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Fleckenteufel [Taschenbuch]

Heinz Strunk
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [56kb PDF]
  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (16. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499252244
  • ISBN-13: 978-3499252242
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (95 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 31.396 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heinz Strunk
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Es gibt Bücher, die sollte man nicht lesen, sondern hören. Schon bei Heinz Strunks Vorgängerromanen "Fleisch ist mein Gemüse" und "Die Zunge Europas" las es sich leichter, wenn man Heinz Strunks Sprechweise im Ohr hatte. "Fleckenteufel" ist nur zu ertragen, wenn man nebenher was anderes tun kann: Fußball gucken ohne Ton, im Internet nach Scharbeutz googeln, wohin Strunk-Held Thorsten Bruhn auf evangelische Familienfreizeit fährt. Thorsten Bruhn, der 16-Jährige, der zwischen Samenstau und Sturzdurchfall noch die Zeit findet, seine Umwelt verbal zu sezieren. Herrn Schrader, den Nachbarn aus dem 9. Stock, nennt er zum Beispiel Blockwart von eigenen Gnaden; dann zitiert er wiederum diesen Blockwart, um Gemeindehelfer Peter Eidam zu beschreiben: "Als Mensch zu dumm, und als Schwein zu kleine Ohren." Manchmal - ein Beispiel ist die Szene, in der Thorsten vom kleinen und dünnen Schwanz des Klassenkameraden Uwe Lohmann erzählt - fällt Heinz Strunk schlicht aus seiner Rolle: Er muss lachen. Er kann seinen Text nicht unfallfrei lesen. Das sind die Momente, in denen der Leser, pardon: Hörer sich mit Strunk und dessen Verarbeitung seiner Spätpubertät versöhnen mag. (jw)

Pressestimmen

Fleckenteufel ist nun schon der dritte Roman, den Heinz Strunk innerhalb ungewöhnlich kurzer Zeit veröffentlicht hat. Das Cover gibt Aufschluss darüber, warum er jetzt und nicht später erscheinen durfte, handelt es sich doch auf den ersten Blick um ein Trittbrettfahrerwerk. Die vom Verlag vermutlich als verkaufsfördernd veranschlagte Anspielung auf Charlotte Roches fulminant eingeschlagene Feuchtgebiete ist unübersehbar. Und auch der zweite Blick lässt erahnen, dass Strunks Vorhaben tatsächlich eine Parodie auf den von der Öffentlichkeit thematisierten neuen Mut zum offenen Umgang mit Körperlichkeit und dem damit moralisch oder instinktiv verbundenem Ekel gewesen sein könnte, diesmal allerdings aus jungmännlicher Sicht. Aber all dem Unübersehbaren zum Trotz: Dieses Buch hat Anbiederei nicht nötig, nicht einmal die sonst so edle der Parodie. Fleckenteufel steht für sich. Und doch dürfte auch dieses Buch missverstanden werden, vielleicht wollten Autor und Verlag es auch nicht anders. Wer hier nur Pennäler- und Fäkalhumor vermutet, dem sei dies gegönnt, so es denn gefällt oder im anderen Fall zu selbstgerechter Ablehnung verleitet. Bitteschön. Schon in Strunks Erstling Fleisch ist mein Gemüse allerdings lässt sich unübersehbar erkennen, wie nahe sich universelle Komik und individuelle Tragik kommen können, wenn man das nötige Sensorium dafür hat. Strunk hat es, wie er in Fleckenteufel erneut beweist. Hinter all dem Pupsen und Onanieren bevölkern tragische Figuren die Scharbeutzer Familienfreizeit, die der Erzähler mit scharfem Blick und ebensolcher Zunge obduziert und deren zuweilen verkrachtes oder heuchlerisches Innenleben bloßlegt, ohne dabei von seinen eigenen Schwächen abzulenken, die vielmehr Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind. Alle Figuren sind hier irgendwie wahre Figuren. Es kommt einem so vor, als kenne man sie und als seien sie nicht einem Buch als Kunstfiguren entsprungen, sondern gerade erst auf der Straße an einem vorbeigelaufen – oder eben auf dem Nachbarklo gesessen – und man hätte ihren menschlichen Duft noch in der Nase. Hinzu kommt, dass der Protagonist selbst auch nur deshalb sympathisch ist, weil er ein realistisches Maß an unsympathischen Zügen mitbekommen hat. Um beispielsweise selber nicht als der Außenseiter Nr. 1 wahrgenommen zu werden, wünscht er sich nichts sehnlicher, als den in seinen Augen noch wunderlicheren Detlef bloßgestellt zu wissen, woraus sich einer der vielen Running Gags ergibt, die andernorts bisweilen gar als Leitmotive durchgehen könnten.

