Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mooaaaariiooouuss...., 2. Mai 2008
Fleisch ist mein Gemüse von Heinz Strunk ist ein herrlich komisches Buch über das Leben eines mittelmäßigen Musikers, der mit der noch mittelmäßigeren Live-Tanz-Musik-Band "Tiffanys" versucht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Vielleicht muss man in der norddeutschen Provinz aufgewachsen sein, um den ganz Umfang des Humors in diesem autobiografischen Werk begreifen zu können. Vieles erinnerte mich an meine aktive Zelt- und Scheunenparty-Zeit. Die Veranstaltungen hießen Landjugend-Scheunenfete, Heuhaufenfest oder Sommernacht am See. Die Bands waren Royal Flash oder die Yankees (wobei die Yankees wirklich klasse waren oder sind, weil die mucken immer noch). Aber ansonsten gab es doch deutliche Parallelen zu den im Buch geschilderten Ereignissen. Spätestens wenn die Jungbauern-Masse lautstark "Mooaaariioouss" forderte war klar: das wir ein herrliches Fest...
Diese Buch beschreibt mit voller Härte, wunderbare Komik, aber manchmal auch mit erstaunlicher Sentimentalität das Leben zwischen verstaubtem Reihenhaus Wohnzimmer, schmuddeliger Spielhalle und den unendlichen Weiten der ländlichen Wochenenden.
Danke Heinzer, für die Einblicke ins Leben eines "Muckers" vom Typ Versager, danke für die Sozialstudie über sie unbekannte Spezies "Mucker" und danke für die Auffrischung meiner Jugenderinnerungen. Es war nicht alles schlecht damals, aber vieles...
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
All mein Respekt gilt den Tanzmuckern, 11. Februar 2006
Von Ein Kunde
Ich habe dieses Buch voller Abscheu dem Land und dessen Sitten gegenüber angefangen, und aufgehört habe ich mit einem großen Platz für das Land in meinem Herzen. All die Schützenfeste, Hochzeiten und anderen Saufrituale könnte ich als junger niedersächsischer Dorfmensch miterlebt haben, die Atmosphäre, die Lieder, die Leute. Auch, wenn man meint, man hasse all das, dank Herrn Strunk lernt man es wieder schätzen. Diese brachiale Ironie, diese Absurdität, herrlich. Aber dieses Buch ist durch und durch ehrlich, man traut sich gar nicht zu denken, es sei erfunden, geschweige denn, seine Glaubwürdigkeit infrage zu stellen. Und eines ist noch wunderbar: Trotz Eigenleben entwickelnder Akne und schweren Problemen mit Frauen ist der gute Herr Strunk einer der lustigsten Menschen hierzulande geworden (wie gesagt, ich halte jedes Wort in diesem Buch für wahr, weil ich schlicht und ergreifend weiß, dass es stimmt). Und endlich lache ich auch nicht mehr über all die schlechten Showbands, sondern zolle ihnen gewaltigen Respekt-diese armen Leute, die unterbezahlt doofe Schlager für noch dööfere Besoffene spielen müssen, jahrelang. Obwohl sie größeres könnten.Heinz Strunk, mein Leidensgefährte,... er spricht mir von der Seele
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43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Von Reihenhäuschen und Tanzcombos, 31. Mai 2006
Mein damaliger bester Freund wuchs in genau jener Vorstadtsiedlung auf, die der 1962 geborene Autor Heinz Strunk in diesem Buch beschreibt. Ich selbst empfand es dort damals immer als sehr angenehm, und wenn man ganz genau hinsieht, dann sind auch Strunks Reminiszenzen an dieses grüne und friedliche Wohnviertel gelegentlich von fast liebevoller Melancholie geprägt. Letzte Woche habe ich die Gegend für einen nostalgischen Spaziergang mal wieder aufgesucht und dabei festgestellt, dass sich zwischen Walsroder Ring, Bispinger Weg und Celler Weg äußerlich rein gar nichts verändert hat.
Im Wesentlichen spielt "Fleisch ist mein Gemüse" aber in einem Zeitraum von etwa zwölf Jahren, die der Autor als durchaus begabter Saxophonist einer ansonsten unsäglich schlechten Tanzcombo namens Tiffanys (bitte niemals 'Die Tiffanys' sagen!!) auf Hochzeiten, Schützenbällen und Silvesterfeiern im erweiterten Bereich des Landkreises Harburg verbracht hat. Heinz Strunk ist ein begnadeter Erzähler seiner eigenen Lebensgeschichte, und die unmittelbare Wucht dieses grandios geschriebenen Buches verdankt sich wohl ganz wesentlich dem Umstand, dass es sich hier gleichsam um einen Tatsachenbericht handelt. Es wäre interessant zu wissen, ob eine von ihm ausgedachte, also rein fiktive Story auch nur annähernd gleichartige Qualitäten aufweisen würde.
Wer in diesem Buch zu schmökern beginnt, der wird es nicht wieder aus den Händen legen, bis er es quasi in einem einzigen, nur von den wesentlichsten Dingen der Daseinserhaltung unterbrochenen Durchgang zu Ende gelesen hat. Es ist zum Brüllen komisch, ironisch und lakonisch, gleichzeitig aber auch geprägt von schmerzhaftester (Selbst-)Ehrlichkeit und maßloser Trauer über die tägliche Bürde einer jeden Durchschnittsexistenz. Zwischen ungebremsten Lachanfällen und allertiefstem Mitleiden liegt beim Lesen häufig nicht mehr als ein Augenaufschlag.
Für "Fleisch ist mein Gemüse", das inzwischen bereits in der 16. Auflage (!) vorliegt, gilt in jedem Fall meine allerhöchste Empfehlungsstufe. Und jenes Reihenhäuschen, in dem der Autor so viele Jahre vor sich hin wohnte, sollte eigentlich längst eine ausgewiesene Kultstätte zigtausender Heinz-Strunk-Anhänger sein!
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