1968 erreichte das Debütalbum der Formation Fleetwood Mac in England auf Anhieb Platz 4 der Charts und eröffnete damit den Boom des britischen Blues. Die Band bestand damals aus dem Gitarristen Peter Green, dem Gitarristen/Pianisten Jeremy Spencer und den Namensgebern John McVie am Bass und Mick Fleetwood am Schlagzeug.
Das Album ist eine Mischung aus Blues Cover und Originalen der beiden Gitarrristen im Stil der alten Blueshaudegen. Die dominierende Rolle in der Band spielt Green. Die von ihm geschriebenen Songs "Looking for Somebody", "I Loved Another Woman" und "Long Grey Mare" (noch mit Bob Brunning am Bass) sind die klaren Höhepunkte des Albums. Green ist einfach wandlungsfähiger und experimentierfreudiger und zudem ein erstklassiger Gitarrist. Sein Partner Spencer klebt meines Erachtens zu sehr an den Vorlagen, insbesondere seines Idols Elmore James, von denen er auch bei seinen eigenen Stück kaum abweicht. Nichtsdestotrotz sind seine Interpretationen von "Shake Your Moneymaker", "Got to Move" oder sein Klavierpart bei "Hellhound on My Trail" durchaus hörenswert. Aber er wird klar von Green überstrahlt. Man höre nur seine Interpretation von Howlin' Wolfs "No Place to Go", sein eigenes "Merry Go Round" oder sein Solo "The World Keep on Turning". Was Green in seine Songs an Gefühl einbringt ist einfach faszinierend. Interessant ist, dass laut Booklet Spencer bei den Green Nummern nicht mitspielt, Green bei den meisten Spencer Stücken hingegen schon.
Auf jeden Fall ein Highlight des britischen Blues und ein must have für alle Sixties-Fans. Die remasterte und erweiterte Edition ist klanglich vorzüglich.