Die italienisch-spanische Ko-Produktion von 1973 zeigt in schlichten Bildern das Klosterleben im ländlichen Süditalien des 16.Jahrhundert.
Im Mittelpunkt der eher monoton inszenierten Handlung steht die Nonne Flavia,dargestellt von der brasilianischen Schauspielerin
Florinda Bolkan. Der Film beschreibt in kurzen, manchmal angedeuteten Rück-und Zwischenblenden die Erlebnisse der Mädchenjahre von Flavia - um, fast im gleichen Augenblick, wieder in die Gegenwart der Handlung zurückzukehren.
So wird zum Beispiel angedeutet, dass Flavia auf kleinen Feldzügen ihres Vaters dabei gewesen ist und dessen Grausamkeiten bei den Plünderungen miterlebt hat.
Daraufhin beschließt die junge Flavia ins Kloster einzutreten.
Dort bekommt sie es u.a. mit sogenannten "Besessenen" zu tun, dabei handelt es sich oft um kranke, von der Familie verstoßene
Frauen - die meist fälschlicherweise der Unzucht oder der sexuellen Triebhaftigkeit beschuldigt werden.
Wenig später wird sie Zeuge, wie ihr eigener Vater eine Nonne
grausam mißhandelt.
In der Folge muß sie feststellen, dass die Klostermauern ihr in Zeiten der Gewalt, Ungerechtigkeit und Krankheit nicht den er-
hofften Frieden und Schutz geben können.
Schließlich verläßt sie das Kloster und begegnet auf ihrer Flucht dem jungen Juden Abraham, der ihr ein treuer Freund wird. Doch plötzlich fallen die Muselmanen mit Schwert und Rüstung ins Land ein und machen auch vor den Klöstern nicht halt. Auch sie verfolgen die "Ungläubigen", töten, plündern,
brandschatzen und vergewaltigen sogar Nonnen im Kloster.
Allerdings werden Gewaltszenen nur angedeutet.
Das Fehlen von Filmblut und diversen Körperteilen hinterläßt beim Zuschauer eher einen unrealistischen Eindruck.
Auch die Ausstattung der Schauspieler und Komparsen mit historischen Gewändern, Rüstungen und Waffen ist allenfalls als
durchschnittlich zu bewerten.
Dem Historiendrama fehlt es ebenso an Tiefgang wie an histor-
ischer Genauigkeit. Man vermißt die Einblendung von Jahresdaten
ebenso wie interessant gestaltete Außen-und Naturaufnahmen.
Bäuerliches Leben findet fast gar nicht statt bzw. wird nicht
gezeigt - von was haben die Menschen damals gelebt!?
Zwischen den Raubzügen der Muslime und Wanderungen der Nonnen
ist kein Platz für "Lagerfeuergespräche".
Liebesszenen und Erotik zwischen Flavia und dem Anführer der
Muselmanen werden nur kurz abgehandelt.
Somit fehlt dem Film eine gewisse innere Dramaturgie, der den
historisch - interessierten Zuschauer ziemlich enttäuscht zurückläßt.
Meine Meinung: nur für hartgesottene Historien-Fans.