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Flashback: Roman
 
 
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Flashback: Roman [Taschenbuch]

Dan Simmons , Karl Jünger
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 640 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453265971
  • ISBN-13: 978-3453265974
  • Originaltitel: Flashback
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 262.239 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Dan Simmons
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Zukunft, wie sie sein könnte ...

Die nahe Zukunft: Die USA stehen vor dem Kollaps, doch dem Großteil der Bevölkerung ist das völlig egal, denn sie sind abhängig von einer Droge namens Flashback, die es den Konsumenten ermöglicht, die glücklichsten Augenblicke ihres Lebens immer und immer wieder zu erleben. Einer von ihnen ist Ex-Cop Nick Bottom, der seit dem tragischen Tod seiner Frau bei einem Autounfall nur noch in der Vergangenheit lebt und dank Flashback noch einmal die schönsten Momente mit seiner Frau verbringen kann. Doch dann wird der Sohn eines hohen Regierungsbeamten ermordet, und Nick beginnt eher widerwillig zu ermitteln. Bis er eine gigantische Verschwörung aufdeckt, die den desolaten Zustand der USA und ihrer Bewohner verursacht hat ...

Über den Autor

Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Er schrieb bereits als Kind Erzählungen, die er seinen Mitschülern vorlas. Nach einigen Jahren als Englischlehrer machte er sich 1987 als freier Schriftsteller selbstständig. Zahlreiche seiner Romane – darunter "Sommer der Nacht", "Die Hyperion-Gesänge", "Ilium" und "Olympos" – wurden zu internationalen Bestsellern. Simmons lebt und arbeitet in Colorado, am Rande der Rocky Mountains.

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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Um zuerst einmal den Elefanten aus dem Porzellanladen zu entfernen. Ja das Buch ist voll von politischen Botschaften. Einerseits wäre es möglich diese Ideologie als Teil der Stimmung und des Hintergrundes der Geschichte zu deuten, anderseits wäre es möglich dies auch als politische Propaganda zu sehen. Ich persönlich vermute es ist bis zu einem gewissen Grad beides. Um die politische Botschaft kurz zusammenfassen hier drei Sätze. 1. Es wird die Ansicht vertreten linke politische Ideologie als auch ihre Anhänger seien verabscheuungswürdig und würden die Zivilisation zerstören. 2. Es wird die Ansicht vertreten der Islam sei (Originalzitat) "eine Geisteskrankheit", die zwei Milliarden Menschen befallen hätte. 3. Es wird indirekt die Ansicht vertreten, dass tödliche Gewalt einschließlich des Einsatzes von Atomwaffen gegenüber diesen beiden Gruppen absolut gerechtfertigt und erstrebenswert sei. Wem sich an dieser Stelle bereits der Magen umdreht, der sollte dieses Buch nicht kaufen. Der Autor zelebriert diese Ansichtsweisen durch das ganze Buch hinweg. Dies ist derart auffällig, dass die eigentliche Geschichte -vollkommen unabhängig von der Bewertung des politischen Inhalts- definitiv leidet und das führt zu einem Abzug von einem Stern in meiner Bewertung.

Nun zur eigentlichen Geschichte. In einem Amerika ohne Zukunft suchen die Menschen ihr Heil in der Vergangenheit. Der Untergang der Zivilisation spiegelt sich im Untergang des Lebens des ehemaligen Polizeidetektivs Nick Bottom wieder, der von einem selbstbewussten Familienvater und Diener der Gesellschaft zu einem Junkie degradiert ist und die Erinnerung an sein vorheriges Leben mit der neumodischen Droge Flashback auslebt. Er ist nicht unbedingt der typische Antiheld, noch ist er ein Held. Gerade zu Beginn ist er einfach ein bedauernswertes Häufchen Elend, der mehr oder weniger vor dahinvegetiert, aber nicht mehr eigenständig lebt. Dies ändert sich als ein japanischer Großindustrieller in sein Leben tritt und ihn bittet den Mord seines einzigen Sohnes aufzuklären. Diesen Mord hat Nick Bottom in seinem alten Leben als Polizist einst untersucht, aber nicht lösen können. In seinem neuen Leben als drogenabhängiges Wrack wird ihn die Suche nach dem Mörder durch die finsteren Abgründe der neuen Welt führen und ihm vielleicht Erlösung bringen, so fern es ihm gelingt wieder zu leben.

