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Fleckenteufel
 
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Fleckenteufel (Broschiert)

von Heinz Strunk (Autor)
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (74 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [56kb PDF]
  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Rowohlt TB-V. Rnb.; Auflage: 2 (16. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499252244
  • ISBN-13: 978-3499252242
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (74 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 1.417 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Es gibt Bücher, die sollte man nicht lesen, sondern hören. Schon bei Heinz Strunks Vorgängerromanen "Fleisch ist mein Gemüse" und "Die Zunge Europas" las es sich leichter, wenn man Heinz Strunks Sprechweise im Ohr hatte. "Fleckenteufel" ist nur zu ertragen, wenn man nebenher was anderes tun kann: Fußball gucken ohne Ton, im Internet nach Scharbeutz googeln, wohin Strunk-Held Thorsten Bruhn auf evangelische Familienfreizeit fährt. Thorsten Bruhn, der 16-Jährige, der zwischen Samenstau und Sturzdurchfall noch die Zeit findet, seine Umwelt verbal zu sezieren. Herrn Schrader, den Nachbarn aus dem 9. Stock, nennt er zum Beispiel Blockwart von eigenen Gnaden; dann zitiert er wiederum diesen Blockwart, um Gemeindehelfer Peter Eidam zu beschreiben: "Als Mensch zu dumm, und als Schwein zu kleine Ohren." Manchmal - ein Beispiel ist die Szene, in der Thorsten vom kleinen und dünnen Schwanz des Klassenkameraden Uwe Lohmann erzählt - fällt Heinz Strunk schlicht aus seiner Rolle: Er muss lachen. Er kann seinen Text nicht unfallfrei lesen. Das sind die Momente, in denen der Leser, pardon: Hörer sich mit Strunk und dessen Verarbeitung seiner Spätpubertät versöhnen mag. (jw)


Pressestimmen

Fleckenteufel ist nun schon der dritte Roman, den Heinz Strunk innerhalb ungewöhnlich kurzer Zeit veröffentlicht hat. Das Cover gibt Aufschluss darüber, warum er jetzt und nicht später erscheinen durfte, handelt es sich doch auf den ersten Blick um ein Trittbrettfahrerwerk. Die vom Verlag vermutlich als verkaufsfördernd veranschlagte Anspielung auf Charlotte Roches fulminant eingeschlagene Feuchtgebiete ist unübersehbar. Und auch der zweite Blick lässt erahnen, dass Strunks Vorhaben tatsächlich eine Parodie auf den von der Öffentlichkeit thematisierten neuen Mut zum offenen Umgang mit Körperlichkeit und dem damit moralisch oder instinktiv verbundenem Ekel gewesen sein könnte, diesmal allerdings aus jungmännlicher Sicht. Aber all dem Unübersehbaren zum Trotz: Dieses Buch hat Anbiederei nicht nötig, nicht einmal die sonst so edle der Parodie. Fleckenteufel steht für sich. Und doch dürfte auch dieses Buch missverstanden werden, vielleicht wollten Autor und Verlag es auch nicht anders. Wer hier nur Pennäler- und Fäkalhumor vermutet, dem sei dies gegönnt, so es denn gefällt oder im anderen Fall zu selbstgerechter Ablehnung verleitet. Bitteschön. Schon in Strunks Erstling Fleisch ist mein Gemüse allerdings lässt sich unübersehbar erkennen, wie nahe sich universelle Komik und individuelle Tragik kommen können, wenn man das nötige Sensorium dafür hat. Strunk hat es, wie er in Fleckenteufel erneut beweist. Hinter all dem Pupsen und Onanieren bevölkern tragische Figuren die Scharbeutzer Familienfreizeit, die der Erzähler mit scharfem Blick und ebensolcher Zunge obduziert und deren zuweilen verkrachtes oder heuchlerisches Innenleben bloßlegt, ohne dabei von seinen eigenen Schwächen abzulenken, die vielmehr Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind. Alle Figuren sind hier irgendwie wahre Figuren. Es kommt einem so vor, als kenne man sie und als seien sie nicht einem Buch als Kunstfiguren entsprungen, sondern gerade erst auf der Straße an einem vorbeigelaufen – oder eben auf dem Nachbarklo gesessen – und man hätte ihren menschlichen Duft noch in der Nase. Hinzu kommt, dass der Protagonist selbst auch nur deshalb sympathisch ist, weil er ein realistisches Maß an unsympathischen Zügen mitbekommen hat. Um beispielsweise selber nicht als der Außenseiter Nr. 1 wahrgenommen zu werden, wünscht er sich nichts sehnlicher, als den in seinen Augen noch wunderlicheren Detlef bloßgestellt zu wissen, woraus sich einer der vielen Running Gags ergibt, die andernorts bisweilen gar als Leitmotive durchgehen könnten.

