Markus Grimm erzählt: Fleckie lebt in Faltental, der kleinen Raststätte von Oma Greta, an einer Autobahn, vor einer Wiese, in der Nähe eines Waldes, wo er mit seinen Freunden (zum Beispiel Eich, dem Hörnchen) gerne Verstecken spielt. Er ist noch nicht lange auf der Welt und bereichert seine Familie mit seinen fleckigen Flügeln - und doch bereitet er den Fleckflüglers auch schon die ersten Sorgen ... denn:
Eines Tages beim Nuss-Stibitz-Spiel gerät er doch tatsächlich in das Auto einer Menschenfamilie, die gerade in Faltental Rast macht, und ... kommt nicht mehr heraus, bis die Familie schließlich erst in Paris wieder aus dem Auto steigt. Der kleine Fleckie ist ganz allein in Paris und kann als kleiner Marienkäfer natürlich nicht einfach diese weite Strecke fliegend überwinden. Doch von der Neugier gepackt erkundet er mit seinem neuen Freund Käfor schon bald die atemberaubende Metropole und lernt viel über andere Länder, deren Bauwerke und Bewohner. Keine Frage, dass schließlich alles ganz glücklich mit der Heimkehr des kleinen unfreiwillig Ausgerissenen endet, der schon bald wieder von neuen Abenteuern träumt. Also mehr als ein Grimm'sches Märchen, in dem Fleckie einfach glücklich bis an sein Lebensende in Faltental bleibt? Vielleicht darf man ja auf eine Fortsetzung gespannt sein?
Einzelne Charaktere sind jedenfalls so angelegt, dass man von ihnen gerne noch mehr erfahren möchte; zum Beispiel vom brummigen Bruno Brummi, dem ollen Brummifahrer oder vom ungemütlichen Morgan Morgentau, der morgens die Wiesen vollplätschert oder vom lustigen Eich, dem Hörnchen oder von Falco Fuchs (dem Bratkartoffelversessenen) und von Fleckie ja sowieso ...
Was dieses Buch wertvoll macht, sind vor allem drei Dinge:
1. Die Handlung ist kindgerecht spannend und verfolgt sehr sinnvolle pädagogische Ziele: Es macht Kindern Mut, sich zurechtzufinden. Es hilft, Neugier auf fremde Kulturen und Menschen zu entwickeln. Und es zeigt, wie wichtig Freundschaft ist, wenn man sich alleine fühlt.
2. Die Bilder sind ganz klar ein herausstechender Höhepunkt des Buchs. Sie illustrieren wichtige Handlungen ganz pfiffig. Zusammen mit einer schön großen Leseanfänger-Schrift und weiteren über die Seiten verteilten Bildchen können Kinder sich gut zurechtfinden und immer wieder etwas entdecken. Lustige Figuren an den Seitenrändern lockern die Optik zusätzlich auf. Man hätte sich NOCH mehr Bilder gewünscht.
3. Der interaktive Teil ist eine zusätzlich nette Idee mit pädagogischem Mehrwert. Den Rückweg nach Faltental müssen/dürfen sich die Kinder nämlich selbst überlegen, bevor die Ankunft bei Familie und Freunden wieder erzählt wird. 4 linierte und mit Ausmalbildchen versehene Seiten bieten dafür genug Platz und ermöglichen Schreibübungen und kleine (Aus-)Malkünstlereien.
Fazit: Das Buch ist als Vorlesebuch, aber auch für Leseübungen ab dem Anfängerstadium bestens geeignet. Eine große, leicht lesbare Schrift zusammen mit tollen bunten Bildern macht das Lesen zum spielerischen Kinder-Vergnügen!