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Ein paar Patzer gibt es aber dennoch.
Obwohl "Stolen" auch auf PS2 und XBOX erhältlich ist, unterstützt die PC-Version keine Steuerung mit dem Gamepad. Eine Tastatursteuerung fällt teilweise recht schwer, da man im Spiel lange an der Mausempfindlichkeit einstellen muss und die Kamera zu schnell verreisst. Die Teils vorgegebene Kameraführung ist eh etwas problematisch.
Die "optimalen" Systemanforderungen sind glatter Betrug, mit diesen Specs würde das Spiel nicht mal in niedrigster Auflösung und des schlechtesten Einstellungen spielbar sein. Ich habe einen Athlon 1600+, Radeon 9000 und 512MB Ram was natürlich kein Spielesystem ist, aber weit über den empfohlenen Systemvorraussetzungen liegt und kann das Spiel nur auf 640*480 bei minimalen Details flüssig spielen. Das aufwändigere "Splinter Cell 3" läuft auch nicht schlechter.
Das Spiel ist an sich empfehlenswert, insebsondere dann wenn man genug hat von Geheimagenten, aber eine Radeon 9600 ist wohl mindestens nötig zu annehmbaren Spielgenuß.
Im Gegensatz zu „Thief", das sich noch komplett in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt abspielte, verschlägt einen „Stolen" in die High-Tech-Ära der Zukunft. Hier übernimmt man die Rolle von Anya Romanov, die beste Diebin in Forge City. Zusammen mit ihrem Partner, Louie Palmer, der ihr stets heiße Tipps und Informationen über das Headset gibt, geht sie auf Streifzüge als diebische Elster, da sie für einen mysteriösen Auftraggeber in vier unterschiedlichen Locations (Museum, Gefängnis, Bürogebäude, Satellitenstation) in jeweils mehreren Leveln verschiedenste Gegenstände und Unterlagen klauen soll. Genau wie Sam Fisher aus „Splinter Cell", hat sie dafür eine entsprechend hochtechnologische Ausrüstung zur Verfügung, die ebenso vor jedem Auftrag von Louie organisiert wird. Ein PDA, ein ArmPad, das HUD, eine schallgedämpfte Kanone, ein Stunner, Geräte zum Kurzschließen von Kameras, Geräte, ein Sonic Emitter (mit dem sie Geräusche verursachen kann) und Pfeile, die ihr - nachdem sie einmal auf ein bewegliches Ziel geschossen wurden - auf der Karte zeigen, wo die Person oder das Objekt sich gerade aufhält.
Ebenso bekannt ist das Light-Meter, mit dem man erkennen kann, wie gut Anya während eines Einsatzes getarnt ist - je dunkler dieses ist, umso unauffälliger ist sie. Soweit also nicht wirklich viel neues im Vergleich zum Tom Clancy Besteseller oder gar der „Metal Gear Solid" Serie. Einige Innovationen gibt es - abgesehen vom Gameplay, zu dem wir später noch kommen - dann aber doch: so hat Anya ein Gerät namens „Sonic Vision", mit dem sie anhand von Geräuschen durch reflektierende Wellen z.B. durch Wände hindurch sehen kann und in einer Art Röntgenbild erkennen kann, was sich hinter der Wand abspielt. Auch Türschlösser können damit untersucht werden - dummerweise werden zur Verwendung Geräusche und Schall benötigt, so dass der Einsatz gelegentlich nicht ganz ungefährlich ist, da Wachen natürlich auf Geräusche reagieren. Als Alternative gibt es dann aber zum Glück noch das allseits bekannten Nachtsichtgerät und eine Kamera, mit der man zoomen kann.
Genau wie die Spiele des bekannten Helden von UbiSoft, wird auch "Stolen" aus der Third-Person Perspektive gespielt (wenn man vom manuell zu aktivierenden First-Person-View zur Untersuchung der Gegend mal absieht). Nicht unbedingt die schlechteste Wahl, wenn man bedenkt, dass auch die weibliche Spionin jede Menge Moves drauf hat; egal, ob sie an einer Wand hochspringt, an kleinen Vorsprüngen hangelt, sich über Rohre schwingt, oder andere akrobatische Höchstleistungen vollführt, es lässt keine Frage aufkommen, dass Anya sich gut auf ihre Einsätze vorbereitet hat. Vorbereitet sollten aber auch die Spieler sein, denn genau wie bei dem großen Vorbild ist die Steuerung zwar nicht überladen, aber durch die vielfältigen Möglichkeiten doch recht komplex, so dass eine entsprechende Einarbeitungszeit mehr als notwendig ist. Zum Glück werden relevante Kommandos aber on-screen angezeigt, so dass man zumindest anfangs weiß, welche Taste man wann drücken kann.