Dieses Buch ist lesenswert! Schade, dass es nach 220 Seiten bereits vorbei geht. Dafür aber erfüllt sich ein Herzenswunsch von Thorsten Bruhns quasi auf den letzten Zentimetern. Glückwunsch! Glückwunsch auch an Heinz Strunk, der eine Bereicherung für die zeitgenössische deutschsprachige Literatur ist, gerade weil er das komische Fach beherrscht, das ohne menschliches Mitgefühl für die Tücken des Lebens nicht auskommt.

„Thomas Mann. Heinrich Böll. Günter Grass. Alles Scheiße“ , sagt Thorsten Bruhns einmal und auch wenn ich mich damit keinesfalls einverstanden erklären kann, so ist doch Heinz Strunks Fleckenteufel alles andere als „Scheiße“, auch wenn dieselbe zugegebenermaßen ein tragendes Motiv des Buches ist. --Literature.de - Das Literaturportal, 15.04.2009


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47 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zwischen Teufel und Engel?, 25. Januar 2009
Von Daniela Möhrke "http://buchbegegnungen.blog.de" (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Tatsächlich muss man beim Cover dieses Buches ja unweigerlich an Charlotte Roches "Feuchtgebiete" denken. Man rechnet nun wahrscheinlich mit einer männlichen Version, einem Abklatsch, noch schlimmer oder doch etwas ganz anderes?

Heinz Strunk selbst bezeichnet "Fleckenteufel" als Jugendbuch und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Jugendliche ihre Freude daran hätten. Sprachlich nimmt er natürlich kein Blatt vor den Mund, aber er beschreibt durchaus Situationen, die man sich bei Jugendlichen, speziell Jungen, vorstellen kann. Das Buch ist sehr ehrlich und es ist äußerst interessant mehr über Throstens Gedanken zu erfahren. Manchmal mag man denken, dass das alles aber ganz schön gemein oder ekelhaft ist. Wenn man jedoch ehrlich zu sich selbst ist, dann geht man sicherlich, zumindest gedanklich, häufig auch nicht gerade zimperlich mit seinen Mitmenschen um. Oft kann man es sich einfach nicht verkneifen schadenfroh zu grinsen, gerade bei Throstens unglaublicher Beobachtungsgabe.

Auf einer christlichen "Jugend"freizeit nämlich, trifft Thorsten nicht nur auf merkwürdige Erwachsene, sondern auch das andere Geschlecht und gleichaltrige pubertierende Jungen. Er befindet sich in einem Strudel aus Hormonen und Magenproblemen. Beides beschreibt er dann auch sehr ausführlich. Und zu dieser Reise gibt es sowieso kaum Positives zu sagen. Das Essen, die Betten, die Mitreisenden - alles ist mittelmäßig bis schlecht. Aber hauptsache günstig weg von zu Hause - so lautet die Devise. Trotz aller Widrigkeiten ist es ein tolles Erlebnis für die meisten der mitreisenden Jugendlichen. Wann kann man sich sonst schon so schön daneben benehmen?

Mir ist aufgefallen, dass gerade Gerüche unterschiedlichster Art sehr detailliert beschrieben werden. Da kann man froh sein, dass Geruchsbücher noch keinen Durchbruch hatten.
Skurril ist der Gegensatz zwischen dem Verhalten der Jugendlichen allgemein und der Tatsache, dass es sich um eine christliche Jugendfreizeit handelt. Das ganze ist schon ziemlich "unchristlich".

