Im edlen roten Einband mit Schuber präsentiert sich hier mit
Das große Buch vom Fleisch ein weiteres Kochbuch aus der vortrefflichen Teubner Edition. In gewohnt perfektem Layout dreht sich in diesem Band alles um Schlachtfleisch. Der Schwerpunkt liegt auf Rind, Kalb, Schwein und Lamm. Weniger bekanntes Fleisch, wie das von Bison oder Kamel, findet kurze Erwähnung. Auf Rezepte zu diesen Exoten wird jedoch verzichtet. So liegt mit dem aufwändig gestalteten Band im Format von ca. 30x23 cm ein klar strukturiertes Werk vor, das sich auf die gängigsten Fleischsorten konzentriert, um diese detailliert darzubieten.
Das Kapitel Warenkunde gibt neben einer Darstellung zu Fleisch in der kulinarischen Geschichte der Menschen Hinweise zu Inhaltsstoffen und sämtlichen wichtigen Teilstücken und ihre Verwendung. Im Kapitel Küchenpraxis werden nicht nur die wichtigsten Garmethoden und Zubereitungsschritte vorgestellt, sondern auch Hinweise zum Konservieren von Fleisch von Pökeln bis Trocknen gegeben.
Die zweite Hälfte von Das große Buch vom Fleisch ist den Rezepten vorbehalten und zeichnet sich durch eine kluge Kapitelaufteilung aus, in der neben Vorspeisen, Suppen, Innereien und delikate Saucen die einzelnen Garmethoden die Aufteilung bestimmen. Die Rezepte sind für vier Personen ausgelegt und dank der durchnummerierten Zubereitungsschritte auf einen Blick zu erfassen und kurz und prägnant formuliert.
Überzeugend ist die Dezenz, mit der hier Wissen und köstliche Rezepte von klassisch (Rheinischer Sauerbraten) bis exotisch (In Soja marinierte Kalbszunge) dargebracht werden: Die sechs Spitzenköche (Arnold, Bischoff, Bockler, Bräuer, Eis und Petz) halten sich diskret im Hintergrund und lassen ihre Erfahrung sprechen, ohne sich auf jeder Seite mit Bild und Namen aufzudrängen, wie es bei vielen anderen Kochbüchern der Fall ist. Das Hauptaugenmerk ist auf die Sache gerichtet und die wird hier sehr ansprechend in Wort und begleitenden Fotos verhandelt. Ein weiteres Plus, mit dem sich Das große Buch vom Fleisch wohltuend von anderen Werken dieser Art absetzt. Ein gelungenes Kochbuch, bei dem sogar Vegetarier schwach werden könnten. -- Anne Hauschild
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Gebundene Ausgabe
.
Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 22.07.2000
In einer Sammelrezension bespricht Gertrude Fein die folgenden elf neuen Kochbücher:
1) Schinharl/Dickhaut: "Basic baking"
Gedacht für "den jungen, flotten Kücheneinsteiger bietet dies eine Fülle von "guten Rezepten und praktischen Tipps"; der Stil ist dabei "betont lässig" gehalten, schreibt Gertrude Fein.
2) Bodensteiner et al: "Das große GU Familienkochbuch"
In diesem dicken Kochbuch sind die Rezepte "genau" und "nach Jahreszeiten" angeordnet; allerdings fragt sich die Rezensentin, ob die lieben Kleinen am Ende statt all dieser leckeren Speisen nicht doch viel lieber Tiefkühlpizza oder Pommes äßen...
3) Werner Frey et.al: "Das große Buch vom Fleisch"
Ein "absoluter Horrortrip für Vegetarier", schreibt Gertrude Fein, aber für jeden ein Schatz, der sein Fleisch "beim Bauern im Großen" kauft. Welches Fleisch von welchem Tier an welcher Stelle geschnitten und wie zubereitet wird: hier ist es zu finden, ob "Rind, Kalb, Schwein, Lamm" oder Ziege... Und Geflügel ist nicht dabei?
4) Christin Ferretti: "Indian Summer. Die Küche der nordamerikanischen Ureinwohner"
Nicht nur die Rezepte sondern auch die dazugehörige Geschichte hat die Autorin "liebevoll" gesammelt. Die Gerichte sind so abgewandelt, dass sie mit hiesigen Mitteln nachzukochen sind, was zwar "richtig und praktisch ist", aber den Reiz des Exotischen doch um einiges mindert, meint Gertrude Fein.
5) L. u. P. Mikanowski: "Tomate"
Von den Ursprüngen über Sorten und Anbaumethoden "bis zu internationalen Tomatenrezepten", schreibt Gertrude Fein, ist alles abgedeckt. Eine "Hymne an die Tomate"!
6) Fred Neuner: "Aus dem Garten Eden. Alte Gemüsesorten neu entdeckt"
Wie man die alten Gemüsesorten, von der gestreiften Tomate bis zum Gelben Squash, kultiviert und dann auch noch zubereitet, davon ist hier "mit Lust und ohne gehobenen Zeigefinger" die Rede. Die Devise des Autors dabei: "Gut ist was gut schmeckt".
7) F. Buchholz et al: "Die Jungen Wilden kochen"
Auch sie, so Gertrude Fein, "kochen nur mit Wasser", aber in Zusammensetzungen, die "neu und frech" sind. Zwanzig junge Starköche bieten je ein Menü, "unkonventionell" aber ganz gut nachzukochen, meint die Rezensentin. Das Motto lautet hier: "No risk, no fun".
8) Christian Teubner: "Vorspeisen, Snacks & Tapas"
Wer keine großen Menüs mag, für den reichen die kleinen Sachen, und die hier dargebotenen sind für "Lust-Esser ein Vergnügen", schreibt Fein. Dabei ist für den modernen Esser "Tofu mit Wasserspinat" gerade recht, für den derberen Geschmack kommt "lauwarmer Linsensalat mit gebratener Blutwurst" vielleicht besser.
9) M. Kellermann: "Süße Verführung à la Ludwig II"
Eigentlich sollte man solche Schnellschüsse, wie sie sich an das Ludwig-Musical anhängen, ignorieren, aber die Rezepte sind herzhaft und originell, schreibt Fein.
10) M. Kellermann: "Bayerische Schmankerln"
Manchmal gleiten die Namen ins allzu albern-Royalistische ab, aber leckeres Zeugs ist`s allemal, meint Fein.
11) Salcia Landmann: "Koschere Köstlichkeiten"
Wieder neu aufgelegt ist dieses Kochbuch, das mit "prachtvollem Einband à la Klimt eine, wie Gertrud Fein findet, "schwierige Küche" präsentiert. Eine "Fundgrube".
© Perlentaucher Medien GmbH