Was soll man da machen? Sich selbst belügen oder vielleicht mal zum Arzt schauen, ob das Alter einen schon erwischt hat? Im Österreich Urlaub spielte ORF Claudia Korecks Fliang fast täglich. Eigentlich ist das nicht meine Art von Musik. Weder der bayrische Dialekt noch diese Art von Texten, die zwar kein Schlager aber ganz sicher auch kein Liedermacherkult sind. Ich dachte zunächst, dass da eine Österreicherin singt, aber weit gefehlt, die junge Dame kommt aus Traunstein in Bayern. Wer sich hier als Fan bekennt wird schnell in eine Ecke gestellt. Aber egal, ich komme nicht an gegen dieses warme Gefühl im Bauch, das Schmeicheln dieser Stimme im Ohr und das Wippen der eigenen Fußspitzen. Und das als bekennender, waschechter Norddeutscher; fast schon peinlich...
Doch Spaß bei Seite. Claudia Koreck traut sich was. Klinkt sich aus der angloamerikanischen Musikszene komplett aus, sucht sich die Nische im Alpenraum und überzeugt mit Stimme und Liedern. Nach Fliang rauschte mir ihre Stimme in Josef Vilsmaiers Film Brandner Kaspar wieder in die Ohren. S' ewge Lem ist ein Lied, das einem nach einmal hören nicht mehr aus dem Kopf geht. Stark und überzeugend. So, wie es sein soll.
Also ran an die CD und auch den Rest gehört. Mit Herbstwind und I mog de Dog sind da zwei weitere echte Ohrwürmer am Start. Ich werde mit meiner Sympathie für Claudia Koreck im Freundeskreis nicht hausieren gehen; so weit bin ich noch nicht. Aber hier vergebe ich fünf Punkte für ein sehr schönes Album und eine Menge Mut. Einfach mal reinhören, alle Vorurteile gegen die lieben Bayern aus dem Kopf jagen und genießen. Probieren sie es aus.