Dieses Buch ist lesenswert! Schade, dass es nach 220 Seiten bereits vorbei geht. Dafür aber erfüllt sich ein Herzenswunsch von Thorsten Bruhns quasi auf den letzten Zentimetern. Glückwunsch! Glückwunsch auch an Heinz Strunk, der eine Bereicherung für die zeitgenössische deutschsprachige Literatur ist, gerade weil er das komische Fach beherrscht, das ohne menschliches Mitgefühl für die Tücken des Lebens nicht auskommt.

„Thomas Mann. Heinrich Böll. Günter Grass. Alles Scheiße“ , sagt Thorsten Bruhns einmal und auch wenn ich mich damit keinesfalls einverstanden erklären kann, so ist doch Heinz Strunks Fleckenteufel alles andere als „Scheiße“, auch wenn dieselbe zugegebenermaßen ein tragendes Motiv des Buches ist. --Literature.de - Das Literaturportal, 15.04.2009


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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Disco 77, 25. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Fleckenteufel (Taschenbuch)
Eine christliche Familienfreizeit im Jahre 1977. Der sechzehnjährige zu kurz geratene und kommende Thorsten schildert diese prägende Episode seiner Jugend als ein grellkomisches, schauriges Panoptikum.

Wer jemals an einer Jugendfreizeit teilgenommen hat, wird sich auf nicht immer angenehme Art an vieles erinnert fühlen: peinliche Gruppenspiele,in denen gefrorene T-Shirts, Toilettenpapier und Kartoffeln zum Einsatz kommen, Pflichttelefonate nach Hause, Discoabende mit "Je t'aime" und ähnlichen Perlen der Popkultur, Besuche bei "den Weibern" - wo Thorsten natürlich die am wenigsten Verlockende abbekommt: "(...) nur Karin ist total verhunzt, und daran wird sich auch nach menschlichem Ermessen nichts mehr ändern (...)" -, unerfüllte Sehnsüchte nach Susanne Bohne (setzen Sie hier einfach den Namen des Objekts ihrer Begierde ein)und einem ungestörten Stuhlgang, Apfelkornräusche mit anschließender Kotzorgie und Kater der Extraklasse, klumpige Matratzen, verdreckte sanitäre Einrichtungen, grauenvolles Essen (das Thorsten häufig mit den Leckereien vergleicht, die die "Fünf Freunde" täglich bekommen; weitere Lektüre: Landserhefte und Charles Bukowski), bunte Abende und endloses Kartenspielen an verregneten Nachmittagen. Traurige Höhepunkte sind das Massaker an einer unschuldigen Entenfamilie, ein völlig aus dem Ruder laufender Besuch von Bewohnern von Haus Kolibri ("Die Behinderten scheinen sich genauso unwohl zu fühlen wie wir.") und der Tod von Elvis Presley.

Bevölkert ist das Strunk - Universum von einer Ansammlung bizarrer Gestalten: strunzdumme Betreuer ("Jeder Christ ein Gitarrist"), ein Diakon mit pädophilen Neigungen, zwanghafte Dauerpopler und Zehennägelsammler, debile Lagertyrannen,die Dicken, die Doofen und die Ekligen: "Ganz dürre, wirre gelbe Haare, wie ein alter Opi, seine Augen stehen dicht beieinander, und in den Mundwinkeln nisten eingetrocknete Spucke - und/oder Speiseklümpchen."

Nichts für zart Besaitete oder literarische Snobs (ich finde den sich durch das Cover aufdrängenden Vergleich zu "Feuchtgebiete" nicht so ganz abwegig - wer mit Helen Memels Ein - und Ansichten - "Hygiene wird bei mir kleingeschrieben" - nichts anfangen kann, sollte vom "Fleckenteufel" die Finger lassen), aber höchst unterhaltsam, zum Heulen komisch und tieftraurig, schnodderig und tiefsinnig, abstoßend und anrührend - wie die Jugend.

Erreicht nicht ganz die Qualität von "Fleisch ist mein Gemüse" und hat ein paar Längen, insgesamt aber ein wunderbarer trip down memory lane nicht nur für Retrofans und Freunde der Siebziger: "I put my muggle jeans on, I put my opel jeans on....." Groovy! Hallo, Ilja!
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48 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zwischen Teufel und Engel?, 25. Januar 2009
Von 
Daniela Möhrke (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Fleckenteufel (Taschenbuch)
Tatsächlich muss man beim Cover dieses Buches ja unweigerlich an Charlotte Roches "Feuchtgebiete" denken. Man rechnet nun wahrscheinlich mit einer männlichen Version, einem Abklatsch, noch schlimmer oder doch etwas ganz anderes?

Heinz Strunk selbst bezeichnet "Fleckenteufel" als Jugendbuch und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Jugendliche ihre Freude daran hätten. Sprachlich nimmt er natürlich kein Blatt vor den Mund, aber er beschreibt durchaus Situationen, die man sich bei Jugendlichen, speziell Jungen, vorstellen kann. Das Buch ist sehr ehrlich und es ist äußerst interessant mehr über Throstens Gedanken zu erfahren. Manchmal mag man denken, dass das alles aber ganz schön gemein oder ekelhaft ist. Wenn man jedoch ehrlich zu sich selbst ist, dann geht man sicherlich, zumindest gedanklich, häufig auch nicht gerade zimperlich mit seinen Mitmenschen um. Oft kann man es sich einfach nicht verkneifen schadenfroh zu grinsen, gerade bei Throstens unglaublicher Beobachtungsgabe.

