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Produktinformation
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Dieses Buch ist lesenswert! Schade, dass es nach 220 Seiten bereits vorbei geht. Dafür aber erfüllt sich ein Herzenswunsch von Thorsten Bruhns quasi auf den letzten Zentimetern. Glückwunsch! Glückwunsch auch an Heinz Strunk, der eine Bereicherung für die zeitgenössische deutschsprachige Literatur ist, gerade weil er das komische Fach beherrscht, das ohne menschliches Mitgefühl für die Tücken des Lebens nicht auskommt.
„Thomas Mann. Heinrich Böll. Günter Grass. Alles Scheiße“ , sagt Thorsten Bruhns einmal und auch wenn ich mich damit keinesfalls einverstanden erklären kann, so ist doch Heinz Strunks Fleckenteufel alles andere als „Scheiße“, auch wenn dieselbe zugegebenermaßen ein tragendes Motiv des Buches ist. --Literature.de - Das Literaturportal, 15.04.2009
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Disco 77,
Von ripley662 (Bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Fleckenteufel (Taschenbuch)
Eine christliche Familienfreizeit im Jahre 1977. Der sechzehnjährige zu kurz geratene und kommende Thorsten schildert diese prägende Episode seiner Jugend als ein grellkomisches, schauriges Panoptikum.Wer jemals an einer Jugendfreizeit teilgenommen hat, wird sich auf nicht immer angenehme Art an vieles erinnert fühlen: peinliche Gruppenspiele,in denen gefrorene T-Shirts, Toilettenpapier und Kartoffeln zum Einsatz kommen, Pflichttelefonate nach Hause, Discoabende mit "Je t'aime" und ähnlichen Perlen der Popkultur, Besuche bei "den Weibern" - wo Thorsten natürlich die am wenigsten Verlockende abbekommt: "(...) nur Karin ist total verhunzt, und daran wird sich auch nach menschlichem Ermessen nichts mehr ändern (...)" -, unerfüllte Sehnsüchte nach Susanne Bohne (setzen Sie hier einfach den Namen des Objekts ihrer Begierde ein)und einem ungestörten Stuhlgang, Apfelkornräusche mit anschließender Kotzorgie und Kater der Extraklasse, klumpige Matratzen, verdreckte sanitäre Einrichtungen, grauenvolles Essen (das Thorsten häufig mit den Leckereien vergleicht, die die "Fünf Freunde" täglich bekommen; weitere Lektüre: Landserhefte und Charles Bukowski), bunte Abende und endloses Kartenspielen an verregneten Nachmittagen. Traurige Höhepunkte sind das Massaker an einer unschuldigen Entenfamilie, ein völlig aus dem Ruder laufender Besuch von Bewohnern von Haus Kolibri ("Die Behinderten scheinen sich genauso unwohl zu fühlen wie wir.") und der Tod von Elvis Presley. Bevölkert ist das Strunk - Universum von einer Ansammlung bizarrer Gestalten: strunzdumme Betreuer ("Jeder Christ ein Gitarrist"), ein Diakon mit pädophilen Neigungen, zwanghafte Dauerpopler und Zehennägelsammler, debile Lagertyrannen,die Dicken, die Doofen und die Ekligen: "Ganz dürre, wirre gelbe Haare, wie ein alter Opi, seine Augen stehen dicht beieinander, und in den Mundwinkeln nisten eingetrocknete Spucke - und/oder Speiseklümpchen." Nichts für zart Besaitete oder literarische Snobs (ich finde den sich durch das Cover aufdrängenden Vergleich zu "Feuchtgebiete" nicht so ganz abwegig - wer mit Helen Memels Ein - und Ansichten - "Hygiene wird bei mir kleingeschrieben" - nichts anfangen kann, sollte vom "Fleckenteufel" die Finger lassen), aber höchst unterhaltsam, zum Heulen komisch und tieftraurig, schnodderig und tiefsinnig, abstoßend und anrührend - wie die Jugend. Erreicht nicht ganz die Qualität von "Fleisch ist mein Gemüse" und hat ein paar Längen, insgesamt aber ein wunderbarer trip down memory lane nicht nur für Retrofans und Freunde der Siebziger: "I put my muggle jeans on, I put my opel jeans on....." Groovy! Hallo, Ilja! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
48 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zwischen Teufel und Engel?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fleckenteufel (Taschenbuch)
