...und das ist stehen zu bleiben." Es braucht bis zum Ende des Films, ehe der frustrierte Schauspieler Joe(Daniel Craig) zu dieser Erkenntnis gelangt. Joe ist von England nach Amerika gezogen, wurde dort ein erfolgreicher Schauspieler, versumpfte letztendlich in Drogen, Alkohol und Affären. Es erreicht ihn ein Anruf aus der Heimat. Sein alter Jugendfreund Boots ist gestorben. Als Joe dann auch noch von einem Manager gedemütigt und um eine Rolle gebracht wird, will er ins Wasser gehen. Zwar nimmt das Meer ihn auf, aber es schenkt ihm nicht den Tod, sondern Erinnerungen. Als der Ozean Joe wieder ausspuckt, macht er sich auf zu Boots Beerdigung.
In einem Rückblick begleiten wir Joe in die 70er Jahre nach England. Er lebt mit seiner Mutter in einem Haus am Strand. Joe verliebt sich in Ruth(Claire Forlani), aber es kommt nie zu einem ernsthaften Date mit ihr. Statt dessen landet Joe im Bett der wesentlich älteren, und verheirateten, Nachbarin Evelyn(Jodhi May), die ihm die Unschuld nimmt. Während Joe Ruth an seinen besten Freund Boots verliert, nimmt die Affäre mit Evelyn immer festere Formen an. Bis sie letztendlich in einer Katastrophe endet.
Regiseur Baillie Walsh hat Flashback of a fool, ob gewollt oder nicht, als Dreiakter produziert. Akt 1 ist der Joe in der Realität. Abgehalftert, fertig, ein Mensch zum Abgewöhnen. Der Film kommt dabei nur schwer in Gang, wirkt holprig in der Synchronisation und animiert nicht unbedingt zum Weiterschauen.
Akt 2 versetzt uns zurück in Joes Jugend. Hier beginnt eine Story, die interessant, gefühlvoll und spannend ist. Nach und nach gewinnt der Film an Fahrt. Wer bis hierher gelangt, schaltet nicht mehr ab.
Der dritte Akt zeigt uns einen unglaublich präsenten Daniel Craig, eine tief bewegende Geschichte und ist, jedenfalls für mich, das absolute Highlight der Produktion. Was sich langsam und zögernd entwickelte, die Story um Joes Leben, findet hier einige fulminante Einstellungen. Ganz großes Kino für die Seele.
Flashbacks of a fool ist ein ruhiger Film, in den man sich hineinarbeiten muss. Wer das schafft, wird mit einer bewegenden Geschichte belohnt und nimmt die Erkenntnis mit, dass Daniel Craig ein wirklich hervorragender Akteur ist. Als kleines Sahnehäppchen gibt es Roxy Musik im Soundtrack mit einer wunderbaren Playbackeinlage von Joe und Ruth. Der Film ist sicher nicht jedermanns Sache, aber sehenswert. Finden sie einfach heraus, was sie davon halten und entscheiden sie selbst.