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5.0 von 5 Sternen
Eine deutsche Karriere,
Von
Rezension bezieht sich auf: Flick: Der Konzern, die Familie, die Macht (Gebundene Ausgabe)
In diesem Werk haben 4 Historiker im Rahmen eines 3-jährigen Forschungsprojekts, angeregt durch eine Enkelin von Friedrich Flick, dessen Wirtschaftskarriere akribisch unter die Lupe genommen. Im ausgehenden Kaiserreich hatte Flick in ganz bescheidenen Verhältnissen begonnen und sich danach mit verschiedenen Werken der Kohle- und Stahlindustrie hochgearbeitet. Flick war nie ein Unternehmer im eigentlichen Sinn, der ein Unternehmen gründet und weiter entwickelt: vielmehr wurden Unternehmen unterschiedlichster Provenienz munter zu einem Gemischtwarenladen zusammen gekauft und bei Bedarf wieder verkauft; daher wird er auch oft als Finanzjongleur tituliert. Dabei wird z.T. minutiös nachverfolgt, wie Flick in dem jeweiligen politischen System Politiker und leitende Verwaltungsbeamte für seine Zwecke einspannen konnte; nicht selten grenzte sein Handeln, vor allem in der Weimarer Republik, an Schmarotzertum. Aber auch in der NS-Zeit und in der BRD konnte er reüssieren; selbst wenn er kein PG der ersten Stunde war, war Flick dennoch eifrig bemüht, seinen Vorteil aus Arisierung, Aufrüstung sowie Fremdarbeiter zu ziehen. Ohne jedes Gewissen, ohne Rückgrat hatte er nach dem Krieg, wie sehr viele auch andere (Krupp, Stinnes, Röchling u.v.m.), nie zu diesem Verhalten gestanden, sondern sich vielmehr als Opfer inszeniert; ganz schäbig fand ich dabei sein Verhalten gegenüber enteigneten jüdischen Industriellen und auch Fremdarbeitern.Auch in der BRD funktionierten zu Anfang die altbewährten Mechanismen, gepaart mit partiarchalischer Unternehmensführung; in schwere Fahrwasser kam Flick dann Ende der 6oer Jahre, als das Wirtschaftwunder zu Ende kam und die deutsche Wirtschaft sich verstärkt internationaler Konkurrenz stellen musste; auf diese neuartigen Herausforderungen konnte er mit seinem kartellartigen Gebilde und patriarchalischen Führungsstil nicht immer angemessen reagieren. Das Buch ist sehr gut geschrieben und bietet sehr viele Informationen; dennoch ist es keine einfache Lektüre: bei all den Transaktionen gehen die Autoren z.T. recht tief ins Detail und versuchen zudem sehr oft, all dies im gesamtgesellschaftlichen und -wirtschaftlichen Zusammenhang zu sehen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Flick,
Von
Rezension bezieht sich auf: Flick: Der Konzern, die Familie, die Macht (Gebundene Ausgabe)
Erstmals die ganze Geschichte einer beispiellosen deutschen Karriere. Kein Name verkörpert das Drama der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert klarer als der Name Flick. Zweimal folgte dem beispiellosen Aufstieg der politische und moralische Bankrott. Unter vier politischen Systemen, vom späten Kaiserreich über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis in die Bundesrepublik, war Flick erfolgreich- und scheiterte doch auf ganzer Linie. Was ihm vorschwebte, war ein gewaltiger Konzern, der generationsübergreifend in Familienbesitz bleiben sollte. Aber nach dem Vater versagten die Söhne. Die Techniken, mit denen das Haus Flick politischen Einfluss nahm, um seine unternehmerischen Ziele zu erreichen, waren seit den Zwanzigerjahren auf verhängnisvolle Weise gleich geblieben. Auf die sich verändernden Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik fand der Konzern keine passenden Antworten mehr und ging im Strudel des Parteispendenskandals der Achtzigerjahre unter. Sein Gründer aber blieb bis heute ein Symbol unternehmerischer Skrupellosigkeit und unverstandener Schuld. Die Autoren erzählen die Geschichte einer Industriellendynastie, deren Macht und Möglichkeiten stets aufs Engste mit der Politik verknüpft waren- und deren Skandale immer wieder die Öffentlichkeit erregten. Spannend wie ein Thriller und hochaktuell.
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