Luis ist Musiker und spielt in einer gar nicht so unerfolgreichen Band namens BLUES. Es hat eine Weile gedauert bis sie Erfolg hatten, wie es bei allen Bands eben dauert und es hatte ihm, Luis, die ganze Zeit über eigentlich Spaß gemacht dabei zu sein. Doch langsam, mitten in diesem Bandalltag, der nun mal Auftritte, Interviews und das lange Touren beinhaltet, gesteht Luis sich ein, dass das einzige, was er an dem Dasein als Musiker mag, das Schreiben von Liedtexten, das Komponieren der Musik in stillen Räumen ist. Er gesteht sich ein, dass es da diese Angst gibt eines Tages einfach zu versagen, einfach nicht mehr zu können, nicht mehr zu funktionieren. Und er weiß von dem Hass in ihm, dem Hass auf diesen Alltag, auf das Zusammensein mit seinen Bandkollegen, auf all die Menschen, die so viel glücklicher sind als er selbst.
Diese Dinge treiben ihn in die Einsamkeit, die er still für sich und ohne sie auszusprechen erträgt. Nur seine beiden Freundinnen Florence und Sophie geben ihm Halt, er lebt nur für diese beiden Frauen, mit denen er zwar nur eine platonische Beziehung führt, sich insgeheim aber nach mehr sehnt. Als die beiden ihm jedoch mitteilen, dass sie mehr Zeit für sich brauchen und Abstand nehmen wollen, bricht für Luis eine ganze Welt zusammen.
Es ist ein ernstes Thema, das der Autor in seinem Roman aufgreift, nämlich das der Depression und er scheut sich nicht davor zu erwähnen, dass dessen Inhalt auf wahren, autobiographischen Begebenheiten beruht.
Es ist ein gnadenlos frontaler Blick, den der Autor auf seine Hauptfigur Luis wirft, er entblößt ihn bis auf die Knochen und zeigt dem Leser unverblümt dessen ganze Seelenlandschaft. Luis' Verhalten erscheint oft geradezu pubertär, aber vielleicht ist gerade das der Kern, das Erschreckende, das Sophie und Florence nicht begreifen oder besser gesagt erst zu begreifen lernen müssen. Dass Depression eine Krankheit ist, eine Ansammlung von extremen Launen, die man sicherlich nur mit fremder Hilfe in den Griff bekommen kann. Dem einen wird der Text vielleicht viel zu einfach gestrickt und der Verlauf der Handlung viel zu voraussehbar erscheinen, dem anderen wohl eine unbeschönigte Klarheit bieten. Letztendlich denke ich, wollte der Autor mit diesem Roman all jenen Mut machen, die ebenso wie Luis nicht wagen über ihre schwerwiegenden Probleme zu sprechen und alles in sich hineinfressen. Er wollte wohl sagen: Geht aus dem Schatten ins Licht.