Es gibt Bilderbücher, die eigentlich eher etwas für Eltern, als für Kinder sind. "Flieg, ente, flieg"! ist so ein Bilderbuch. Man stelle sich eine ziemlich sterile Fabrikhalle vor, die von Krokodilen geführt wird. Auf einem Laufband liegen viele Eier, die durch eine Maschine ausgebrütet werden. An dessen Ende kommen viele kleine Enten heraus. Alles in dieser Welt ist perfekt organisiert. Doch eines Tages wird ein Ei nicht ganz ausgebrütet und fällt vom Fließband. Laut krachend fällt es auf den Boden und eine kleine Ente schlüpft heraus. Neugierig ist die kleine Ente und geht auf Entdeckungsreise. Plötzlich steht ein Krokodil vor der Ente, steckt es in seine Frühstücksbox und nimmt sie mit nach Hause. Die beiden werden Freunde. Als die Ente eines Tages allein ist, geht sie wieder auf Entdeckungsreise. Dabei kommt sie hinter das Geheimnis, warum die Krokodile die Enten ausbrüten. Die Bilder sind der Geschichte angemessen eher nüchtern gehalten. Fabriken bieten ja kaum etwas gemütliches. Die beiden Tierarten wirken sehr menschlich, was gewollt ist. Welches Kind wird sich nicht mit der kleinen Ente identifizieren können, die sich in einer dunklen Straße verlaufen hat? Zwar ist sie klein, aber ausgesprochen pfiffig und klug. Sie kommt nicht nur hinter das Geheimnis, sondern findet auch einen Ausweg, ihre Artgenossen zu retten. Eltern und Kinder finden in diesem Bilderbuch viele Ähnlichkeiten zu ihrer eigenen Lebenswelt. Flieg, Ente, flieg! ist für den deutschen Kinderliteraturpreis nominiert. Empfehlenswert