eine Frau mit Vergangenheit und hat auch ihre ganz eigenen Probleme, verliert aber nie das Ziel, dass sie sich gesetzt hat aus den Augen. Man muss sie einfach mögen und mit ihr lachen und weinen. Lebendig wird das Buch auch durch mehrere Rückblenden in das Leben der Gräfin vor deren Flucht.

Ein empfehlenswertes Buch, für Fans deutscher Krimis, die sich von geschichtlichen Einschüben nicht abschrecken lassen.
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