Doch das Buch hat auch ernste Seiten und zeigt klar die Sorgen und Versagensängste eines Jugendlichen. Man ist einem ständigen Vergleich zu Anderen ausgesetzt, jeder Fehler wird mit Verachtung bestraft und darunter leidet natürlich auch das noch nicht gefestigte Selbstbewusstsein. Thorsten fühlt sich im Buch häufig unbeachtet, ist er doch für sein Alter sehr klein. Er zweifelt wirklich an sich selbst und steckt voller Widersprüche.
Erscheint er dem Leser manchmal richtig anstrengend und nervig, ist er im nächsten Moment sehr sympathisch. Diese Eigenschaft teilen wohl ebenfalls die meisten Jugendlichen.

Fazit: Ein interessantes Leseerlebnis, das eindeutig und zum Glück kaum Gemeinsamkeiten zu Charlotte Roches Buch hat.

Wenn man Strunks Homepage trauen darf, kann er absolut nichts für die Covergestaltung und hatte selbst auch nie eine inhaltliche Ähnlichkeit zwischen den Büchern gesehen. Ihm war der Vergleich eher peinlich, verständlicherweise!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen In der Nougathöhle, 11. Februar 2009
Von Jan N. "www.kultur-ostbayern.de" (Regensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Eigentlich ist das mit den Heinz Strunk Büchern ja immer das gleiche: Misanthropischer Antiheld quält sich durch ekligen Alltag. Man kann sich an mal glückendem mal scheiterndem Vermeidungsverhalten des Protagonisten ergötzen und auch an den dermaßen echten und zutreffenden Beschreibungen von Personen und Situationen. Gags wie auch lustiger Sprachwitz werden am laufenden Meter aus dem Ärmel geschüttelt, wirklich immer ist irgendwo was zum totlachen dabei. Kann man das über 3 Bücher durchhalten, oder ist irgendwie die Luft raus? Nee: Heinz Strunk hats nochmal geschafft. Es funktioniert immer noch, das Buch habe ich an einem Tag durchgelesen und mich königlich amüsiert. Das muss man natürlich auch kennen: so evangelische Familienfreizeiten sind ein ganz besonderer (Un-?)ort des Alltags... Das Buch wurde jetzt ziemlich schnell der "Zunge Europas" hinterhergeschossen. Der bezug auf das Buch von Charlotte Roche (Cover, Thema) hat mich ja schon ein bisschen skeptisch gemacht. Auch den Anfang mit den ganzen leckeren Geräuschen fand ich da noch nicht so gelungen. Aber die Geschichte fängt sich. Etwas unüberzeugend sind halt die ausgefeilten Gedanken des 16jährigen Protagonisten, die eigentlich nicht ganz zu der Figur passen. Aber es ist eben "Heinzer" in Gestalt eines 16-Jährigen Jungen Ende der 70er. Was anderes will man ja auch gar nicht lesen. Sehr gelacht hab ich übrigens über die Entdeckung von Bukowski (sehr echt) und Tiedemann im "Pfeffer-und-Salz-Mantel" sowie den SALZIGEN. Sehr echte Typen, super beobachtet. Ja, sorry (nicht das ich jetzt wieder, wie in meiner letzten Strunk-Rezension als bezahlter Claqeur vom Verlag betrachtet werde): Trotz anfänglicher Schwächen: 5 Sterne sind ehrlich verdient. Vielleicht noch ein Buch in der Art...dann muss aber eigentlich Schluss sein...
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ich fand' gut!, 18. Februar 2009
Ein großes "Buuuuh" an den Verlag, welcher dem Buch ein so billiges Cover-Plagiat verpasst hat.

Das Buch ist kein zweites "Fleisch ist...", auch keine Forsetzung der "Zunge Europas", schon gar keine Anlehnung an Charlotte Roches möchtegern-provokanten 'Schocker'. Es ist ein gutes, kurzweiliges Buch, welches ich in einer Nacht durchgelesen habe. Oft habe ich geschmunzelt, manchmal sogar laut gelacht. Und das ist doch das Beste, was einem mit einem Buch passieren kann..... oder?

Die Authentizität des Buches liegt sicher darin begründet, das der Verfasser in seiner Jugend an der ein oder anderen Jugend/Familienfreizeit teilgenommen hat, um welche es in "Fleckenteufel" geht.
Den Humor mag manch einer streckenweise als infantil bezeichnen.
Ja mein Gott, der Protagonist ist 16 Jahre alt! Was hatten sie erwartet?
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