So weit, so düster. Und dies sei deutlich angemerkt: Flashback ist keine klassische Geschichte mit einem düsteren Ausgangspunkt aber einem Verlauf in dem dann doch alles besser wird. Die Zivilisation ist am Ende und so sind es die Menschen. Nick Bottom ist kein Sympathieträger, sondern mehrheitlich nur eine Person, die verzweifelt versucht zu überleben und dabei einige höchst zweifelhafte moralische Entscheidungen trifft. Ihm zur Seite stehen unter anderem sein Teenagersohn, der zu Beginn vorgestellt wird wie er Schmiere bei einer Gruppenvergewaltigung einer minderjährigen Behinderten steht. Und dann wäre da noch ein japanischer Auftragskiller, der Bottom wie ein Schatten folgt und eine Vergangenheit hat so düster wie die Unendlichkeit des Universums.

Das ist alles ziemlich harte Kost. Simmons ist dabei kein Amateur und beschreibt all die Grausamkeit in all ihren Facetten und mit vielen Details. Die Geschichte ist dabei, wenn man von leichten Anleihen an Inception absieht, auch hoch originell und enthält viele Szenen, die einem das Buch sicher noch lange im Gedächtnis bleiben lassen. Selten habe ich den Niedergang einer Zivilisation derartig gut geschildert gesehen. Auch die Haupthandlung weiß zu überzeugen. Der Verlauf der Untersuchungen des rätselhaften Mordes weiß stets zu unterhalten und die Auflösung der Rätsels ist hervorragend und in ihrer Konsequenz und Vielschichtigkeit ein Beispiel dafür wie Geschichten zu verfassen sind. Alles bildet einen runden Kreis. So weit so gut, aber warum dann nur drei Sterne? Zum einen habe ich erwähnt, dass der Verlauf der Geschichte teilweise unter den permanenten Einschüben der politischen Ideologie zu leiden hat, zum anderen hat es der Autor in seinem World Building etwas zu weit getrieben und zerstört hier ebenso den Flow der Geschichte. Manche Gegebenheiten und Besonderheiten der dargestellten Welt (Santa Fe, Alamo, Texas) wirken nicht unbedingt natürlich, sondern dienen an gewissen Punkten der Geschichte dazu diese in vorgefasste Bahnen zu lenken. Des Weiteren passen leider dieses Mal die typischen Einschüben und Verweise auf die Werke von Shakespeare und Keats nur sehr bedingt in die Geschichte.

Alles in Allem ein sicherlich kontroverses Werk mit einem extrem düsteren Grundton und einer hervorragend inszenierten Schlüsselgeschichte. Wer sich an der angesprochenen Politik nicht stört - oder vielleicht besser gesagt diese nicht allzu ernst nimmt- und Dan Simmons grundsätzlich mag, wird seine Freude haben.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gott ist tot 20. Januar 2012
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Auf fast allen - inzwischen sind es mehr als zwanzig - ins Deutsche übersetzten Dan-Simmons-Büchern findet sich ein sog. "Blurb" von Stephen King, ein Werbe-Kurzzitat. Es lautet: "Dan Simmons schreibt wie (ein) Gott." Nach der Lektüre von "Flashback" bin ich geneigt, Friedrich Nietzsche zu zitieren: "Gott (selbst) ist tot." Denn dieser Science-Fiction-Roman, der eigentlich eine politische Dystopie mit einigen SF-Elementen ist, beseitigt die Hochachtung und Wertschätzung, die zumindest ich bisher für einen der fantasiereichsten, kreativsten und ambitioniertesten amerikanischen Erzähler empfunden habe, ausgelöst natürlich durch "Hyperion", "Endymion", "Ilium", "Olympos", aber auch "Drood" und "Terror". Im Vergleich zu diesen bahnbrechenden, originellen, überraschenden, klugen Romanen liest sich "Flashback", als wäre das Buch von einer der seltsamen, leicht durchgeknallten Figuren in Simmons' vorherigen Geschichten verfasst worden - und nicht von ihm selbst.

Im Gegensatz zu vielen, die das fraglos im Vordergrund stehende Loblied auf die Redneck-Kultur der Amis kritisieren, empfinde ich vor allem die dramaturgischen und logischen Schwächen des Buches, seine Zähigkeit und Vorhersehbarkeit als unangenehm, fast schon abstoßend. Der politische Tenor ist natürlich auch ein wesentlicher Aspekt. Aber eins nach dem anderen.