Auf einer christlichen "Jugend"freizeit nämlich, trifft Thorsten nicht nur auf merkwürdige Erwachsene, sondern auch das andere Geschlecht und gleichaltrige pubertierende Jungen. Er befindet sich in einem Strudel aus Hormonen und Magenproblemen. Beides beschreibt er dann auch sehr ausführlich. Und zu dieser Reise gibt es sowieso kaum Positives zu sagen. Das Essen, die Betten, die Mitreisenden - alles ist mittelmäßig bis schlecht. Aber hauptsache günstig weg von zu Hause - so lautet die Devise. Trotz aller Widrigkeiten ist es ein tolles Erlebnis für die meisten der mitreisenden Jugendlichen. Wann kann man sich sonst schon so schön daneben benehmen?

Mir ist aufgefallen, dass gerade Gerüche unterschiedlichster Art sehr detailliert beschrieben werden. Da kann man froh sein, dass Geruchsbücher noch keinen Durchbruch hatten.

Skurril ist der Gegensatz zwischen dem Verhalten der Jugendlichen allgemein und der Tatsache, dass es sich um eine christliche Jugendfreizeit handelt. Das ganze ist schon ziemlich "unchristlich".

Doch das Buch hat auch ernste Seiten und zeigt klar die Sorgen und Versagensängste eines Jugendlichen. Man ist einem ständigen Vergleich zu Anderen ausgesetzt, jeder Fehler wird mit Verachtung bestraft und darunter leidet natürlich auch das noch nicht gefestigte Selbstbewusstsein. Thorsten fühlt sich im Buch häufig unbeachtet, ist er doch für sein Alter sehr klein. Er zweifelt wirklich an sich selbst und steckt voller Widersprüche.

Erscheint er dem Leser manchmal richtig anstrengend und nervig, ist er im nächsten Moment sehr sympathisch. Diese Eigenschaft teilen wohl ebenfalls die meisten Jugendlichen.

Fazit: Ein interessantes Leseerlebnis, das eindeutig und zum Glück kaum Gemeinsamkeiten zu Charlotte Roches Buch hat.

Wenn man Strunks Homepage trauen darf, kann er absolut nichts für die Covergestaltung und hatte selbst auch nie eine inhaltliche Ähnlichkeit zwischen den Büchern gesehen. Ihm war der Vergleich eher peinlich, verständlicherweise!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Notes of a dirty young man, 3. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Fleckenteufel (Taschenbuch)
Den dritten Roman von Heinz Strunk, "Fleckenteufel", habe ich diese Tage während einer schweren Grippe als Hörbuch gehört und ich habe so herrlich viel lachen können, dass es mir danach wirklich besser ging: Wunderheiler Heinz!

Wie bei seinen Vorgängern musste ich auch bei diesem Werk diese endlose, fast durchgehende sprachliche Virtuosität bewundern: "Die Unlust weiterzuleben, reicht zum sterben-wollen nicht aus" oder etwa: "unser Hochhaus, die elende Zementnutte..." Und so in einen fort, durch das ganze Buch...unglaublich, da bekomme ich irgendwie Lust, diesen Mann mit Rosen zu beschmeissen.

"Fleckenteufel" hat auch durch die Story von der Kirchenfreizeit nach Schabeutz mehr Handlung als "Zunge Europas" und liest (bzw. hört) sich dadurch etwas besser.

Man muss sich natürlich einlassen können auf Heinzers akribische Darstellungen von Kackhemmungen und Darmwinden, dass das nicht jedermanns Sache ist, kann ich gut verstehen (würde mir wahrscheinlich auch so gehen, wenn diese Darstellungen nicht eingebettet wären in diesem aufgedrehten Humor und dieser sprachlichen Brillianz).

Ähnlich wie bei "Fleisch" und wie bei "Zunge" ist der Kauf eines Hörbuches wieder einmal sehr, sehr empfehlenswert: Nicht nur wegen den teilweise lautstarken und dramatisch klingenden Furzgeräuschen des armen Thorstens (wo Strunk selbst und ebenso die Techniker im Studio sicherlich viel Freude hatten...); er kann auch sehr schön und hingebungsvoll kirchenlieder singen, wer hätte das gedacht...

Lieber Heinz Strunk, bitte, bitte noch viele, viele Bücher in exakt diesem Stil schreiben, bloß nicht irgendwie "weiterentwickeln" (gähn) oder "etwas neues ausprobieren" (schlummer). Das machen andere.

Dein staunenswerter Humor ist einzigartig...und wenn deine Bücher dann auch alle ähnlich sein mögen, wie sagst du immer so schön: "Egal"!
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