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Flieh, mein Freund! [Taschenbuch]

Ralf Rothmann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 2003 --  

Kurzbeschreibung

2003
Flieh, mein Freund! ist ein Roman über den Versuch einer Liebe in Berlin und über die Mühe, so etwas wie Persönlichkeit zu entwickeln in einer Zeit, "in der man das Jungsein mit Autoschlüsseln, Handy am Gürtel und geiler bunter Mitgliedskarte so trostlos professionell betreibt, dass einem angst werden kann".


Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Suhrkamp (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518455044
  • ISBN-13: 978-3518455043
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 10,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.117.587 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Ralf Rothmann wurde 1953 in Schleswig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach der Volksschule (und einem kurzen Besuch der Handelsschule) machte er eine Maurerlehre, arbeitete mehrere Jahre auf dem Bau und danach in verschiedenen Berufen (unter anderem als Drucker, Krankenpfleger und Koch). Seit 1976 lebt Ralf Rothmann in Berlin und veröffentlichte bereits einige Romane, Erzählungen und Gedichte, für die er mit mehreren Preisen, u.a. Märkischer Kulturpreis (1986), Förderpreis des Bundesverbandes der Industrie (1989), 19. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim (1992), Literaturpreis für das Ruhrgebiet (1996), Hermann-Lenz-Preis (2001), Kranichsteiner Literaturpreis (2002), Evangelischer Buchpreis (2003), Wilhelm Raabe Literaturpreis (2004) und Heinrich-Böll-Preis (2005), Max-Frisch-Preis (2006) und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2008) ausgezeichnet wurde.

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4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pubertät und Hippies 21. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Lolly ist knapp zwanzig und heißt eigentlich Louis, was er noch schlimmer findet. Die Rede ist von einem ganz normalen Teenager mit ganz normalen Teenagerproblemen, sprich, die Zukunft, die Liebe - und die Familie. Daddy ist ein dicker exaltierter Werbeagenturleiter, Mom taucht ab und an mal aus den exotischeren Ländern der Welt auf und ist noch so sehr Achtundsechzigerin, daß sie ihren Sohn spießig findet. Kein Wunder, daß Lolly sich manchmal verlassen fühlt. Doch dann findet er sie, die Liebe - Vanina heißt sie und ist die Traumfrau, nur leider hat sie einen viel zu dicken Hintern, und der schüchterne Held schämt sich manchmal schon fast für sie... Ralf Rothmann beschreibt die wohlbekannten Dilemmata einfühlsam und poetisch - nicht verwunderlich, hat er doch als Verfasser von (sehr zu empfehlender) Lyrik begonnen. Jedes Wort ist wohlgesetzt in diesem Buch, und doch ist Rothmann nicht so sprachverliebt, daß er darüber seine Figuren aus den Augen verlieren würde. Lolly ist so pubertär, wie man selbst einmal war, man erinnert sich mit Vergnügen und ist zugleich sehr froh, daß das alles vorbei ist. Doch das eigentliche Zentrum des Buchs ist nicht er, sondern seine Mutter. Denn in all dem Ärger ist plötzlich Mom mal da, wenn man sie braucht, und Mom versteht und erzählt aus ihrem Leben. Und diese Lebensgeschichte eines naiven Hippiemädchens, das durch die Weltgeschichte, durch Gefängnis und Psychatrie reist, ist wunderbar im wahrsten Sinn des Wortes. Lesen und Staunen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witz und Melancholie in Perfektion 1. Juni 2009
Format:Taschenbuch
Rothmann in Hochform.
Das Buch sprüht vor Alltagswitz und beschreibt gleichzeitig die Melancholie des Lebens.
Es erzählt schmerzhaft genau die Leiden der ersten Liebe, die Nöte eines spät pubertierenden 20jährigen und die Schwierigkeiten, mit einer unkonventionellen Familie aufzuwachsen - und zwar und immer in einer Sprache, die einen schwindlig macht. Denn Rothmann schreibt Romane wie Gedichte - im wahrsten Sinne des Wortes: poetisch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Vollbluterzähler ist dieser Rothmann 11. Juli 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Louis Blaul, genannt Lolly, schmeißt das Abitur und weigert sich standhaft in die Werbeagentur einzutreten. Seine Motto ist: Man soll die Sachen machen, die die Eltern nicht verstehen". Auf der einen Seite ist da der schwer übergewichtige Vater, genannt Big Daddy" und die durchgeknallte Mutter Mary. Die Mutter saß sechs Jahre in einem Schweizer Gefängnis weil sie Drogen aus Mexiko geschmuggelt hatte. Sie ist alles, nur keine Mutter im herkömmlichen Sinne, sie ist eine Frau, die nichts ausgelassen hat und die sich nur sporadisch um ihren Sohn kümmert, wenn man flüchtige Begegnungen überhaupt als kümmern bezeichnen kann.

Aber irgendwann kommen sie sich dann ganz nahe, näher als sich Mutter und Sohn normalerweise kommen, es ist der Augenblick als Lolly von seiner Liebe zu Vanina erzählt, dem Mädchen mit dem sagenhaften Hinterteil eines Pferdes. Lolly merkt zum erstenmal, dass er überhaupt eine Mutter hat, und irgendwann ist sie dann ein wenig mehr als seine Mutter. Nun weiß er auch, dass er in einem Schlafsack nach der großen Brokdorf-Demonstration gezeugt wurde.

Ralf Rothmann ist ein Vollbluterzähler und er braucht sich hinter keinem deutschen Schriftsteller zu verstecken. Man meint als Leser zu spüren, dass ihm das pure Erzählen ganz einfach Freude zu machen scheint. Mit Flieh, mein Freund" hat er ein echtes Vollblutbuch" abgeliefert. 277 Seiten echte Erzählkunst. Interessant war auch, wie sich Lolly einmal sehr negativ über Berlin und ein anderes Mal auch sehr negativ Mexiko äußert. Könnte es sein, dass da nicht die Hauptperson des Buches sondern vielmehr der Autor gesprochen hat?

Der kräftig, zupackende Schreibstil des Autors wird das gesamte Buch hin durchgehalten. Dafür gebührt ihm ein echtes und aufrichtiges Kompliment. Ganz unpathetisch dann auch die Schilderung als Lolly seine Beziehung mit Vanina aufs Spiel setzt und mit deren Freundin Marja die Kissen zerwühlt. Und dann am Ende kommt alles so, wie es eben wohl immer so kommt.
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