Jäger 90 beleben auch auf ihrem dritten Album die gute, alte Electronic Body Music neu und verzichten von vornherein auf sämtlichen, modernen Studio-Schnickschnack und überproduzierte Schnörkeleien. Das Ergebnis ist, dass man sich selten so authentisch in selige DAF-Zeiten zu Anfang der Achtziger zurückversetzt gefühlt hat, wie hier. Mit trockenem Sprechgesang auf wunderbar minimalistischen Klanggerüsten besingen Jäger 90 Fetisch, Lust, Liebe, Rebellion und die Gefahren des Fleischkonsums. "Fleisch macht böse" ist vielseitiger ausgefallen, als die beiden Vorgänger, aber noch immer klingen Jäger 90 so bodenständig, ehrlich und kompromisslos wie eh' und je... nur besser. Fast denkt man, die letzten dreißig Jahre wären nicht vergangen, aber eben immer im positiven Sinne. Gegenüber diesem ehrlichen Manifest klingt die meiste andere Electro-Mucke von heute ziemlich Plastik-mäßig. Tanzen, schwitzen, durchdrehen.