Lolly ist knapp zwanzig und heißt eigentlich Louis, was er noch schlimmer findet. Die Rede ist von einem ganz normalen Teenager mit ganz normalen Teenagerproblemen, sprich, die Zukunft, die Liebe - und die Familie. Daddy ist ein dicker exaltierter Werbeagenturleiter, Mom taucht ab und an mal aus den exotischeren Ländern der Welt auf und ist noch so sehr Achtundsechzigerin, daß sie ihren Sohn spießig findet. Kein Wunder, daß Lolly sich manchmal verlassen fühlt. Doch dann findet er sie, die Liebe - Vanina heißt sie und ist die Traumfrau, nur leider hat sie einen viel zu dicken Hintern, und der schüchterne Held schämt sich manchmal schon fast für sie... Ralf Rothmann beschreibt die wohlbekannten Dilemmata einfühlsam und poetisch - nicht verwunderlich, hat er doch als Verfasser von (sehr zu empfehlender) Lyrik begonnen. Jedes Wort ist wohlgesetzt in diesem Buch, und doch ist Rothmann nicht so sprachverliebt, daß er darüber seine Figuren aus den Augen verlieren würde. Lolly ist so pubertär, wie man selbst einmal war, man erinnert sich mit Vergnügen und ist zugleich sehr froh, daß das alles vorbei ist. Doch das eigentliche Zentrum des Buchs ist nicht er, sondern seine Mutter. Denn in all dem Ärger ist plötzlich Mom mal da, wenn man sie braucht, und Mom versteht und erzählt aus ihrem Leben. Und diese Lebensgeschichte eines naiven Hippiemädchens, das durch die Weltgeschichte, durch Gefängnis und Psychatrie reist, ist wunderbar im wahrsten Sinn des Wortes. Lesen und Staunen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)