Wir schreiben das Jahr 2036 - jedenfalls möglicherweise, denn das steht zwar im Klappentext, aber wenn man einige Alters- und Geburtsangaben der Figuren zurückrechnet, kommt man auf andere Jahreszahlen. Geschenkt, denn mit Logik darf man diesem Buch ohnehin nicht begegnen.
Die USA liegen am Boden, sind weitgehend zerfallen und weltwirtschaftlich bedeutungslos, wie auch die EU und China. Die beiden beherrschenden Weltmächte sind das erstarkte Japan, das sich auf seine "kulturellen Wurzeln" zurückbesinnt hat und demnächst wieder über einen allmächtigen Shogun verfügen wird, sowie das islamisch-fundamentalistische "Weltkalifat", das, vom Iran ausgehend, sogar einen Großteil Europas unterworfen hat. Israel wurde von arabischen Atombomben vernichtet, aber kurz zuvor ist in den israelischen Geheimlabors, wie jedenfalls die Gerüchte besagen, die Wunderdroge "Flashback" entstanden, deren Konsum in Japan und im Weltkalifat unter Androhung der Todesstrafe verboten ist, die aber in den Rest-USA für einen neuen Buck (Wert etwa ein Tausendstel des aktuellen Dollar-Kurses) pro Einheit erhältlich ist und von beinahe jedem Amerikaner konsumiert wird. Flashback erlaubt es, vergangene Momente abermals zu durchleben, je Einheit eine Stunde. In "Flashback-Höhlen" oder in ihren "Waben" vegetieren Millionen Ex-US-Amerikaner vor sich hin, beinahe ausschließlich in der - vermeintlich - glücklicheren Vergangenheit existierend, während draußen Gewalt und oft auch Anarchie herrschen. Nick Bottom, der ehemalige Detective aus Denver, ist ebenfalls so ein Junkie, seit vor fünf Jahren seine geliebte Frau Dara bei einem Unfall ums Leben kam. Den damals elfjährigen Sohn Val hat er kurz danach beim Schwiegervater in L.A. geparkt.
Trotzdem bekommt Bottom jetzt einen Auftrag: Der mächtige japanische "Berater", dessen Status durchaus über dem der Präsidentin steht, verpflichtet den Ex-Detective, abermals den Mord an Keigo zu untersuchen, dem Sohn des Beraters, der kurz vor Daras Tod umgebracht wurde. Dieser ungeklärte Mord ist zwar bereits zigfach akribisch und mit allen technischen Mitteln untersucht worden, sogar von Bottom selbst, aber weil 15.000 alte Bucks als Belohnung anstehen, nimmt der Drogensüchtige den offenbar sinnlosen Auftrag an. Mit der Anzahlung wandert er stantepede zum Flashback-Dealer, um sich anschließend wochenlang in einer Höhle zuzudröhnen, aber da hat er die Rechnung ohne Sato gemacht, den mürrischen Leibwächter des Beraters, der ihn brutal aus der Drogentrance reißt. Dieser begleitet fortan die Ermittlungen, die Bottom beispielsweise ins Football-Stadion führen, das zur Vollzugsanstalt umgewandelt wurde, oder ihn eine lebensgefährliche Reise nach Santa Fe antreten lassen, um einen Zeugen zu vernehmen. Nach und nach wird deutlich, dass es um weit mehr geht als um den Mord an Keigo. Nämlich um Macht, Verschwörungen und letzte Beweise, die mit Bottoms unfreiwilliger Hilfe vernichtet werden sollen. Ein Teil dieser Beweise befindet sich, ohne dass dieser davon Kenntnis hat, in Vals Händen, der sich mit seinem Großvater von L.A., wo inzwischen Chaos herrscht, nach Denver auf den Heimweg zum Vater gemacht hat.

Über mehr als sechshundert Seiten schildert Simmons vor allem, was aus den U.S. of A. geworden ist, wie aus einer Weltmacht ein darbender, zerfallener Staat von Drogensüchtigen wurde, verweichlicht zuvor durch Obamas "sozialistisches" Regime ("Sozialismus bedeutet lediglich, das Leiden zu teilen", referiert eine Figur gegen Ende des Romans), durch Sozialreformen - hauptsächlich die gesetzliche Krankenversicherung -, Abrüstung, Appeasement-Politik der Bedrohung des Islams gegenüber, durch Ökologie und Waffenfeindlichkeit. Die Jagd nach Täter und Beweisen spielt nicht selten eine bestenfalls untergeordnete Rolle, zunehmend tritt das sagenumworbene "Flashback 2" in den Vordergrund, die Nachfolgedroge, mit der auch schlechte Erinnerungen in Glücksmomente konvertiert werden können. An dieser Stelle tritt einer der vielen logischen Fallstricke zutage, die sich Simmons selbst gelegt hat: Der Flashback-Konsument schwebt als reales Ich quasi über den Erinnerungen, nimmt also wahr, was der Drogentraum zeigt. Die wenigen, echten Glücksmomente, die ein Durchschnittsmensch in seinem Leben so hatte (und die er immer nur in einen festen zeitlichen Rahmen eingebunden zurückholen kann), dürften erstens eben nicht so reichhaltig sein, dass es sich lohnt, sie permanent zu wiederholen - und zweitens dürfte sich der Glückseffekt alsbald schleifen. Anders gesagt: Selbst der tollste Sex, den man je gehabt hatte, dürfte keinen so großen Spaß mehr machen, wenn man ihn tausendfach wiederholt. Genau das aber tun die Flasher. Klar, all das ist in der Hauptsache metaphorisch zu verstehen ("Früher war alles besser"), womit sich auch eine mögliche Deutung des Buches als Satire offenbart, aber da es bei diesem vereinzelten Indiz bleibt, dürfte das eine Missdeutung sein. Simmons meint, was er da erzählt. In Worten: Texas ist der beste Bundesstaat von allen, Benzinschleudern sind geil, und wer keine Waffe hat, ist ein Weichei.

