"Das Land der Dinge", Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18. Februar 2007.
"Und da ist klar, dass "Fliehen" und "Sich lieben" miteinander in Verbindung stehen; dass der neue Roman die Zeit vor der Trennung erzählt: zusammen zu verreisen, ein Zimmer zu teilen in einem eleganten Hotel in Tokio, das war in "Faire l'amour" die beste Möglichkeit gewesen, um Schluss zu machen. Die Nähe zerriss beide. Die Abwesenheit des anderen hingegen ist in "Fliehen" das Einzige, was sie, davor, einander noch nahebringen konnte. [...] Natürlich würde man den belgischen Autor, der lange in Paris, in Algerien und auch in Berlin gelegbt hat, unterschätzen, wollte man seine Romane als bloße Liebesgeschichten lesen. Denn was hier erzählt wird, verschwindet hinter dem Wie."
Kurzbeschreibung
Daß das Wesen der Liebe darin besteht, daß sie sich nicht beenden läßt, das belegt Jean-Philippe Toussaint in seinem neuesten Roman auf erneut unverwechselbar wunderbare Weise. Marie und der namenlose Erzähler, den Lesern aus Toussaints erfolgreichem letzten Roman "Sich lieben" bekannt, können ihre Beziehung nicht beenden. Er reist nach Shanghai, wo er einem Mitarbeiter von Marie Geld überbringen soll, eine große Summe Bargeld für krumme Geschäfte. Durch Zhang Xiangzhi lernt er die hübsche Chinesin Li Qi kennen, die ihm anbietet, mit ihr ein paar Tage in Peking zu verbringen. Unser Held wittert eine Liebesgeschichte, und bereits im Nachtzug nach Peking kommt es zu einer erotischen Begegnung. Doch die beiden werden unterbrochen durch das Klingeln seines Handys: Es ist Marie - ihr Vater ist auf Elba gestorben. Sie wird umgehend nach Elba aufbrechen, er soll folgen. In Peking angekommen, bucht er seinen Rückflug. Bis zum Abflug ist noch Zeit für einen touristischen Ausflug und eine Bowlingpartie. Urplötzlich müssen sie fliehen: Die Polizei Pekings ist hinter ihnen her. Es kommt zu einer wilden Verfolgungsjagd quer durch die Stadt. Die Flucht gelingt: Noch in Bowlingschuhen und völlig abgerissen erreicht der Erzähler am Ende Elba, sucht und findet Marie, die ihren Vater zu Grabe trägt. Aber auch hier wird er fliehen.
"Was will man Größeres, was will man mehr von der Literatur verlangen!", so begrüßte LE MONDE den neuen meisterhaften Roman Jean-Philippe Toussaints. Fliehen ist spannungsgeladen, authentisch und voll und ganz ein Kunstwerk mit Sprachbildern von unglaublicher Intensität. Mit diesem Roman bestätigt der 1957 geborene Jean-Philippe Toussaint seinen Ruf als einer der wichtigsten und originellsten Schriftsteller seiner Generation.
"Was will man Größeres, was will man mehr von der Literatur verlangen!", so begrüßte LE MONDE den neuen meisterhaften Roman Jean-Philippe Toussaints. Fliehen ist spannungsgeladen, authentisch und voll und ganz ein Kunstwerk mit Sprachbildern von unglaublicher Intensität. Mit diesem Roman bestätigt der 1957 geborene Jean-Philippe Toussaint seinen Ruf als einer der wichtigsten und originellsten Schriftsteller seiner Generation.
