Die elfjährige Flavia lebt mit ihren Schwestern, Orphelia und Daphne, auf Buckshaw, dem Anwesen ihres Vaters, Colonel de Luce. Flavia ist ein liebenswert schräges Früchtchen mit einem analytischen Verstand und einem dazu passenden Chemielabor, in dem sie vorzugsweise Gifte zusammenmischt. Beides braucht sie um einen Mord aufzuklären, bei dem ihr Vater als Hauptverdächtiger festgenommen wird.
Hilfe bekommt sie von Inspektor Hewitt, dem sie allerdings immer eine Nasen(weis)länge voraus ist. Der muss sich beeilen, um mit dem Dreikäsehoch Schritt zu halten, denn Flavia ermittelt auf eigene Faust, und tritt damit eine Reise in die Vergangenheit ihres Vaters an.
Favia de Luce ist ein wunderbarer Charakter, der mir während des Lesens ein Dauerlächeln ins Gesicht gezaubert hat. Sie ist klug, selbständig und eigenbrödlerisch und weiß sich mit ihren elf Jahren gegen ihre beiden älteren Schwestern durchzusetzen. Dabei lässt sie sich nicht in eine Schublade stecken: Mal ist sie keck und taff, mal ein guter Kumpel oder ein gewitzter Sherlock Holmes, um einige Seiten weiter wieder ganz Kind zu sein.
Auffallend in dieser Geschichte waren für mich neben den etwas schrulligen Charakteren wie Flavia, Dogger oder Miss Montjoy zudem die Sprache des Autors, die sich erholsam von der Masse unterscheidet. Bei Alan Bradley sitzt jedes Wort. Er arbeitet mit Bildern und Metaphern und webt so mit jedem Satz ein lebendiges Bild seiner Heldin, die eine ganz eigene Art hat, ihre Umwelt wahrzunehmen. Das Ganze wird von witzigen Dialogen unterstrichen, wie dem auf Seite 43:
"Ich hab im Gurkenbeet eine Leiche gefunden"
"Das sieht dir mal wieder ähnlich!"
Abschließend möchte ich noch die beiden Übersetzer erwähnen, Gerald Jung und Katharina Orgaß, die einen richtig tollen Job gemacht haben.
"'Mord im Gurkenbeet'" (Original: "The Sweetness at the Bottom of the Pi'") ist der Auftakt einer Serie um Flavia de Luce und ihren abenteuerlichen Ermittlungen. Teil 2 erscheint in den USA im März 2010 unter dem Titel "'The Weed That Strings the Hangman's Bag: A Flavia de Luce Mystery"'.
Da bin ich in jedem Fall wieder mit dabei, denn der Roman war ein herrliches Lesevergnügen, den ich sehr empfehlen kann.
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ERGÄNZUNG ZUR HÖRBUCHVERSION:
War ich schon von dem Buch ganz begeistert, hat es mir die
Audioversion einmal mehr angetan.
"Liebenswert" und "herzerwärmend", wie oft habe ich das während des Hörens gedacht! Davon abgesehen, dass der Roman sprachlich wunderschön ist, setzt die Sprecherin, Andrea Sawatzki, noch einen drauf. Sie trägt die Geschichte so richtig Flavia-mäßig vor, wie ein kleiner Schelm, der etwas ausgeheckt hat. Ihre Stimme passt perfekt zu Miss Naseweis.
Fazit:
Eine richtig schöne Geschichte für jung & jung gebliebene, als Buch, wie auch als Hörbuch. Klasse Erzählstil & superschön vorgetragen von Andrea Sawatzki.
Mord im Gurkenbeet
von Alan Bradley
Gelesen von Andrea Sawatzki
Gekürzte Lesung/ 6 CDs
6 Std. 51 Min.