Tatsächlich muss man beim Cover dieses Buches ja unweigerlich an Charlotte Roches "Feuchtgebiete" denken. Man rechnet nun wahrscheinlich mit einer männlichen Version, einem Abklatsch, noch schlimmer oder doch etwas ganz anderes?Heinz Strunk selbst bezeichnet "Fleckenteufel" als Jugendbuch und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Jugendliche ihre Freude daran hätten. Sprachlich nimmt er natürlich kein Blatt vor den Mund, aber er beschreibt durchaus Situationen, die man sich bei Jugendlichen, speziell Jungen, vorstellen kann. Das Buch ist sehr ehrlich und es ist äußerst interessant mehr über Throstens Gedanken zu erfahren. Manchmal mag man denken, dass das alles aber ganz schön gemein oder ekelhaft ist. Wenn man jedoch ehrlich zu sich selbst ist, dann geht man sicherlich, zumindest gedanklich, häufig auch nicht gerade zimperlich mit seinen Mitmenschen um. Oft kann man es sich einfach nicht verkneifen schadenfroh zu grinsen, gerade bei Throstens unglaublicher Beobachtungsgabe. Auf einer christlichen "Jugend"freizeit nämlich, trifft Thorsten nicht nur auf merkwürdige Erwachsene, sondern auch das andere Geschlecht und gleichaltrige pubertierende Jungen. Er befindet sich in einem Strudel aus Hormonen und Magenproblemen. Beides beschreibt er dann auch sehr ausführlich. Und zu dieser Reise gibt es sowieso kaum Positives zu sagen. Das Essen, die Betten, die Mitreisenden - alles ist mittelmäßig bis schlecht. Aber hauptsache günstig weg von zu Hause - so lautet die Devise. Trotz aller Widrigkeiten ist es ein tolles Erlebnis für die meisten der mitreisenden Jugendlichen. Wann kann man sich sonst schon so schön daneben benehmen? Mir ist aufgefallen, dass gerade Gerüche unterschiedlichster Art sehr detailliert beschrieben werden. Da kann man froh sein, dass Geruchsbücher noch keinen Durchbruch hatten. Skurril ist der Gegensatz zwischen dem Verhalten der Jugendlichen allgemein und der Tatsache, dass es sich um eine christliche Jugendfreizeit handelt. Das ganze ist schon ziemlich "unchristlich". Doch das Buch hat auch ernste Seiten und zeigt klar die Sorgen und Versagensängste eines Jugendlichen. Man ist einem ständigen Vergleich zu Anderen ausgesetzt, jeder Fehler wird mit Verachtung bestraft und darunter leidet natürlich auch das noch nicht gefestigte Selbstbewusstsein. Thorsten fühlt sich im Buch häufig unbeachtet, ist er doch für sein Alter sehr klein. Er zweifelt wirklich an sich selbst und steckt voller Widersprüche. Erscheint er dem Leser manchmal richtig anstrengend und nervig, ist er im nächsten Moment sehr sympathisch. Diese Eigenschaft teilen wohl ebenfalls die meisten Jugendlichen. Fazit: Ein interessantes Leseerlebnis, das eindeutig und zum Glück kaum Gemeinsamkeiten zu Charlotte Roches Buch hat. Wenn man Strunks Homepage trauen darf, kann er absolut nichts für die Covergestaltung und hatte selbst auch nie eine inhaltliche Ähnlichkeit zwischen den Büchern gesehen. Ihm war der Vergleich eher peinlich, verständlicherweise! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Notes of a dirty young man,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fleckenteufel (Taschenbuch)
Den dritten Roman von Heinz Strunk, "Fleckenteufel", habe ich diese Tage während einer schweren Grippe als Hörbuch gehört und ich habe so herrlich viel lachen können, dass es mir danach wirklich besser ging: Wunderheiler Heinz!Wie bei seinen Vorgängern musste ich auch bei diesem Werk diese endlose, fast durchgehende sprachliche Virtuosität bewundern: "Die Unlust weiterzuleben, reicht zum sterben-wollen nicht aus" oder etwa: "unser Hochhaus, die elende Zementnutte..." Und so in einen fort, durch das ganze Buch...unglaublich, da bekomme ich irgendwie Lust, diesen Mann mit Rosen zu beschmeissen. "Fleckenteufel" hat auch durch die Story von der Kirchenfreizeit nach Schabeutz mehr Handlung als "Zunge Europas" und liest (bzw. hört) sich dadurch etwas besser. Man muss sich natürlich einlassen können auf Heinzers akribische Darstellungen von Kackhemmungen und Darmwinden, dass das nicht jedermanns Sache ist, kann ich gut verstehen (würde mir wahrscheinlich auch so gehen, wenn diese Darstellungen nicht eingebettet wären in diesem aufgedrehten Humor und dieser sprachlichen Brillianz). Ähnlich wie bei "Fleisch" und wie bei "Zunge" ist der Kauf eines Hörbuches wieder einmal sehr, sehr empfehlenswert: Nicht nur wegen den teilweise lautstarken und dramatisch klingenden Furzgeräuschen des armen Thorstens (wo Strunk selbst und ebenso die Techniker im Studio sicherlich viel Freude hatten...); er kann auch sehr schön und hingebungsvoll kirchenlieder singen, wer hätte das gedacht... Lieber Heinz Strunk, bitte, bitte noch viele, viele Bücher in exakt diesem Stil schreiben, bloß nicht irgendwie "weiterentwickeln" (gähn) oder "etwas neues ausprobieren" (schlummer). Das machen andere. Dein staunenswerter Humor ist einzigartig...und wenn deine Bücher dann auch alle ähnlich sein mögen, wie sagst du immer so schön: "Egal"! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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