Pressestimmen
"Dierssens Vampire wirken wie übel gelaunte Punks, die das Leben des Protagonisten Sebastian Schätz ordentlich auf den Kopf stellen." (Hannoversche Allgemeine Zeitung )
"...eine gelungene Alternative für all jene Leser, die von der "Twilight"-Sage dann doch genervt sind." (Hannoversche Allgemeine Zeitung )
"Ein witziges, übersinnlich swingendes Buch und mit leichter Hand geschrieben, mit allerlei hübschen Beobachtungen." (Neue Presse )
"...eine gelungene Alternative für all jene Leser, die von der "Twilight"-Sage dann doch genervt sind." (Hannoversche Allgemeine Zeitung )
"Ein witziges, übersinnlich swingendes Buch und mit leichter Hand geschrieben, mit allerlei hübschen Beobachtungen." (Neue Presse )
Kurzbeschreibung
Sind Sie schon einmal nackt einer Fledermaus begegnet?
Das ist nur eines der Probleme, mit denen Sebastian Schätz zu kämpfen hat, und langsam weiß er nicht mehr weiter: Die GEZ hetzt ihm eine Bande von Zwergen auf den Hals. Auf einer Toilette wird er von einem depressiven Vampir überfallen. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass die Frau, die er liebt, gar kein Mensch ist. Kann es für Sebastian noch schlimmer kommen? Ja, es kann ... Willkommen im Fledermausland!
Sebastian Schätz, Anfang zwanzig, treibt eher planlos durch Hannover. Seine Freundin Kim ist zwar überirdisch schön, hält ihn aber noch auf Abstand. Also ist für Sebastian Priorität Nummer eins, Kim ganz für sich zu erobern. Doch auf einmal häufen sich die seltsamen Ereignisse: Zuerst muss er sich nachts gegen eine Fledermaus wehren, und zwar nackt. Dann vermasselt ihm auch noch ein Vampir das langersehnte Date mit Kim. Als er schließlich von einem unheimlichen Hausgeist und ein paar korrupten Zwergen entführt wird, dämmert Sebastian Schätz so langsam, dass er da in etwas hineingeraten ist: Ist die Welt völlig verrückt geworden oder nur er selbst? Für Sebastian beginnt die längste und wildeste Nacht seines Lebens. Er muss nicht nur sein, sondern auch Kims Leben verteidigen – und am Ende ist nichts mehr, wie es einmal war ...
Der definitive Vampirroman für die Generation Praktikum – umwerfend komisch und packend.
Das ist nur eines der Probleme, mit denen Sebastian Schätz zu kämpfen hat, und langsam weiß er nicht mehr weiter: Die GEZ hetzt ihm eine Bande von Zwergen auf den Hals. Auf einer Toilette wird er von einem depressiven Vampir überfallen. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass die Frau, die er liebt, gar kein Mensch ist. Kann es für Sebastian noch schlimmer kommen? Ja, es kann ... Willkommen im Fledermausland!
Sebastian Schätz, Anfang zwanzig, treibt eher planlos durch Hannover. Seine Freundin Kim ist zwar überirdisch schön, hält ihn aber noch auf Abstand. Also ist für Sebastian Priorität Nummer eins, Kim ganz für sich zu erobern. Doch auf einmal häufen sich die seltsamen Ereignisse: Zuerst muss er sich nachts gegen eine Fledermaus wehren, und zwar nackt. Dann vermasselt ihm auch noch ein Vampir das langersehnte Date mit Kim. Als er schließlich von einem unheimlichen Hausgeist und ein paar korrupten Zwergen entführt wird, dämmert Sebastian Schätz so langsam, dass er da in etwas hineingeraten ist: Ist die Welt völlig verrückt geworden oder nur er selbst? Für Sebastian beginnt die längste und wildeste Nacht seines Lebens. Er muss nicht nur sein, sondern auch Kims Leben verteidigen – und am Ende ist nichts mehr, wie es einmal war ...
Der definitive Vampirroman für die Generation Praktikum – umwerfend komisch und packend.
