Borsch verwendet einen Hintergrund, der dem PR-Leser bekannt sein dürfte. Die handelnden Figuren sind u.a. Bull und Rhodan, der Hintergrund ist das Wega-System. Dies war das erste fremde Sonnensystem, das die Terraner in der Perry Rhodan-Serie erreicht haben. Man könnte also meinen, es wäre alles gesagt.
Quatsch. Borsch schafft es, auf diesem Hintergrund eine Handlung zu schreiben, die zwischen Krimi, Abenteuerroman und Science Fiction hin- und herschwebt. Mit traumwandlerischer Sicherheit schildert er fremde Völker, eigenartige Szenerien und technische Anlagen. Und er verletzt eine Menge unausgesprochener Tabus, die man sonst im "Groschenheft" (Verzeihung) einhält. Es gibt gleichgeschlechtliche Liebe, eine Art sexuellen Kannibalismus, echte Gegner mit einer politischen Motivation und es wird auch gestorben. Rhodan ist nicht die Lichtgestalt, die er sonst ist. Im Wega-System fast als religiöse Gestalt, verehrt muss er wirklich durch Dreck marschieren, wenn er am Leben bleiben will. Und er will am Leben bleiben - doch ob er das Rätsel löst, das sich mit dem "Fleisch der Erinnerung" verbindet, bleibt (zum Glück) bis zum Ende unklar.
Fazit: Ein guter Science Fiction-Roman, der auch für Menschen, die keine Hardcore PR-Fans sind, gutes Lesefutter verspricht.