Auch ansonsten ist das wirklich haarsträubend. Von der angedeuteten Unlogik abgesehen, die es durchaus auch im Einzelfall gibt (so wird Bottoms Elektroauto zwar von den Japanern aufgepimpt, hat aber kurz darauf wieder einen rasch versagenden Akku), besitzt diese Tea-Party-Vision von Obamas Amerika kaum zwingende Handlungsmomente oder solche, die spannend und interessant wären. Zerdehnt auf mindestens dreihundert Seiten zu viel wiederholt sich das triste Einerlei, die Figuren bleiben diffus oder sind, wie etwa Bottoms Sohn und dessen Flasher-Gang, unglaubwürdig. Hin und wieder kommt zwar etwas Spannung auf, aber nie genug, um die Geschichte aus dem vorhersehbaren Muster ausbrechen zu lassen.
Bleibt unterm Strich ein äußerst durchschnittlicher Verschwörungsroman, der lediglich ganz am Ende einen kurzen Moment der Verblüffung bereithält, wenn sich - wie in "Total Recall" oder "Inception" - die Frage stellt, wie man die Realität erkennt, wenn die Virtualität fast perfekt und nicht mehr von ihr zu unterscheiden ist. Abseits hiervon ist "Flashback" ein kläglicher Abgesang auf einen großen Autor, der sich vermutlich Hoffnungen auf eine Position in der nächsten amerikanischen Regierung macht, vorausgesetzt, die Rednecks kommen an die Macht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von hirnilein
Format:Taschenbuch
Ich habe die SF-Klassiker von Dan Simmons geliebt und würde deshalb auch gerne glauben, dass die Aussage in seinem Blog vom Juni 2011, wonach das Buch nicht seine eigenen politischen Überzeugungen widerspiegelt, wahr ist. 1993 hat er in seiner Kurzgeschichte "Lovedeath" folgendes geschrieben:

"She tried to remember what the country had been like when she was a tiny little kid, looking at the kindly, grandfatherly face of President Reagan on the old-fashioned TV. You bankrupted us forever, you kindly, grandfatherly a**hole. My kid's kids will never pay off the debt. For what... winning the Cold War and creating the Russ Republic so it can compete with us in buying Japanese and EC products? We can't afford them. And we've all become too stupid and too lazy to make our own."

Im Vorwort hat er geschrieben:

"With all of us emerging from the Reagan era in which the nation seemed to be dreaming only of its past while mortgaging the future, flashback addiction seemed more than an idle fantasy."

Das klingt nicht gerade nach einem Tea Party Anhänger und mag für den einen oder anderen Konservativen damals starker Tubak gewesen sein. In Flashback hingegen wird eine Weltanschauung vertreten, die 1:1 von der Tea Party Bewegung stammen könnte: Die Wahl vom Obama 2008 zum Presidenten wird explizit als Startpunkt des Untergangs der USA genannt, namentlich die Sozialprogramme und die "nicht finanzierbare" Gesundheitsreform. Dinge, die in Europa längst Realität sind und von denen wir wissen, dass sie funktionieren können. Hätte ich nur Flashback gelesen, würde ich wohl sagen, dass Dan Simmons nicht mehr alle Tee-(Party)-Tassen im Schrank hat. Die politischen Statements werden leider nicht nur in den Dialogen von irgendwelchen durchgeknallten Charakteren transportiert, sondern vor allem auch im Text selbst. Wenn es, wie Simmons sagt, nicht seine eigenen politischen Überzeugungen sind, die er widergibt, dann muss ich sagen, dass er dies sehr ungeschickt verpackt hat, vergleichbar mit dem leidigen Vermischen von Information und Meinung, wie es die Bild-Zeitung täglich zelebriert.

Die in vielen Rezensionen genannten Kritikpunkte zu anderen politischen Themen im Buch kann ich im Übrigen nicht in dieser Vehemenz teilen. Flashback ist schliesslich ein dystopischer Roman. Wir können darin keine politisch korrekte, heile Welt erwarten.

Mein Fazit: Wer sich an einfältigen, gegen zeitgemässe Sozialstandards gerichtete politischen Äusserungen nicht stört, der bekommt mit Flashback solide und in der zweiten Hälfte sogar ziemlich spannende Unterhaltung auf Viersterne-Niveau geboten. Aber man muss wirklich darüber hinweg sehen können.
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