Über den Autor
Oliver Dierssen, 1980 in Hannover geboren, arbeitet seit 2007 als Arzt in einer psychiatrischen Klinik. Er interessiert sich für das Kaufen und alphabetische Einsortieren von Büchern, gelegentliches stressfreies Reisen und uneingängige Rockmusik. Oliver Dierssen lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in einem denkmalgeschützten Backsteinhaus in Hannover. Sein Debütroman Fledermausland wurde 2010 mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Ich weiß nicht, ob Sie schon mal nackt einer Fledermaus begegnet sind. Und damit meine ich nicht die niedlichen mit den süßen Ohren, die Sie vielleicht von den Postern aus der Apotheke kennen. Glauben Sie mir, eine echte Fledermaus vergessen Sie nicht so schnell. Sie ist hektischer. Gefährlicher. Sie stinkt.
Besonders unangenehm ist es, wenn das Geräusch ledriger Flügelschläge über Ihrem Bett Sie nachts aus dem Schlaf reißt.
In der Nähe menschlicher Siedlungen sind Fledermäuse keine Seltenheit. Auch nicht in Deutschland. Fledermäuse lieben das Licht. Seltsam für Tiere, die ihre Augen kaum benutzen, wenn Sie mich fragen. Aber dazu komme ich später. Im Herbst schlafe ich gern mit angelehntem Fenster. Die Fledermaus kam ohne Vorwarnung mitten in der Nacht. Ihr wildes Flattern erfüllte plötzlich die Dunkelheit über meinem Bett. Das Tier roch nach Urin und modrigem Laub und verströmte seinen bestialischen Gestank in meinem Schlafzimmer. Im Sturzflug schoss es dicht über mir vorbei, etwas klimperte neben meinem Bett auf dem Fußboden.
In Panik tastete ich nach der Nachttischlampe. Ich stieß mit der Hand gegen ein Wasserglas, und es zerbrach klirrend auf dem Boden.
Endlich fand ich den Schalter und machte das Licht an. Mein Herz raste. Wo war die verfluchte Fledermaus? Ein schneller Blick durchs Zimmer: Der Schreibtisch voller Papiere, der Fußboden mit Klamotten übersät, die Original-Laserschwert-Replika auf dem angestammten Platz über der Kommode.
Die Fledermaus hing über dem Kleiderschrank und blickte aus ihren trüben Augen zu mir herunter. Ihr Kopf schaukelte hin und her wie das Pendel einer pelzigen Standuhr. Sie war gar nicht richtig schwarz, dachte ich, sondern schmutzig grau. Das Tier spreizte seine Flügel, schüttelte sie mit einem ekelhaft trockenen Geräusch und legte sie wieder an den Körper.
Das ist eine wilde Fledermaus, schoss es mir durch den Kopf, und ich bin nackt. Jetzt bloß keine unbedachte Bewegung machen, nicht schreien, nicht zucken, das Tier nur nicht aufregen. Es übertrug sicher Tollwut und hatte wahrscheinlich einen bösartigen Erregercocktail im Maul. Von Flöhen und Milben und Borreliosezecken ganz zu schweigen.
Ich glitt aus dem Bett, wich zwei alten Pizzatellern aus und bewegte mich behutsam rückwärts auf die Zimmertür zu. Plötzlich verfing sich mein Fuß im Kabel der Nachttischlampe, ich stolperte und schlug der Länge nach hin.
Die Fledermaus richtete ihre übergroßen Ohren auf mich und zeigte mir ihr Gebiss. Ich riss am Kabel, das meinen Fuß umschlungen hielt. Die Nachttischlampe summte, flackerte und erlosch. Es wurde stockdunkel.
Mit einem beherzten Sprung durch die offene Schlafzimmertür brachte ich mich in Sicherheit. Ich knallte die Tür zu und stemmte mich von unten gegen die
Klinke.
Seit meine Wohnungstür letzten Sommer versehentlich von der Polizei aufgebrochen worden war, schloss sie an der Fußleiste nicht mehr richtig. In meinem Flur wehte ein frostiger Luftzug auf Knöchelhöhe. Die Fliesen unter meinem nackten Hintern waren eiskalt.
