Diese CD ist eine einzige Enttäuschung. Weil "Flickering Flame" jeglicher Anreiz fehlt, weshalb irgendwer diese CD überhaupt gebrauchen kann. Für Compilations - insbesondere bei solch Konzept-geprägenden Alben-Künstlern wie Roger Waters - gibt es eigentlich nur drei Gründe:
Variante A: Man packt die wirklichen Highlights auf eine Scheibe, um den Nicht-Fans mit einem einzigen Album das gesamte Reportoire schmackhaft zu machen. "Flickering Flame" ist aber keine Best-Of-Platte. Dafür fehlen eindeutig "The Pros and Cons of Hitch Hiking" oder "What God Wants (Part 1)", zwei Stücke, die nicht nur prägend auf den jeweiligen Solo-Alben waren, sondern auch als Singles erschienen.
Variante B: Man packt ausschließlich die seltenen Raritäten und B-Seiten auf eine CD, damit sich 100-Prozent-Fans über ihre Sammlungserweiterung freuen dürfen. Auch hier versagt "Flickering Flame" völlig, denn man darf sich zu recht fragen, wo z.B. die B-Seiten wie "Going to live in L.A.", "Get Back on the radio" oder die 1990 erschienene Neueinspielung von "Another Brick in the Wall" geblieben sind - alles Stücke, die man CD bislang nicht bekommen kann.
Variante C: man packt die ganz individuellen Lieblingssongs des Künstlers auf eine Scheibe, um absichtlich an den Mainstream-Erfolgen vorbei eine ganz besonderen Zusammenstellung zu mixen. In diesem Fall bleibt es schleierhaft, warum ausgerechnet die von Waters bei seinen damaligen Live-Konzerten favorisierten Stücke "It's a miracle" oder "Bravering of being out of range" fehlen.
Was bekommt man statt dessen? Aufgewärmtes. Eine zum X-ten Mal neu aufgelegte Version von "Knockin' on heavens door", die keiner braucht. Mit "Too much rope" ausgerechnet eines der langweiligsten Stücke vom 92er Album. Ein Remix von "Who needs information", der eigentlich kein Remix ist - und zudem die eindeutig schlechtere Wahl gegenüber dem hier fehlenden "Home" vom gleichen 87er Album. Gleiches kann man auch vom Soundtrack-Beitrag "Towers of Faith" sagen; "Folded Flags" vom gleichen Album wäre einfach besser gewesen. Und "Each small candle" ist entgegen meiner Hoffnung in der identischen Live-Version vom kurz zuvor erschienenen Konzert-Mitschnitt vertreten, da eine Studioaufnahme schlichtweg nicht exisitert - Waters hätte diese Compilation durchaus als Chance nutzen können, dies nachzuholen.
So könnte ich über jeden vertreten Song meckern, aber am Ergebnis ändert das eh nichts mehr: die Song-Auswahl ist einfach unglücklick. Roger Waters ist ohne Zweifel ein großartiger Künstler, nur wird dem diese Zusammenstellung in keiner Weise gerecht. Einzig der Titeltrack "Flickering Flame" wächst nach mehrmaligem Hören und kann so überzeugen (und das, obwohl er das Merkmal "Demo" verpasst bekommen hat). Das reicht aber nicht annähernd, um für dieses überflüssige Werk eine Kaufempfehlung auszusprechen.