Das Prinzip der immer beliebteren und inzwischen - leider - auch beim Lebensmitteldiscounter erhältlichen Schwungstäbe ist immmer das gleiche: Der Stab wird durch leichte Bewegungen in Schwingungen versetzt (leichte Schwingungen reichen aus, der Stab muss sich nicht exzessiv durchbiegen), und die Schwingung sollte für mindestens 30 bis 45 Sekunden aufrecht erhalten werden. Ziel der Übung ist hier unter anderem das gezielte Training der sogenannten reflektorischen Muskelaktivität, also des reflexartigen Reagierens der Muskulatur auf äußere Einflüsse.
Ich habe Ende 2008 in einer Rückenschule die Original Flexi-Bar kennen, fürchten und letztlich schätzen gelernt (standard und intensiv) und bin im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung Anfang 2010 mit einem der etwas günstigeren Nachbauten in der mittleren Preisklasse konfrontiert worden, der einfach nicht mit dem Original mithalten konnte - der Stab war etwas starrer, der Handgriff war aus einem unangenehm harten Material und etwas zu klein um ihn bequem zu umfassen.
Um mein physiotherapeutisches Training fortzusetzen entschied ich mich daher zum Kauf der etwas teureren aber letztlich auch wesentlich komfortableren originalen Flexi-Bar (standard und intensiv) und bereue den Kauf nicht. Die Stäbe sind sehr solide, liegen angenehm in der Hand, geraten leicht ins Schwingen, lassen sich auch relativ stark verbiegen (das wird ausdrücklich nicht empfohlen, doch die Materialqualität ist entsprechend ausgelegt um versehentliche stärkere Verbiegungen im Eifer des Trainings auszuhalten). Das beiliende Poster mit Übungsanleitungen ist verständlich und beschreibt auf zwei Seiten in Bild und Text über dreißig verschiedene Übungen für verschiedene Muskulaturbereiche. Die Übungen sind in zwei Schwierigkeitsgrade gegliedert. Bei fast allen beschriebenen Übungen trainiert man nebenbei auch Koordination, Gleichgewicht oder Stabilität. Gelegentlich erhält man auch Sets mit beiliegenden Übungs-DVDs, auf denen man deutlich ersehen kann, dass die optimale Schwingamplitude für ein effektives Training wirklich nicht übermäßig groß ausfallen muss.
Ob ein Training mit einem Schwungstab im Einzelfall (z.B. bei Rücken- oder Schulterschmerzen) empfehlenswert ist, sollte individuell mit einem Physiotherapeuten, z.B. in einer Rückenschule, geklärt und ausprobiert werden. Sollte das Training angeraten sein, rate ich definitiv zum Kauf der etwas teureren Originale, da die Ersparnis bei den günstigen Stäben (insbesondere bei den teilweise sogar zerlegbaren aus dem Lebensmittelmarkt) mittel- bis langfristig teuer erkauft werden könnte (unbewusstes Fehltraining durch zu starres Material, langfristige Aufnahme von zweifelhaften Lösungsmitteln, Farbstoffen oder Weichmachern aus den Handgriffen - das wird durch den bei richtigem Training zwangsläufig auftretenden Handschweiß kaum zu vermeiden sein).