Durch die Tür hörte ich, wie die Fledermaus im Schlafzimmer wieder ihre flatternden Kreise zu drehen begann. Ich war todmüde, verkatert, verängstigt und wie gesagt unbekleidet. Mein Wohnungsschlüssel steckte vermutlich in meiner Jeans am Fußende des Bettes.
Sollte ich nackt auf die Straße fliehen und um Hilfe rufen? Mich aus der Wohnung aussperren? Nein. Seien wir ehrlich: Es gab heute Nacht keinen Ort, wohin ich hätte flüchten können.
Mein Blick fiel auf das Telefon auf dem Flurschränkchen. Ich brauchte Hilfe.
"Wegen einer Fledermaus rücken wir bestimmt nicht an." Der Mann von der Feuerwehrleitstelle klang müde und vorwurfsvoll. "Oder brauchen Sie medizinische Hilfe? Wurden Sie gebissen?"
"Ich konnte mich retten", keuchte ich. "War ziemlich knapp. Aber sie hat mich nicht erwischt."
"Gehen Sie morgen halt mal zum Arzt. Fledermäuse übertragen Tollwut. Aber wenn Sie nicht gebissen wurden, würde ich da keine Panik verbreiten."
"Ich verbreite keine Panik!", rief ich mit schriller Stimme. "Die Fledermaus hat mich in meiner Wohnung angegriffen! Da hätte sich wohl jeder erschrocken."
"Hm", sagte der Feuerwehrmann. "Aber Ihnen geht's gut, ja?"
"Geht so." Ich hockte mit einem Küchentuch bekleidet vor meiner Schlafzimmertür und bewachte sie, während die nächtliche Novemberluft meinen Hintern kühlte. Wie gut konnte es einem in so einer Situation gehen?
"Na dann, angenehme Nacht noch", sagte der Feuerwehrmann und gähnte unüberhörbar am anderen Ende der Leitung.
"Warten Sie!", rief ich.
Es war Zeit für einen Strategiewechsel. Vielleicht konnte ich ihn ja zu einer Hilfeleistung überreden, wenn er Mitleid mit der Fledermaus hatte. "Mir kam es mehr auf das arme Tier an. Die stehen ja unter Naturschutz, wissen Sie? Nicht dass die sich noch verletzt in meiner Wohnung. Könnten Sie da nicht eine Ausnahme machen und sie vielleicht doch ..."
"Rufen Sie den Kammerjäger an. Wir sind da wirklich nicht zuständig. Auch wenn ich Ihrer Fledermaus natürlich alles Gute wünsche."
Er legte auf. Einfach so.
4:06 Uhr morgens laut Küchenuhr. In sechs Stunden musste ich bei Mister Xu auf der Arbeit sein.
Das Vieh konnte nicht aus dem Schlafzimmer, ein Stuhl klemmte unter der Klinke. Ich hatte die Wahl. Entweder ich überließ meiner Fledermaus - der Fledermaus, korrigierte ich mich - das Feld und zog mich auf meinen gemütlichen Cordzweisitzer im Wohnzimmer zurück. Oder ich ergriff ernsthafte Maßnahmen.
Schließlich entschied ich mich für einen starken Kaffee und die Maßnahmen. Ich würde mich nicht vertreiben lassen. Nicht heute Nacht. Nicht nach den Strapazen der letzten Wochen. Nicht nachdem sich meine amourösen Chancen schlagartig verbessert hatten, nicht nachdem Kim mit ihrem Freund Schluss gemacht hatte, weil sie sich in mich verliebt hatte.
Nicht jetzt, wo das gute Leben in Reichweite vor mir lag und nur darauf wartete, dass ich zupackte.
Ein Mann braucht einen Rückzugsort, eine Höhle. Und darum würde ich kämpfen. Der uralte Konflikt: ein Mann gegen ein Raubtier, der Mensch gegen die unbezähmte Natur.
In den Gelben Seiten fand ich nur einen Kammerjäger mit einer 24-Stunden-Hotline. "Ich brauche einen Kammerjäger", teilte ich ihm mit. "Wegen einer Fledermaus in meinem Schlafzimmer."