Einarbeitungszeit ist aber auch deswegen notwendig, da es natürlich in den vier Locations jede Menge Wachen gibt, die Anya nur zu gerne aufhalten würden - wenngleich das Hauptaugenmerk natürlich darauf liegen sollte, diesen auszuweichen, kann man einen Kontakt gelegentlich doch nicht verhindern. Und auch dann hat man verschiedene Möglichkeiten, den Gegner zu besiegen - egal, ob Vollkontakt, leises Anschleichen von hinten oder gleich Waffengewalt, möglich ist alles. Doch sollte man hier auf jeden Fall zwei mal über einen Angriff nachdenken - im Gegensatz zu „Splinter Cell" gibt's nämlich auch spielerisch ein Novum: bewusstlose Wachen stören einen zwar erstmal nicht, sobald diese aber wieder aufwachen, alarmieren sie ihre Kollegen, die einen dann natürlich massiv mit Waffengewalt jagen.
Hier fällt dann auch die durchaus interessante KI auf - ist einmal ein Alarm losgegangen, so folgen einem die Wachen mehr oder weniger durch das ganze Level, da ihr Aktionsradius nicht nur auf ein von den Entwicklern festgelegtes Gebiet beschränkt ist. Da hilft es dann selten, sich nur mal eben hinter einer Kiste zu verstecken und zu hoffen, dass man nicht gesehen wird. Mannigfaltige Kameras, automatische Waffen und sogar fliegende Robo-Kameras erledigen da nur noch den Rest. Doch damit hören die Vorzüge der KI nicht auf, denn die Entwickler von Blue 52 haben sich noch was ganz besonderes ausgedacht - wendet man bei einer Wache z.B. mehrmals den gleichen Trick an, um sie abzulenken, merkt diese - innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens - das irgendwas nicht stimmt. Unabhängig davon, ob sie Anya da schon gesehen hat oder nicht, alarmiert sie ihre Kollegen oder setzt zumindest den Alarm Level höher.
Neben all der spielerischen Finesse, die zugegebenermaßen für Einsteiger vielleicht schon einen Hauch zu schwer sein könnte, darf man aber auch präsentationstechnisch mehr als zufrieden sein. Ohne zuviel verraten zu wollen, hat der mysteriöse Auftraggeber nämlich einige Geheimnisse in petto, die den Storyverlauf das eine oder andere Mal komplett umschmeißen und immer wieder für Überraschungen sorgen - wenn sich Anya und Louie nämlich auf einmal inmitten einer Verschwörung befinden, die ungeahnte Ausmaße annimmt, hätten sie sich wohl lieber doch nicht auf den ursprünglichen Deal eingelassen. Die Präsentation mit dem düsteren Endzeitlook und das Setting in einer Hi-Tech-Zukunft könnten stimmungsvoller nicht sein - auslandende Videosequenzen erzählen die spannende Story mehr als gekonnt. Doch auch die In-Game-Grafik ist alles andere als von schlechten Eltern. Die 3D-Engine ist stabil, fehlerfrei und rasant, kann gleichwohl aber mit aufwändigen und abwechslungsreichen Texturen, sowie komplexer Levelarchitektur gefallen. Auch die Charaktere, allen voran natürlich Anya, bewegen sich mehr als lebensecht, und das, obwohl sie die unterschiedlichsten Moves draufhat. Hinzu kommen tolle Licht-, Schatten- und Wetter-Effekte, die nicht nur entsprechenden Einfluss auf das Gameplay nehmen, sondern auch toll aussehen. Abgerundet wird das ganze nur noch durch authentische SFX und eine tolle musikalische Begleitung.
Fast schon unverständlich bleibt es da, warum Sony seinerzeit den Relase von „Stolen" gecancelt hat - mittlerweile kommt das Spiel über HIP Interactive und soll hierzulande für PS2, Xbox und PC am 04.04. in den Läden stehen.
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