"Da sindse doppelt falsch." Die leise Stimme des Kammerjägers ging im mechanischen Flüstern und Summen technischer Geräte unter. "Erstens mach ich nur Insekten. Und zweitens, Fledermäuse haben Naturschutz, wusstense wohl nicht?"
"Doch", sagte ich. "Wusste ich.
Besonders unangenehm ist es, wenn das Geräusch ledriger Flügelschläge über Ihrem Bett Sie nachts aus dem Schlaf reißt.
In der Nähe menschlicher Siedlungen sind Fledermäuse keine Seltenheit. Auch nicht in Deutschland. Fledermäuse lieben das Licht. Seltsam für Tiere, die ihre Augen kaum benutzen, wenn Sie mich fragen. Aber dazu komme ich später. Im Herbst schlafe ich gern mit angelehntem Fenster. Die Fledermaus kam ohne Vorwarnung mitten in der Nacht. Ihr wildes Flattern erfüllte plötzlich die Dunkelheit über meinem Bett. Das Tier roch nach Urin und modrigem Laub und verströmte seinen bestialischen Gestank in meinem Schlafzimmer. Im Sturzflug schoss es dicht über mir vorbei, etwas klimperte neben meinem Bett auf dem Fußboden.
In Panik tastete ich nach der Nachttischlampe. Ich stieß mit der Hand gegen ein Wasserglas, und es zerbrach klirrend auf dem Boden.
Endlich fand ich den Schalter und machte das Licht an. Mein Herz raste. Wo war die verfluchte Fledermaus? Ein schneller Blick durchs Zimmer: Der Schreibtisch voller Papiere, der Fußboden mit Klamotten übersät, die Original-Laserschwert-Replika auf dem angestammten Platz über der Kommode.
Die Fledermaus hing über dem Kleiderschrank und blickte aus ihren trüben Augen zu mir herunter. Ihr Kopf schaukelte hin und her wie das Pendel einer pelzigen Standuhr. Sie war gar nicht richtig schwarz, dachte ich, sondern schmutzig grau. Das Tier spreizte seine Flügel, schüttelte sie mit einem ekelhaft trockenen Geräusch und legte sie wieder an den Körper.
Das ist eine wilde Fledermaus, schoss es mir durch den Kopf, und ich bin nackt. Jetzt bloß keine unbedachte Bewegung machen, nicht schreien, nicht zucken, das Tier nur nicht aufregen. Es übertrug sicher Tollwut und hatte wahrscheinlich einen bösartigen Erregercocktail im Maul. Von Flöhen und Milben und Borreliosezecken ganz zu schweigen.
Ich glitt aus dem Bett, wich zwei alten Pizzatellern aus und bewegte mich behutsam rückwärts auf die Zimmertür zu. Plötzlich verfing sich mein Fuß im Kabel der Nachttischlampe, ich stolperte und schlug der Länge nach hin.
Die Fledermaus richtete ihre übergroßen Ohren auf mich und zeigte mir ihr Gebiss. Ich riss am Kabel, das meinen Fuß umschlungen hielt. Die Nachttischlampe summte, flackerte und erlosch. Es wurde stockdunkel.
Mit einem beherzten Sprung durch die offene Schlafzimmertür brachte ich mich in Sicherheit. Ich knallte die Tür zu und stemmte mich von unten gegen die
Klinke.
Seit meine Wohnungstür letzten Sommer versehentlich von der Polizei aufgebrochen worden war, schloss sie an der Fußleiste nicht mehr richtig. In meinem Flur wehte ein frostiger Luftzug auf Knöchelhöhe. Die Fliesen unter meinem nackten Hintern waren eiskalt.
Durch die Tür hörte ich, wie die Fledermaus im Schlafzimmer wieder ihre flatternden Kreise zu drehen begann. Ich war todmüde, verkatert, verängstigt und wie gesagt unbekleidet. Mein Wohnungsschlüssel steckte vermutlich in meiner Jeans am Fußende des Bettes.
Sollte ich nackt auf die Straße fliehen und um Hilfe rufen? Mich aus der Wohnung aussperren? Nein. Seien wir ehrlich: Es gab heute Nacht keinen Ort, wohin ich hätte flüchten können.
Mein Blick fiel auf das Telefon auf dem Flurschränkchen. Ich brauchte Hilfe.
"Wegen einer Fledermaus rücken wir bestimmt nicht an." Der Mann von der Feuerwehrleitstelle klang müde und vorwurfsvoll. "Oder brauchen Sie medizinische Hilfe? Wurden Sie gebissen?"
"Ich konnte mich retten", keuchte ich. "War ziemlich knapp. Aber sie hat mich nicht erwischt."
"Gehen Sie morgen halt mal zum Arzt. Fledermäuse übertragen Tollwut. Aber wenn Sie nicht gebissen wurden, würde ich da keine Panik verbreiten."
"Ich verbreite keine Panik!", rief ich mit schriller Stimme. "Die Fledermaus hat mich in meiner Wohnung angegriffen! Da hätte sich wohl jeder erschrocken."
"Hm", sagte der Feuerwehrmann. "Aber Ihnen geht's gut, ja?"
"Geht so." Ich hockte mit einem Küchentuch bekleidet vor meiner Schlafzimmertür und bewachte sie, während die nächtliche Novemberluft meinen Hintern kühlte. Wie gut konnte es einem in so einer Situation gehen?
"Na dann, angenehme Nacht noch", sagte der Feuerwehrmann und gähnte unüberhörbar am anderen Ende der Leitung.
"Warten Sie!", rief ich.
Es war Zeit für einen Strategiewechsel. Vielleicht konnte ich ihn ja zu einer Hilfeleistung überreden, wenn er Mitleid mit der Fledermaus hatte. "Mir kam es mehr auf das arme Tier an. Die stehen ja unter Naturschutz, wissen Sie? Nicht dass die sich noch verletzt in meiner Wohnung. Könnten Sie da nicht eine Ausnahme machen und sie vielleicht doch ..."
"Rufen Sie den Kammerjäger an. Wir sind da wirklich nicht zuständig. Auch wenn ich Ihrer Fledermaus natürlich alles Gute wünsche."
Er legte auf. Einfach so.
4:06 Uhr morgens laut Küchenuhr. In sechs Stunden musste ich bei Mister Xu auf der Arbeit sein.
Das Vieh konnte nicht aus dem Schlafzimmer, ein Stuhl klemmte unter der Klinke. Ich hatte die Wahl. Entweder ich überließ meiner Fledermaus - der Fledermaus, korrigierte ich mich - das Feld und zog mich auf meinen gemütlichen Cordzweisitzer im Wohnzimmer zurück. Oder ich ergriff ernsthafte Maßnahmen.
Schließlich entschied ich mich für einen starken Kaffee und die Maßnahmen. Ich würde mich nicht vertreiben lassen. Nicht heute Nacht. Nicht nach den Strapazen der letzten Wochen. Nicht nachdem sich meine amourösen Chancen schlagartig verbessert hatten, nicht nachdem Kim mit ihrem Freund Schluss gemacht hatte, weil sie sich in mich verliebt hatte.
Nicht jetzt, wo das gute Leben in Reichweite vor mir lag und nur darauf wartete, dass ich zupackte.
Ein Mann braucht einen Rückzugsort, eine Höhle. Und darum würde ich kämpfen. Der uralte Konflikt: ein Mann gegen ein Raubtier, der Mensch gegen die unbezähmte Natur.
In den Gelben Seiten fand ich nur einen Kammerjäger mit einer 24-Stunden-Hotline. "Ich brauche einen Kammerjäger", teilte ich ihm mit. "Wegen einer Fledermaus in meinem Schlafzimmer."
"Da sindse doppelt falsch." Die leise Stimme des Kammerjägers ging im mechanischen Flüstern und Summen technischer Geräte unter. "Erstens mach ich nur Insekten. Und zweitens, Fledermäuse haben Naturschutz, wusstense wohl nicht?"
"Doch", sagte ich. "Wusste ich.